Geflügelpest in Österreich bestätigt
 

Am 25.11.2021 wurde in einer kleinen Hühnerhaltung im Bezirk Bruck an der Leitha, (Niederösterreich) ein Ausbruch von Aviärer Influenza festgestellt und auch vom nationalen Referenzlabor bestätigt.  Der dabei festgestellte Virusstamm H5N1 ist für den Menschen ungefährlich, jedoch für Nutzgeflügel hoch ansteckend und tödlich. Die Einschleppung dürfte durch Wildgeflügel erfolgt sein.

Es wird Geflügelhaltern eine erhöhte Aufmerksamkeit und die Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen zur Verhinderung eines Eintrags der Seuche in den Bestand dringend empfohlen. Geflügelhaltern wird weiters empfohlen, die Biosicherheit in ihren Betrieben zu überprüfen und ggf. anzupassen. Direkte und indirekt Kontakte zwischen Geflügel und Wildvögeln sollten unbedingt verhindert werden.

Mit 26. November 2021 tritt die 3. Novelle der Geflügelpest-Verordnung 2007, BGBl II/488, (Änderung der Anlage I) in Kraft. Mit dieser Änderung werden Gebiete mit erhöhtem Risiko festgelegt, in denen Maßnahmen gemäß § 8 der Geflügelpest-Verordnung angeordnet werden.

In diesen Gebieten (siehe Karte und Auflistung unten) wurde eine Stallpflicht für Geflügelhaltungen festgelegt.

Im Burgenland sind folgende Gebiete als Risikogebiete festgelegt:

Die Bezirke:

  1. Rust (Stadt)
  2. Neusiedl am See

im Bezirk Eisenstadt-Umgebung die Gemeinden:

  1. Breitenbrunn am Neusiedler See
  2. Donnerskirchen
  3. Hornstein
  4. Leithaprodersdorf
  5. Mörbisch am See
  6. Neufeld an der Leitha
  7. Oggau am Neusiedler See
  8. Purbach am Neusiedler See
  9. Wimpassing an der Leitha

im Bezirk Mattersburg die Gemeinde:

  1. Neudörfl

Regelungen in den Risikogebieten:

Ab 350 Stück Geflügel:

Geflügel und andere in Gefangenschaft gehaltene Vögel sind dauerhaft in Stallungen oder jedenfalls in geschlossenen Haltungsvorrichtungen, die zumindest oben abgedeckt sind, so zu halten, dass der Kontakt zu Wildvögeln und deren Kot bestmöglich vermieden wird und zu wildlebenden Wasservögeln jedenfalls ausgeschlossen ist.

Unter 350 Stück Geflügel:

Enten und Gänse sind von anderem Geflügel getrennt zu halten.

Geflügel ist in Ställen oder abgedeckten Haltungsvorrichtungen zu halten.

Geflügel ist von der Haltung in Ställen ausgenommen, wenn es durch Netze, Dächer, horizontal angebrachtes Gewebe oder andere geeignete Mittel

vor dem Kontakt mit Wildvögeln geschützt ist oder die Fütterung und Tränkung der Tiere nur im Stall oder einem Unterstand erfolgt, der das Zufliegen von Wildvögeln möglichst verhindert.

Wildvögel dürfen nicht mit Futter oder Wasser, das für das Geflügel bestimmt ist, in Kontakt kommen. Die Ausläufe müssen gegenüber Oberflächengewässern, an denen sich wildlebende Wasservögel aufhalten können, ausbruchsicher abgezäunt sein.

Folgende vorbeugenden Schutzmaßnahmen sind für alle Geflügelbetriebe in den Risikogebieten zu berücksichtigen:

Die Tränkung der Tiere darf nicht mit Wasser aus Sammelbecken für Oberflächenwasser, zu dem Wildvögel Zugang haben, erfolgen.

Die Reinigung und Desinfektion der Beförderungsmittel, Ladeplätze und Gerätschaften hat mit besonderer Sorgfalt zu erfolgen.

Der Bezirksverwaltungsbehörde (der Amtstierärztin/dem Amtstierarzt) ist zu melden, wenn

  • ein Abfall der Futter- und Wasseraufnahme um mehr als 20 % oder
  • ein Abfall der Eierproduktion um mehr als 5 % für mehr als 2 Tage besteht, oder
  • die Sterberate höher als 3 % in einer Woche ist.
  • Tot aufgefundene Wasser- und Greifvögel

Alle Geflügelhalter im Burgenland werden um Beachtung der Vorgaben ersucht. Auch außerhalb dieses Risikogebietes ist bei der Haltung von Hausgeflügel die Umsetzung der Vorsichtsmaßnahmen empfohlen.

Afrikanische Schweinepest

Die Afrikanische Schweinepest ist eine Viruserkrankung, deren Erreger sehr widerstandsfähig ist (Wochen bis Monate, in gefrorenem Fleisch sogar Jahre). Für den Menschen ist die Krankheit völlig ungefährlich, eine Ansteckung ist nicht möglich.
In den letzten Jahren breitet sich die Krankheit von Russland und Osteuropa kontinuierlich Richtung Westen aus und hat bereits die Tschechische Republik (seit April 2018 keine neuen Fälle), Ungarn (mit Ausbreitungstendenz) und Belgien erreicht. Die Ansteckung kann sowohl Hausschweine als auch Wildschweine betreffen. 

Die Übertragung erfolgt entweder von Schwein zu Schwein oder über Vektoren z.B. kontaminierte Futtermittel, Essensreste, aber auch durch kontaminierte Fahrzeuge und durch Menschen (z.B. Kleidung).
Sollte es zu einer Ausbreitung der Schweinepest nach Österreich kommen, ist nicht nur mit erheblichem Tierleid zu rechnen, sondern auch mit großen wirtschaftlichen Einbußen in der Schweinewirtschaft.
Es werden daher alle Personen die Überträger sein können, z.B. Personen aus betroffenen Ländern wie Transporteure, Saisonarbeiter, Pflegekräfte, Urlauber, Jäger usw. dringend ersucht Essensreste nicht wegzuwerfen und keine Schweinestallungen aufzusuchen. Jäger sollen auf Fallwild achten und einen Seuchenverdacht möglichst frühzeitig beim Amtstierarzt anzeigen. Jäger die zugleich Schweinehalter sind, müssen besondere Vorsicht walten lassen. Die Biosicherheitsmaßnahmen der Schweinegesundheitsverordnung sind strikt einzuhalten.

Veröffentlichung der Burgenländischen Hundehaltesachkundeverordnung

Gemäß § 22 (3) Burgenländisches Landessicherheitsgesetz ist der Nachweis der erforderlichen Sachkunde zur Haltung eines auffälligen Hundes zu erbringen.
Die Sachkunde gilt dann als erbracht, wenn die Hundehalterin oder der Hundehalter die erfolgreiche Absolvierung der Ausbildung und die Beherrschung der Inhalte nach den §§ 2 und 3 Burgenländische Hundehaltungssachkundeverordnung durch Vorlage einer Ausbildungsbestätigung dokumentiert.

Das Halten von Hunden, deren Auffälligkeit gemäß § 22 Abs. 1 Burgenländisches Landessicherheitsgesetz festgestellt ist, ist nur mit Bewilligung durch die Gemeinde zulässig. 
Erforderlich für das Halten eines auffälligen Hundes sind:

  • Hundehalter/-in ist volljährig und entscheidungsfähig und besitzt die zum Halten des auffälligen Hundes erforderliche persönliche Eignung gemäß § 23 Burgenländisches Landessicherheitsgesetz
  • Sachkundenachweis (§ 24 Bgld. LSG)
  • Nachweis einer aufrechten Haftpflichtversicherung zur Deckung von durch den Hund verursachten Schäden mit einer Mindestdeckungssumme von 750 000 Euro

Rechtsgrundlagen

BVD Überwachungsprogramm

Durch die Novelle der BVD Verordnung, BGBl. II 92/2018, besteht nun für das Land Burgenland die Möglichkeit einer Ausnahmeregelung von der verpflichtenden BVD Kontrolluntersuchung in nicht milchliefernden Betrieben.

Die Ausnahme von der verpflichtenden Einzeltieruntersuchung gilt für ein Verbringen innerhalb des gesamten Bundesgebiets.

Beim Inverkehrbringen müssen die Rinder von einem Dokument begleitet werden, in dem die Tierhalterin/ der Tierhalter des abgebenden Betriebes bescheinigt, dass die Tiere aus einem BVD virusfreien Bestand stammen.