Eisenstadt wurde zum Treffpunkt für aktive Mobilität
Beim ersten gemeinsamen Rad- und Fußverkehrsgipfel standen nachhaltige Mobilität, sichere Wege und neue Lösungen für Städte und Gemeinden im Mittelpunkt.
Eisenstadt stand drei Tage lang im Zeichen der aktiven Mobilität: vom 9. bis 11. September 2026 fanden in der Landeshauptstadt erstmals der 17. Österreichische Radgipfel und der 2. Österreichische Fußverkehrsgipfel gemeinsam
statt.
Damit wurden Radfahren und Zufußgehen erstmals in einer gemeinsamen Fachveranstaltung zusammengeführt. Unter dem Motto „Aktive Mobilität verbindet“ trafen sich mehr als 550 Fachleute aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft sowie internationale Expertinnen und Experten.
Mobilitätwurde neu gedacht
Im Mittelpunkt des dreitägigen Gipfels stand die Frage, wie Radfahren und Zufußgehen künftig noch stärker in den Alltag integriert werden können.
Diskutiert wurden aktuelle Entwicklungen, erfolgreiche Projekte und konkrete Möglichkeiten, die aktive Mobilität in Städten, Gemeinden und Regionen weiter auszubauen. Dabei wurde deutlich, dass es nicht allein um neue Radwege oder Gehsteige geht.
Auch Verkehrssicherheit, Klimaschutz, Gesundheit, Lebensqualität und die Gestaltung öffentlicher Räume spielen eine wichtige Rolle. Ziel war es, Erfahrungen auszutauschen und neue Impulse für eine nachhaltige und zukunftsfähige Mobilität
zugeben.
Burgenland als Vorreiter ausgezeichnet
Ein besonderer Höhepunkt war die Verleihung der Klimaschutz und Mobilitätsauszeichnungen. Das Burgenland erhielt für seinen Masterplan „Burgenland zu Fuß“ und dessen Umsetzung den Sonderpreis „Pionier im Fußverkehr“. Mit Schulstraßen, sicheren Schulumfeldern, Fußverkehrskonzepten, Beratungsangeboten und Bewusstseinskampagnen soll das Zufußgehen im Alltag stärker verankert werden. Auch für den Radverkehr wurden im Burgenland bereits zahlreiche Maßnahmen umgesetzt. Mehrere Gemeinden wurden für ihren Einsatz beim Ausbau der Radinfrastruktur ausgezeichnet. Damit wurde der Stellenwert unterstrichen, den sichere und gut ausgebaute Wege für die Mobilitätsentwicklung inzwischen haben.
Gemeinden spielen eine zentrale Rolle
Ein wesentlicher Punkt des Gipfels war die Bedeutung der Gemeinden. Die Mobilitätswende entscheidet sich nicht nur auf Bundes- oder Landesebene, sondern vor allem dort, wo Menschen täglich unterwegs sind. Gemeinden schaffen mit Radwegen, sicheren Gehwegen, Verkehrsberuhigungen und geeigneten Verbindungen die Voraussetzungen dafür, dass kurze Wege tatsächlich ohne Auto zurückgelegt werden können. Gerade bei Kindern und Jugendlichen kommt sicheren Wegen eine besondere Bedeutung zu. Schulstraßen, sichere Schulumfelder und gut ausgebaute Verbindungen können dazu beitragen, dass der Weg zu Schule und Freizeit häufiger zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt wird. Gleichzeitig profitieren Städte und Gemeinden von weniger Autoverkehr und einer höheren Aufenthaltsqualität.
Bewegung,Gesundheit und Klimaschutz
Radfahren und Zufuß gehen wurden beim Gipfel nicht ausschließlich als Verkehrsthemen betrachtet. Auch gesundheitliche und gesellschaftliche Aspekte standen im Mittelpunkt.Wer Alltagswege zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegt, bewegt sich regelmäßig und kann damit Bewegung stärker in den Tagesablauf integrieren. Gleichzeitig leisten aktive Verkehrsformen einen Beitrag zum Klimaschutz und können die Lebensqualität in Städten und Gemeinden verbessern.
Österreich verfolgt deshalb das Ziel, den Anteil des Fußverkehrs auf 20 Prozent und jenen des Radverkehrs auf 14 Prozent zu erhöhen. Damit soll künftig rund ein Drittel der Wege aktiv, also zu Fuß oder mit dem Fahrrad, zurückgelegt werden.
Rad- und Fußparade setzte sichtbares Zeichen
Neben den Fachveranstaltungen gab es auch ein öffentlich sichtbares Zeichen für die aktive Mobilität. Im Rahmen des Gipfels fand in Eisenstadt eine gemeinsame Rad- und Fußparade statt. Sie machte deutlich, dass nachhaltige Mobilität nicht nur ein Thema für Fachleute und Verkehrsplaner ist, sondern den Alltag der Bevölkerung unmittelbar betrifft.
Darüber hinaus bot das Programm Fachvorträge, Diskussionen und Exkursionen. Themen waren unter anderem der Ausbau der Radinfrastruktur, Radverkehrsplanung, Radtourismus, Mobilitätsverhalten sowie ForschungundInnovation. Auch Projekte aus der Praxis wurden vorgestellt und Erfahrungen zwischen Gemeinden und Fachleuten ausgetauscht.Der erste gemeinsame Rad- und Fußverkehrsgipfel in Eisenstadt zeigte, dass Radfahren und Zufußgehen zunehmend gemeinsam gedacht werden. Beide Bereiche sind wichtige Bestandteile einer nachhaltigen Mobilität und können gemeinsam mit dem öffentlichen Verkehr dazu beitragen, Städte und Gemeinden lebenswerter zu gestalten.
Mit mehr als 550 Fachleuten aus dem In- und Ausland wurde Eisenstadt in der vergangenen Woche damit zu einem wichtigen Treffpunkt für die Zukunft der aktiven Mobilität.
Die Auszeichnung des Burgenlandes als „Pionier im Fußverkehr“ und die zahlreichen vorgestellten Projekte machten zugleich deutlich, dass im Land bereits wichtige Schritte gesetzt wurden und der Ausbau sicherer und attraktiver Wege weiter gehen soll.
