Literaturwettbewerb 2026

Das Land Burgenland vergibt seit 1993 Literaturpreise, seit 2004 alternierend für ein abgeschlossenes bzw. für ein in Arbeit befindliches Werk in Form eines Stipendiums. Seither wurden 17 Autorinnen und 13 Autoren ausgezeichnet. 2026 entschied die Jury, den mit 5.000 Euro dotieren Preis für ein Stipendium zu splitten und an Elke Steiner und David Hoffmann zu vergeben.

 

PREISTRÄGERIN: Elke STEINER

Elke Steiner, geboren 1969, lebt und arbeitet als Autorin und Schreibpädagogin im Burgenland und in Wien. Ihre wirtschaftliche Ausbildung führte sie zu Anstellun­gen in Wien, London und Südafrika, längere Zeit war sie im internationalen Papier­handel tätig.

Sie ist Mitglied der Grazer Autorinnen Autorenversammlung (GAV), im Litera­turkreis Podium und beim Berufsverband Österreichischer Schreibpädagog:in­nen. Sie moderiert und konzipiert Literaturveranstaltungen und leitet Schreib­werkstätten für Jugendliche und Erwachsene.

Für ihre Werke erhielt sie bereits mehrere Preise und Stipendien, zuletzt den Jury­preis beim Textfunken-Literaturwettbewerb des ORF Burgenland 2022. Zahlrei­che Veröffentlichungen von Lyrik und Prosa findet man in Literaturzeitschriften, im Hörfunk und in Anthologien. Ihre beiden Romane Über das Licht gedreht und Die Frau im Atelier erschienen 2018 und 2021 in der edition keiper, ihr Lyrik-Krimi hast dein Federkleid gelöscht wurde 2024 in der edition lex liszt 12 veröffentlicht.

JURYBEGRÜNDUNG:

Elke Steiner spricht in ihrem Roman Philippi nicht nur die schwierige Beziehung von Antonia und ihrer Mutter, sondern auch die aktuellen gesellschaftspolitischen Zustände in Südafrika, mittels atmosphärisch aufgeladener, konziser gebauter Szenen an.

Geheimnis, Entfremdung oder Schrecken im privaten wie im öffentlichen Raum werden durch die mitunter knisternde Wahrnehmungsweise, die dem Text inhä­rent ist, erfahrbar gemacht.

Ich fühlte mich fremd und nirgendwo zugehörig und gleichzeitig kroch das Be­wusstsein für diese eine einzige Kategorie in mir hoch, der ich hier in Kapstadt unmissverständlich und von allen mit einem einzigen Blick zugeordnet werden konnte: Weiß. (Auszug aus dem Konzept)

Fotonachweis: Alain Barbero

 

PREISTRÄGER: David HOFFMANN MA

David Hoffmann, geboren 1985 in Oberwart, wuchs in Österreich und Ungarn auf. Er studierte Philosophie an der Universität Wien. Derzeit lebt er als Autor in Wien, schreibt sowohl Lyrik als auch Prosa und produziert eigene Kurzhörstücke. Seit 2014 veröffentlicht er in Magazinen und Anthologien. Von Zeit zu Zeit übersetzt er aus dem Ungarischen. Seit 2021 ist David Hoffmann Mitglied der Grazer Autorinnen Autorenversammlung (GAV), als solcher Regionaldelegierter für das Burgenland.

Er arbeitete als Redakteur und Mitherausgeber der Fachzeitschrift SYN, Magazin für Theater-, Film- und Medienwissenschaften, war von 2016 bis 2017 Miterfinder und Kurator der interdisziplinären Lesereihe dichtung//s//ring im ehemaligen Kunstraum mo.ë. Er ist Texter und Falsett-Sänger der Poesiepunkband Smashed To Pieces und Küchendichter der Lyrik-Kochshow Kleines Kesselkochbuch – edition Gulasch.

2022 erhielt er den Lyrikpreis des Verlags edition exil und ist seither Mitglied der exil-schreibwerkstätten. 2025 erschien sein Lyrikdebüt einüben ins Aussterben bei der edition exil, wofür er mit der Buchprämie des BMWKMS ausgezeichnet wurde.

JURYBEGRÜNDUNG:

David Hoffmanns Roman mit dem bezeichnenden Titel Außenerde behandelt ebenso authentisch wie stimmungsvoll sowohl ein Stück Familiengeschichte, die sich im Spannungsfeld der österreichisch-ungarischen Geschichte findet, als auch Sprachkultur oder Alltagsästhetik diesseits und jenseits der Grenze. Trotz der Unumkehrbarkeit des historischen Verlaufs öffnet Hoffmann auch gekonnt den Raum für Lakonisches.

Hajnal ließ das Lenkrad los, draußen fuhr ein Wagen vor. Ein Csárdás, ein Kinder­lied, ein ungarisches Chanson. Dann stieg sie aus dem Auto, legte sich auf den heißen Asphalt in der Pusztasonne und blickte in den Himmel. (Auszug aus dem Konzept)

Fotonachweis: Apollonia Theresa Bitzan