Bio-Strategie Burgenland: Bio-Anteil und Zertifikat „Besser essen“ schaffen neue Absatzmärkte für heimische Bio-Betriebe

Das Burgenland hat sich in den vergangenen Jahren erfolgreich als Vorreiterregion für biologische Landwirtschaft etabliert. Mit einer konsequenten Bio-Strategie, die Produktion, Vermarktung und Konsum gemeinsam betrachtet, wurde ein nachhaltiger Entwicklungspfad eingeschlagen.
Seit 2021 gilt in Kinderbildungs- und Betreuungseinrichtungen sowie Schulen bis zur 9. Schulstufe im Verpflegungsbereich ein Bio-Anteil von mindestens 50 Prozent. Bis 2025 wurde dieser Anteil auf 70 Prozent erhöht. Auch in landeseigenen Betrieben, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen werden biologische Lebensmittel gezielt eingesetzt.
Durch diese Vorgaben entsteht eine kontinuierliche Nachfrage nach regional erzeugten Bio-Lebensmitteln. Für die burgenländischen Landwirtschaftsbetriebe bedeutet dies mehr Planungssicherheit und stabile Absatzmärkte. So wird gewährleistet, dass öffentliche Mittel gezielt zur Stärkung regionaler Wertschöpfungsketten eingesetzt werden und die wirtschaftlichen Vorteile direkt den heimischen Betrieben zugutekommen.
Ein zentraler Baustein der Bio-Strategie ist die Zertifizierung „Besser essen“, die seit 2025 für Kinderbildungseinrichtungen verpflichtend ist. Die Zertifizierung stellt sicher, dass die hohen Qualitätsstandards in Kinderbildungseinrichtungen eingehalten werden. Unabhängige Kontrollstellen überprüfen die Gemeinschaftsverpflegungsbetriebe, die das Essen für die Kinderbildungseinrichtungen liefern, regelmäßig. Neben einem hohen Bio-Anteil spielt dabei auch die nachvollziehbare regionale Herkunft der Lebensmittel eine zentrale Rolle.
Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner
„Wir wollen die biologische Landwirtschaft nicht nur fördern, sondern auch langfristige wirtschaftliche Perspektiven für unsere Bäuerinnen und Bauern schaffen. Mit der Zertifizierung ‚Besser essen‘ ist es gelungen, regionale Bio-Produkte stärker in die Gemeinschaftsverpflegung zu bringen und damit verlässliche Absatzmöglichkeiten aufzubauen."
Erfolgreiche Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette
Ein wichtiger Partner bei der Umsetzung der Bio-Strategie ist die Biogenossenschaft Burgenland. Sie bündelt das Angebot regionaler Bio-Produkte, organisiert die Logistik und sorgt dafür, dass öffentliche und private Großküchen zuverlässig mit heimischen Lebensmitteln versorgt werden können.
Die erfolgreiche Vernetzung und enge Zusammenarbeit von Landwirtschaft, Verarbeitung, Logistik und Gemeinschaftsverpflegung zeigt, wie regionale Wertschöpfungsketten nachhaltig gestärkt werden können. Zahlreiche Bio-Betriebe profitieren bereits von den neuen Marktchancen.

Vom Feld bis auf den Teller
Die Bio-Strategie verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz entlang der gesamten Lebensmittelkette – vom Feld bis auf den Teller. Die Verbindung von biologischer Produktion, regionaler Vermarktung und eine qualitätsgesicherte Abnahme durch die Gemeinschaftsverpflegung trägt dazu bei, unsere Lebensgrundlagen wie Luft, Wasser, Boden und Artenvielfalt sowie unser Klima zu schützen, die regionale Wirtschaft zu stärken und gesunde Ernährung zu fördern.
Der Erfolg dieser Strategie wird auch international anerkannt: Das Burgenland wurde 2023 als „Beste Bio-Region Europas“ ausgezeichnet. Mit einem Bio-Flächenanteil von über 41 Prozent zählt das Burgenland heute zu den führenden Bio-Regionen Europas.
Dieser Ansatz macht das Burgenland zu einem Vorzeigemodell dafür, wie Landwirtschafts-, Ernährungs- und Regionalpolitik gemeinsam zu mehr Nachhaltigkeit, Wertschöpfung und Lebensqualität beitragen können.
