Wettbewerb für zeitgenössische Bildende Kunst 2025
Seit 2002 werden im Bereich der Bildenden Kunst regelmäßig Wettbewerbe in unterschiedlichen Formaten und Sparten ausgeschrieben. Im Jahr 2025 ging der mit 5.000 Euro dotierte Preis für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der zeitgenössischen Bildenden Kunst an Bettina Beranek.

PREISTRÄGERIN: Mag.a Bettina BERANEK
Bettina Beranek, 1968 geboren, ist eine bildende Künstlerin, die an der Universität für angewandte Kunst in Wien und an der Kunstakademie Düsseldorf Malerei studierte. Sie schloss ihr Studium 2005 ab und ist seither mit ihren Werken in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland vertreten. Beranek lebt und arbeitet in Deutschkreutz. Ihre Werke finden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen.
Beranek arbeitet in Serien, in denen sie unterschiedliche Fragestellungen unseres Sehvorgangs beleuchtet und durch ihre Malerei sichtbar macht. Beispielsweise: Wie kommen die Bilder von unseren Augen in unsere Köpfe? Wie funktioniert peripheres und zentrales Sehen? Was sehen wir bei geschlossenen Augen? Wie hat die Fotografie unser Sehen verändert? Je mehr ich mich mit diesem Thema befasse, umso mehr Fragen tauchen auf, so Bettina Beranek.
Immer wieder arbeitet Beranek in ihren Malereien mit Schärfe und Unschärfe, mit analogen versus digitalen Bildelementen und fordert die Betrachtenden auf, ihr Sehen zu hinterfragen. So bilden z.B. in der Serie „Schichtwechsel“ gemalte Selbstporträts von bekannten und weniger bekannten Künstlerinnen den Ausgangspunkt. Beranek malt verschwommene Bilder, die durch bunte, kleine Quadrate überlagert werden, wie man sie etwa von digitalen Bildstörungen her kennt. Gleichzeitig thematisiert die Künstlerin damit aber auch das Marginalisieren und Ausradieren weiblicher Autorenschaft.
ARTIST STATEMENT:
Zentrale Aspekte meiner Arbeiten sind feministische Fragestellungen sowie die Auseinandersetzung mit der visuellen Wahrnehmung und deren Dekonstruktion.
JURYBEGRÜNDUNG:
Bettina Beranek spielt die räumliche Wahrnehmung in verschiedenen Facetten durch: Vordergrund – Hintergrund, Trompe l´oeil-Malerei, Cut-outs und Bildstörungen. Auch die Lenkung des Blickes auf etwas, was sich farblich in einem Wasserglas abspielt. Wunderbar auch „Cut“ oder „Tape“. Hier überzeugt das konsequente Ausarbeiten der verschiedenen Annäherungsweisen an das konzeptuelle Thema „räumliche Wahrnehmung“ und deren künstlerische Umsetzung mittels Malerei, Fototransferdruck und Enkaustik, Druckgrafik, Collage etc.
Fotonachweis: Robert Davis
