Großes Kunststipendium in der Sparte Bildende Kunst 2026

2024 schrieb das Land Burgenland erstmals das mit 12.000 Euro dotierte Große Kunststipendium in der Sparte Bildende Kunst aus. Damit soll es Künstlerinnen und Künstlern erleichtert werden, die gesamte Vorbereitungs-, Konzeptualisierungs- und Realisierungsphase eines künstlerischen Projektes zu durchlaufen.

 

PREISTRÄGERIN: MMag.a Manuela PICALLO GIL

Die österreichisch-spanische freischaffende Kunst- und Kulturarbeiterin, geboren 1985, arbeitet transdisziplinär und lebt in Wien und im Burgenland. Ihre Ausdrucks­formen reichen von Zeichnungen, Malereien, Soundinstallationen bis zu partizipativen Formaten. Sie befragt soziale Ausgrenzung, Erinnerung und Identität anhand persönlicher und kollektiver Narrativen. Ausgehend von ihrem biografischen Kontext reflektiert sie über Sprache, Migration, Medien, Geschlechtervielfalt und Arbeit im Spannungsfeld von Land und Stadt. Sie ist Teil des Kollektivs CRAFT und Mitglied der VBKÖ – Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs. Ihre Arbeiten wurden in Kunsträumen und im öffentlichen Raum national sowie international präsentiert.

ARTIST STATEMENT:

Im Fokus meiner künstlerischen Praxis steht das Spannungsfeld zwischen Machtver­hältnissen und impliziten sozialen wie sprachlichen Marginalisierungen – verbunden mit einer kritischen Reflexion der eigenen Verstrickung in diese Strukturen. Als Archäologin meiner Biografie lege ich Spuren vergangener Ereignisse frei, um ihre Wirkung auf die Gegenwart sichtbar zu machen, wobei besondere Aufmerksamkeit der sozialen Aus­handlung der Peripherie-Zentrum-Beziehung gilt.

JURYBEGRÜNDUNG:

Das Große Kunststipendium 2026 in der Sparte Bildende Kunst wird Manuela Picallo Gil für ihr Projekt Mišane Staze. Polyphone Landschaft zuerkannt. Manuela Picallo Gil ist eine interdisziplinär arbeitende Künstlerin, die sich inhaltlich wie formal stringent mit Erinnerung und Identität, mit Migration und kultureller Viel­stimmigkeit auseinandersetzt.

Mišane Staze nimmt unmittelbar auf die kulturelle Vielfalt des Burgenlands und seiner Nachbarregionen Bezug. Mit sechs lebensgroßen textilen Figuren – im Dialog mit Musik und Performances – findet die Künstlerin eine überzeugende ästhetische Sprache, um über individuelle und kollektive Geschichten sowie unter­schiedliche kulturelle Traditionen zu erzählen und so die vielschichtige, „poly­phone“ Identität der Region erfahrbar zu machen.

Fotonachweis: Daniela Fiala