Information zur Identifizierung von Equiden (gemäß VO (EG) Nr. 2015/262)

  • Alle Equiden (Pferde, Ponies, Esel, Maultiere, Mulis, Zebras – die Nutzungsart spielt keine Rolle) benötigen gemäß Verordnung seit 1. Juli 2009 ein Identifizierungsdokument („Pferdepass“). Betroffen sind neugeborene Tiere gleichermaßen wie der Altbestand.
  • Die Identifizierung ist auf Antrag des Tierbesitzers durchzuführen. Die EU Verordnung regelt aber auch die Mitverantwortung des Halters, also unter Umständen des Reitstallbesitzers.
  • Die Liste der in Österreich zugelassenen Aussteller von Pferdepässen (Zuchtverbände, ÖPS, etc.) wird laufend in den Amtlichen Veterinärnachrichten auf der Homepage des Bundesministeriums für Gesundheit verlautbart.
  • Fristen: Die Identifizierung mittels Pferdepass hat innerhalb des ersten Lebensjahres zu erfolgen, spätestens vor dem endgültigen Verlassen des Geburtsbetriebs. Da für die Erstellung des Passes Zeit einberechnet werden muss, muss der Antrag spätes-tens 10 Monate ab dem Geburtstag des Tieres eingebracht werden, ansonsten kann nur mehr ein ERSATZPASS ausgestellt werden. Ein Pferd mit ERSATZPASS bleibt lebenslang von der Schlachtung zur Fleischgewinnung ausgeschlossen.
  • Die Identifizierung hat durch Implantation eines Transponders (Microchip) sowie durch eine m.o.w. umfassende Beschreibung des Equiden durch eine Tierärztin bzw. einen Tierarzt zu erfolgen.
  • Bei Verlust des Passes: Unter strengen Auflagen und Bedingungen kann ein Duplikat erstellt werden, die Tiere bleiben damit lebenslang von der Lebensmittelgewinnung ausgeschlossen.
  • Der Pferdepass muss grundsätzlich immer mitgeführt werden (Ausnahmen: Fohlen bei Fuß, Ausritte bis zu 3 Stunden Fußwegentfernung, Notfälle, Geländewettbewerbe). Dies gilt auch für den Tod des Pferdes beim Transport zur Tierkörperverwertung.
  • Meldung der Tierhaltung: Unabhängig von der Verpflichtung zur Identifizierung eines Equiden mittels Equidenpass hat der Tierhalter von Equiden seit 15. September 2009 die Verpflichtung, so ferne dies noch nicht erfolgt ist, die Aufnahme der Tierhaltung unter Angabe diverser persönlicher Daten und von Betriebsdaten bei der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde zu melden (§ 4 TKZVO 2009; BGBl. II Nr.291/2009)

Hilfreiche Informationen  für Pferdehalter zur Meldung und Registrierung sind auch auf der Homepage der Statistik Austria abrufbar: https://vis.statistik.at/vis/equiden/allgemeines.

 

Affenpocken

Affenpocken sind eine Virenerkrankung, die beim Menschen den Pocken ähnelt und deren auslösende Viren auch mit den Pockenviren verwandt sind. Es handelt sich um eine Zoonose, das heißt, die Virenerkrankung kann von Tieren auf den Menschen und umgekehrt übertragen werden. Die Erkrankung ist beim Menschen ähnlich der Pocken, Symptome sind hohes Fieber, starke Kopfschmerzen, Halsschmerzen, Husten, Unwohlsein und gelegentlich Durchfall. Im zweiten Krankheitsstadium kann ein pockenähnliches Exanthem (Hautausschlag) auftreten. Tödliche Verläufe sind aber selten, zumeist sind Affenpocken nach gut drei Wochen abgeheilt. 

Bei den derzeitigen Fällen in Europa ist der genaue Infektionsweg unbekannt, aber vermutlich kam es zu einer Übertragung innerhalb der Bevölkerung, also von Mensch zu Mensch. Normalerweise werden Affenpocken in Europa von Reisenden eingeschleppt oder von eingeschleppten Tieren in Einzelfällen übertragen. Die Inkubationszeit beträgt 5 bis 21 Tage.

Erregerreservoir sind Nagetiere (der Affe ist ein Fehlwirt), die in endemischen Gebieten (dort wo die Affenpocken vorkommen) die Krankheit auf den Menschen übertragen können.

Infizierte Menschen sollten keinen Kontakt mit Haustieren haben, um eine Verbreitung unter den Tieren zu verhindern und damit Affenpocken in Europa endemisch zu machen.
 

Update zur Geflügelpest – Aufhebung der Stallpflicht

Mit 15.03.2022 ist die 2. Novelle 2022 der Geflügelpest-Verordnung 2007 in Kraft getreten. Die Stallpflicht in den Risikogebieten wird hiermit aufgehoben. Die Gebiete mit stark erhöhtem Geflügelpest-Risiko wurden auf Gebiete mit erhöhtem Geflügelpest-Risiko zurückgestuft. In diesen Gebieten mit erhöhtem Risiko gelten ab sofort folgende geänderte Bestimmungen:

  • Geflügel und andere in Gefangenschaft gehaltene Vögel werden getrennt von Enten und Gänsen gehalten, sodass ein direkter und indirekter Kontakt ausgeschlossen ist
  • das Geflügel wird durch Netze, Dächer, horizontal angebrachte Gewebe oder andere geeignete Mittel vor dem Kontakt mit Wildvögeln geschützt
  • die Fütterung und Tränkung der Tiere erfolgt nur im Stall oder unter einem Unterstand
  • das Zufliegen von Wildvögeln muss erschwert werden, um zu verhindern, dass Wildvögel mit Futter oder Wasser, das für Geflügel und andere in Gefangenschaft gehaltene Vögel bestimmt ist, in Berührung kommt
  • die Ausläufe sind gegenüber Oberflächengewässern, an denen sich wildlebende Wasservögel aufhalten können, ausbruchssicher abgezäunt
  • die Tränkung der Tiere darf nicht mit Wasser aus Sammelbecken für Oberflächenwasser, zu dem Wildvögel Zugang haben, erfolgen
  • Brieftauben dürfen jedenfalls in der Umgebung der Schläge zu Übungs- und Trainingszwecken ausgelassen werden, vorausgesetzt, die Tiere werden im Schlag gefüttert und getränkt

Als Gebiete mit erhöhtem Risiko gelten folgende Verwaltungseinheiten im Burgenland:

Die Bezirke:

  1. Rust (Stadt)
  2. Neusiedl am See

Im Bezirk Eisenstadt-Umgebung die Gemeinden:

  1. Breitenbrunn am Neusiedler See
  2. Donnerskirchen
  3. Hornstein
  4. Leithaprodersdorf
  5. Mörbisch am See
  6. Neufeld an der Leitha
  7. Oggau am Neusiedler See
  8. Purbach am Neusiedler See
  9. Wimpassing an der Leitha

Im Bezirk Mattersburg die Gemeinde:

  1. Neudörf

 

Geflügelpest in Österreich bestätigt
 

Am 25.11.2021 wurde in einer kleinen Hühnerhaltung im Bezirk Bruck an der Leitha, (Niederösterreich) ein Ausbruch von Aviärer Influenza festgestellt und auch vom nationalen Referenzlabor bestätigt.  Der dabei festgestellte Virusstamm H5N1 ist für den Menschen ungefährlich, jedoch für Nutzgeflügel hoch ansteckend und tödlich. Die Einschleppung dürfte durch Wildgeflügel erfolgt sein.

Es wird Geflügelhaltern eine erhöhte Aufmerksamkeit und die Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen zur Verhinderung eines Eintrags der Seuche in den Bestand dringend empfohlen. Geflügelhaltern wird weiters empfohlen, die Biosicherheit in ihren Betrieben zu überprüfen und ggf. anzupassen. Direkte und indirekt Kontakte zwischen Geflügel und Wildvögeln sollten unbedingt verhindert werden.

Afrikanische Schweinepest

Die Afrikanische Schweinepest ist eine Viruserkrankung, deren Erreger sehr widerstandsfähig ist (Wochen bis Monate, in gefrorenem Fleisch sogar Jahre). Für den Menschen ist die Krankheit völlig ungefährlich, eine Ansteckung ist nicht möglich.
In den letzten Jahren breitet sich die Krankheit von Russland und Osteuropa kontinuierlich Richtung Westen aus und hat bereits die Tschechische Republik (seit April 2018 keine neuen Fälle), Ungarn (mit Ausbreitungstendenz) und Belgien erreicht. Die Ansteckung kann sowohl Hausschweine als auch Wildschweine betreffen. 

Die Übertragung erfolgt entweder von Schwein zu Schwein oder über Vektoren z.B. kontaminierte Futtermittel, Essensreste, aber auch durch kontaminierte Fahrzeuge und durch Menschen (z.B. Kleidung).
Sollte es zu einer Ausbreitung der Schweinepest nach Österreich kommen, ist nicht nur mit erheblichem Tierleid zu rechnen, sondern auch mit großen wirtschaftlichen Einbußen in der Schweinewirtschaft.
Es werden daher alle Personen die Überträger sein können, z.B. Personen aus betroffenen Ländern wie Transporteure, Saisonarbeiter, Pflegekräfte, Urlauber, Jäger usw. dringend ersucht Essensreste nicht wegzuwerfen und keine Schweinestallungen aufzusuchen. Jäger sollen auf Fallwild achten und einen Seuchenverdacht möglichst frühzeitig beim Amtstierarzt anzeigen. Jäger die zugleich Schweinehalter sind, müssen besondere Vorsicht walten lassen. Die Biosicherheitsmaßnahmen der Schweinegesundheitsverordnung sind strikt einzuhalten.

Veröffentlichung der Burgenländischen Hundehaltesachkundeverordnung

Gemäß § 22 (3) Burgenländisches Landessicherheitsgesetz ist der Nachweis der erforderlichen Sachkunde zur Haltung eines auffälligen Hundes zu erbringen.
Die Sachkunde gilt dann als erbracht, wenn die Hundehalterin oder der Hundehalter die erfolgreiche Absolvierung der Ausbildung und die Beherrschung der Inhalte nach den §§ 2 und 3 Burgenländische Hundehaltungssachkundeverordnung durch Vorlage einer Ausbildungsbestätigung dokumentiert.

Das Halten von Hunden, deren Auffälligkeit gemäß § 22 Abs. 1 Burgenländisches Landessicherheitsgesetz festgestellt ist, ist nur mit Bewilligung durch die Gemeinde zulässig. 
Erforderlich für das Halten eines auffälligen Hundes sind:

  • Hundehalter/-in ist volljährig und entscheidungsfähig und besitzt die zum Halten des auffälligen Hundes erforderliche persönliche Eignung gemäß § 23 Burgenländisches Landessicherheitsgesetz
  • Sachkundenachweis (§ 24 Bgld. LSG)
  • Nachweis einer aufrechten Haftpflichtversicherung zur Deckung von durch den Hund verursachten Schäden mit einer Mindestdeckungssumme von 750 000 Euro

Rechtsgrundlagen

BVD Überwachungsprogramm

Durch die Novelle der BVD Verordnung, BGBl. II 92/2018, besteht nun für das Land Burgenland die Möglichkeit einer Ausnahmeregelung von der verpflichtenden BVD Kontrolluntersuchung in nicht milchliefernden Betrieben.

Die Ausnahme von der verpflichtenden Einzeltieruntersuchung gilt für ein Verbringen innerhalb des gesamten Bundesgebiets.

Beim Inverkehrbringen müssen die Rinder von einem Dokument begleitet werden, in dem die Tierhalterin/ der Tierhalter des abgebenden Betriebes bescheinigt, dass die Tiere aus einem BVD virusfreien Bestand stammen.