SOLANGE ES UNTERDRÜCKUNG GIBT – WIRD ES WIDERSTAND GEBEN!

In Österreich gibt es verschiedene gesetzliche Grundlagen, die eine Diskriminierung verbieten: Zum Beispiel die Österreichische Bundesverfassung, das Bundesgleichbehandlungsgesetz, die verschiedenen Landesgleichbehandlungsgesetze, das Behindertengleichstellungsgesetz, das EGVG (Einführungsgesetz zu den Verwaltungsverfahrensgesetzen) und last but not least das Burgenländische Antidiskriminierungsgesetz von 2018.

Diese Vielfalt an gesetzlichen Regelungen macht es dem/der Einzelnen oftmals schwer, den richtigen Weg zu finden, um sich gegen eine Diskriminierung zu wehren.

Der Auftrag des Referates für Frauen, Antidiskriminierung und Gleichbehandlung der Burgenländischen Landesregierung besteht darin, Sie zu beraten und zu unterstützen. Wir kümmern uns um Ihr Anliegen und zeigen Ihnen mögliche Schritte. Wir begleiten Sie dabei oder stellen für Sie den Kontakt zu anderen Einrichtungen her, die Ihnen helfen, wenn wir es nicht können. Die Gründe sind vielfältig weshalb Menschen diskriminiert werden. Damit Sie einen Überblick über die verschiedenen Diskriminierungen bekommen, nennen wir konkrete Beispiele und erklären den gesellschaftlichen Hintergrund.

Was ist Diskriminierung?

Diskriminierung ist eine Ungleichbehandlung von Einzelpersonen oder Gruppen. Der Begriff umfasst die Benachteiligung von Menschen nach bestimmten Merkmalen wie Geschlecht, Hautfarbe, ethnischer oder sozialer Herkunft, Alter, Behinderung, Sprache, Religion, Weltanschauung, politischer oder sonstiger Anschauung, Zugehörigkeit zu einer nationalen Minderheit, sexuelle Orientierung, Vermögen oder Geburt. Ohne sachliche Begründung wird diesen Merkmalen eine Bedeutung zugeschrieben. Es gibt drei Ebenen, die nachfolgend beleuchtet werden, wie:

Individuelle Ebene
Zwei Personen unterhalten sich miteinander. Die eine Person wird von der anderen Person diskriminiert durch eine sexistische Beleidigung wie „Frauen sind so schnell beleidigt“, oder durch eine rassistische Jobverweigerung „farbige Menschen sind fremd“, oder durch einen homophoben Witz wie „alle Schwulen schminken sich“.

Strukturelle Ebene
Menschen mit bestimmten Merkmalen haben in wichtigen gesellschaftlichen Bereichen nicht dieselben Chancen wie Menschen ohne diese Merkmale. Statistische Erhebungen zeigen deutlich, dass damit Diskriminierung offengelegt wird. Gleichzeitig können konkrete TäterInnen nicht identifiziert werden.

Gesamtgesellschaftliche Ebene
Ohne konkrete Kommunikation und ohne statistische Daten existieren bestimmte Klischees in Bezug auf Menschen mit bestimmten Merkmalen, z.B. „Männer denken analytisch, Frauen sind emotional“. Diese und viele andere Vorurteile werden im Alltag, in den Medien und im Unterhaltungsbereich nach wie vor wiederbelebt. Damit wird Diskriminierung einzementiert. 

Was ist sexuelle Belästigung?

Sexuelle Belästigung umschreibt ein anzügliches und zielgerichtetes Verhalten, das die Würde der betroffenen Person verletzt. Sie ist häufig ein Ausdruck der Machtverhältnisse und betrifft vorwiegend Frauen. Drei Viertel der Frauen (74,2 %) und ein Viertel der Männer (27,2%) wurden im Erwachsenenalter schon einmal sexuell belästigt (vgl. Österreichische Prävalenzstudie zur Gewalt an Frauen und Männer, Wien: 2011).

Geht man nach dem Antidiskriminierungsgesetz ist der Fall klar: Alle unerwünschten Annäherungen fallen darunter, die sexueller Natur sind und sich an eine bestimmte Person richten, z.B.:

  • Anstarren, taxierende Blicke (z.B. mit „Blicken ausziehen“)
  • Anzügliche Witze, Hinterherpfeifen
  • Anzügliche Bemerkungen über Figur oder sexuelles Verhalten im Privatleben
  • eindeutige verbale sexuelle Äußerungen
  • Telefongespräche und Briefe oder E-Mails (oder SMS-Nachrichten) mit sexuellen Anspielungen
  • Versprechen von beruflichen Vorteilen bei sexuellem Entgegenkommen
  • Androhen von beruflichen Nachteilen bei sexueller Verweigerung
  • Zufällige/gezielte körperliche Berührungen (z.B. „Klaps auf den Popo“)
  • Aufforderung zu sexuellen Handlungen

Sexuelle Belästigung liegt vor, wenn sexualisiertes Verhalten von der Arbeitgeberin/vom Arbeitgeber gegenüber einer Kollegin oder eines Kollegen oder einem Dritten (z.B. einem Kunden/Kundin) an den Tag gelegt wird, oder wenn der Arbeitgeber oder die Arbeitgeberin es schuldhaft unterlässt, eine angemessene Abhilfe zu schaffen, auch wenn die Arbeitnehmerin/der Arbeitnehmer durch Dritte sexuell belästigt wird.

 

Ansprechperson für Bedienstete der Burgenländischen Landesregierung Antidiskriminierungsbeauftragter:
Mag. Klaus Mezgolits, Tel. 057 600 – 6540
E-Mail: klaus.mezgolits(at)bgld.gv.at

Für alle Anfragen zum Thema „Diskriminierung“
MMag. a Dr. in Elisabeth Nueber, Tel. 057 600 – 2283
E-Mail: post.a7-antdiskriminierung(at)bgld.gv.at