Geflügelpest: weitere positive Fälle bei Wildvögeln bestätigt

BMSGPK setzt Vorsichtsmaßnahmen in betroffenen Gebieten. Geflügelpest für den Menschen nicht gefährlich. Keine Übertragung durch Lebensmittel.

Seit Ende Oktober 2020 treten in zahlreichen Ländern Europas bei Wildvögeln, aber auch im Hausgeflügelbestand Fälle von Geflügelpest auf. Diese stehen in Zusammenhang mit dem herbstlichen Vogelzug. 

Nach dem ersten bestätigten Fall von Geflügelpest (Vogelgrippe) bei einem am 4. Februar verendet aufgefundenen Schwan in Niederösterreich gab es folgende weitere bestätigte Fälle am 10. Februar: ein Schwan in Wien (H5N8) und zwei Schwäne in der Südsteiermark (H5N5). 

Das Risiko einer Infektion von Hausgeflügel ist als sehr hoch einzuschätzen. Daher erlässt das BMSGPK, im Einvernehmen mit dem Landwirtschaftsministerium, den Bundesländern und unter Berücksichtigung der wissenschaftlichen Expertise der AGES und der VetmedUni Vienna, eine absolute Stallpflicht für jene Betriebe, die mehr als 350 Stück Geflügel in den Risikogebieten halten. Eine betreffende Verordnung wird seitens des BMSGPK kommende Woche erlassen. Das Gesundheitsministerium und das Landwirtschaftsministerium appellieren an die Geflügelhalterinnen und Geflügelhalter die Regelungen möglichst rasch umzusetzen. Die Maßnahmen sind ab Erlass der Verordnung bis auf weiteres gültig und werden laufend evaluiert. Alle anderen Betriebe können die schon bisher vorgesehenen Ausnahmen, unter strikter Einhaltung der dabei vorgesehenen BIO-Sicherheitsmaßnahmen, in Anspruch nehmen.

Die derzeit in Österreich festgestellten Stämme (H5N8 und H5N5) sind für den Menschen nicht gefährlich und werden auch nicht über Lebensmittel übertragen.

Information über die Einrichtung von Risikogebieten hinsichtlich der Prävention gegen die Geflügelpest

Österreichkarte der Risikogebiete

Derzeit kein Fall in Österreich bekannt - umfangreiche Präventionsmaßnahmen

Besonders im Norden Europas, aber auch in einigen südlichen Nachbarländern Österreichs sind in den letzten Monaten Fälle von Geflügelpest (HPAI) bei Wildvögeln, aber auch im Hausgeflügelbestand aufgetreten. „Die Geflügelpest stellt für den Menschen jedoch keine Gefahr dar und wird auch nicht über Lebensmittel übertragen. In Österreich selbst ist bis heute noch kein Fall bekannt“, erklärt das Bundesministerium für Gesundheit, Soziales, Konsumentenschutz und Pflege. Dennoch wird das Risiko eines Ausbruchs in Österreich als hoch bewertet. Diese Risikoeinschätzung stammt von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit und wird von der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (AGES) geteilt. „In enger Abstimmung mit dem Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus, den Bundesländern, der AGES und der Zentralen Arbeitsgemeinschaft der österreichischen Geflügelwirtschaft (ZAG) werden nun Präventionsmaßnahmen umgesetzt, die per Verordnung ab Montag den 7.12.2020 in den Risikogebieten gültig sind“. Für die Ausweisung der Risikogebiete wurden unter anderem die Lage an Flussläufen und Seen, bei denen bereits bei der damaligen Vogelgrippe 2016/2017 positiv getestete Wildvögel gefunden wurden, herangezogen und ein Maßnahmenkatalog zur Prävention gegen die Geflügelpest erarbeitet. In diesen Gebieten ist es notwendig, das Geflügel von Wildvögeln fern zu halten. Damit kann man die Ausbereitung verhindern und einem Schaden für Geflügelhalter vorbeugen. Diese notwendigen Maßnahmen werden wir gemeinsam mit der Geflügelwirtschaft umgesetzt. Sie dienen dem Schutz des heimischen Geflügels und der Früherkennung eines möglichen Auftretens der Geflügelpest in Österreich“, erklärt das Landwirtschaftsministerium.

Für die Risikogebiete in Österreich gelten folgende Maßnahmen für die Geflügelhalter:

  1. In gemischten Betrieben die getrennte Haltung der Enten und Gänse von übrigem Geflügel
  2. Haltung des Geflügels in Ställen oder in oben abgedeckten Haltungsvorrichtungen
  3. Ausnahme von der Haltung in Ställen, wenn Geflügel durch Netze, Dächer, horizontal angebrachtes Gewebe oder andere geeignete Mittel vor dem Kontakt mit Wildvögeln geschützt ist oder die Fütterung und Tränkung der Tiere nur im Stall oder einem Unterstand erfolgt, der das Zufliegen von Wildvögeln möglichst verhindert
  4. Wildvögel dürfen nicht mit Futter oder Wasser, das für das Geflügel bestimmt ist, in Kontakt kommen. Die Ausläufe müssen gegenüber Oberflächengewässer, an denen sich wildlebende Wasservögel aufhalten können, ausbruchsicher abgezäunt sein.
  5. Erhöhung der hygienischen Sicherheitsmaßnahmen: Reinigung und Desinfektion mit besonderer Sorgfalt
  6. Der Behörde (der Amtstierärztin/dem Amtstierarzt) ist zu melden, wenn ein Abfall der Futter- und Wasseraufnahme um mehr als 20 %, ein Abfall der Eierproduktion um mehr als 5 % für mehr als 2 Tage besteht oder wenn die Mortalitätsrate höher als 3 % in einer Woche ist.

Tot aufgefundene Wild- und Wasservögel sind daher der Amtstierärztin bzw. dem Amtstierarzt zu melden und werden einer Untersuchung zugeführt.

Mehr Infos zur Geflügelpest finden Sie unter folgendem Link: https://www.verbrauchergesundheit.gv.at/tiere/krankheiten/ai.html