Young-Science-Wissenschaftswettbewerb 2026
Im Rahmen des Young-Science-Wissenschaftswettbewerbs 2026 werden zwei herausragende Abschließende Arbeiten (ABA) mit jeweils 500 Euro prämiert. Eingereicht werden konnten Arbeiten, die sich thematisch mit dem Burgenland befassen
und aus den Bereichen Geschichte, politische Bildung, Sozialwissenschaft, Volkskultur oder Wirtschaft stammen. Teilnahmeberechtigt waren Schülerinnen und Schüler aus burgenländischen berufsbildenden und allgemeinbildenden
höheren Schulen. Die eingereichten Arbeiten mussten bereits fertiggestellt, positiv bewertet und von sehr guter Qualität sein. Der Preis wird für Arbeiten aus den Schuljahren 2024/25 und 2025/26 vergeben.

PREISTRÄGERIN: Anna ZECHMEISTER
Anna Zechmeister, geboren 2006, in Eisenstadt aufgewachsen, maturierte 2025 am BG BRG BORG Eisenstadt – Gymnasium „Kurzwiese“. Ihre Arbeit wurde von Mag.a Dr.in Ute Leonhardt betreut.
JURYBEGRÜNDUNG:
Die vorgelegte Arbeit Ingenieurskunst für Rom – seine Provinz Pannonien anhand der Militärstadt Carnuntum setzt sich mit den baulichen und technischen Aspekten des römischen Thermenbaus auseinander und untersucht, inwieweit antike Innovationen bis in die Gegenwart nachwirken. Darüber hinaus wird der Frage nachgegangen, wie sich die römische Thermenkultur in den Provinzen entwickelte und welchen Einfluss geografische sowie klimatische Gegebenheiten auf die Bauweise der Thermenanlagen hatten. Damit greift die Autorin ein interdisziplinäres Thema an der Schnittstelle von Geschichte, Architektur und Technik auf und regt zur Auseinandersetzung mit historischen Entwicklungen und deren Bedeutung für die Gegenwart an.
Die Arbeit überzeugt durch eine sorgfältige wissenschaftliche Aufbereitung. Der Einsatz der Fachliteratur erfolgt nachvollziehbar und umfassend, die formale Gestaltung ist gelungen und wird durch ein zweckmäßiges Glossar sinnvoll ergänzt. Die Fragestellungen werden strukturiert bearbeitet und die Ergebnisse verständlich dargestellt.
Im Hinblick auf den regionalen Bezug ist anzumerken, dass dieser im Wesentlichen über die Einbettung Carnuntums in den pannonischen Raum hergestellt wird.
Insgesamt stellt die Arbeit eine engagierte wissenschaftliche Leistung dar, die historisches und technisches Wissen miteinander verbindet und die Zielsetzung des Young-Science-Wissenschaftswettbewerbs unterstützt, junge Menschen für wissenschaftliches Arbeiten zu begeistern und Forschungsleistungen mit regionalem Bezug sichtbar zu machen.
Fotonachweis: Anna Zechmeister

PREISTRÄGER: Valentino PRIBER
Valentino Priber, geboren 2008, in Lackendorf aufgewachsen, maturierte 2026 am BG BRG BORG Oberpullendorf – Gymnasium „Franz Liszt“. Seine Arbeit wurde von Mag.a Sonja Melchart-Ledl betreut.
JURYBEGRÜNDUNG:
Besonders hervorzuheben ist in der vorliegenden Abschließenden Arbeit Die Landesgalerie Burgenland – Entwicklung eines Ortes der Bildenden Kunst im Burgenland von 1972 bis heute die fundierte wissenschaftliche Methodik. Der Autor arbeitet mit einer breiten und sorgfältig ausgewählten Quellenbasis, setzt diese kritisch und nachvollziehbar ein und überzeugt durch einen klar strukturierten Aufbau, eine gelungene historische Kontextualisierung sowie eine präzise Zitation. Durch die Einbeziehung von Interviews werden die historischen Erkenntnisse sinnvoll um eine aktuelle Perspektive und einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung ergänzt. Die im Anhang enthaltene chronologische Dokumentation sämtlicher Ausstellungen stellt darüber hinaus eine wertvolle Forschungsgrundlage dar.
Mit der umfassenden Aufarbeitung der Geschichte der Landesgalerie Burgenland wird eine bislang bestehende Forschungslücke geschlossen. Die Arbeit leistet damit einen wichtigen Beitrag zur wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der burgenländischen Kunst- und Kulturgeschichte und stärkt die regionale Landesforschung nachhaltig. Sie regt zur kritischen Reflexion über die Entwicklung und Bedeutung der Landesgalerie als zentraler Ort der Bildenden Kunst im Burgenland an und macht ein bislang nur unzureichend aufgearbeitetes Themenfeld wissenschaftlich sichtbar.
Insgesamt zeichnet sich die Arbeit durch ein hohes Maß an wissenschaftlicher Sorgfalt, Eigenständigkeit und Forschungsengagement aus. Sie erfüllt damit die Zielsetzung des Young-Science-Wissenschaftswettbewerbs, junge wissenschaftliche Talente zu fördern, innovative Forschungsleistungen mit Burgenland-Bezug sichtbar zu machen und forschungsbasiertes Arbeiten im regionalen Kontext zu stärken.
Fotonachweis: Valentino Priber
