Land Burgenland investiert nachhaltig in Jahrhundertprojekte
In Pinkafeld, Stoob und Oberwart sind neue Räume für Bildung,Ausbildung, Forschung und gesellschaftliches Miteinander entstanden.
Was vor kurzem noch Baustelle, Sanierung oder Umbau war, ist heute bereits Teil der burgenländischen Infrastruktur.
In Pinkafeld verbindet der neue Campus der Hochschule Burgenland Lehre, Forschung und innovative Energietechnik und setzt damit besondere Maßstäbe.
In Stoob bietet der Ceramico Campus als Zentrum für Keramik, Ausbildung und zukunftsorientierte Entwicklung wichtige Perspektiven für die Region. In Oberwart ist mit dem Haus der Volksgruppen ein moderner Ort für Begegnung, Kultur und
Gemeinschaft entstanden.
Drei Standorte, unterschiedliche Aufgaben und jeweils ein Projekt mit besonderer Bedeutung für Bildung, Kultur, Regionalentwicklung und die Zukunft des Burgenlandes.
Pinkafeld: Neuer Campus für Studium und Forschung
In Pinkafeld wurde am 8. Oktober der neue Campus der Hochschule Burgenland im Rahmen eines Festakts eröffnet. Auf rund 15.000 Quadratmetern vereint der in dreieinhalb Jahren errichtete Campus Lehre, Forschung und verschiedene Einrichtungen unter einem Dach. Der Neubau wurde von der Landesimmobilien Burgenland (LIB) errichtet und vom Land Burgenland finanziert. Neben der Hochschule Burgenland finden dort auch Einrichtungen der Gesundheit Burgenland, die Mensa der Gästehäuser und Küchen Burgenland sowie die neue Stadtbibliothek Pinkafeld Platz.
Besonderes Augenmerk wurde auf eine nachhaltige und energieeffiziente Versorgung gelegt. Der Campus gewinnt seine Energie aus dem Boden und vom Dach und erzeugt über das Jahr gerechnet mehr Energie, als er verbraucht. 183 Tiefensonden machen die Anlage zum größten Geothermieprojekt im Burgenland.Sie dienen im Winter zum Heizen und im Sommer zum Kühlen. Auf einen Gas-,Öl oder Fernwärmeanschluss kann damit verzichtet werden. Ergänzt wird die Geothermie durch eine Photovoltaikanlage. Die Kombination aus Geothermie und Photovoltaik spart jährlich rund 70 Tonnen CO¸ ein. Auch bei der technischen Steuerung setzt der Campus auf umfassendes Monitoring. Mehr als 1.200 Messsonden erfassen laufend die Vorgänge im Gebäude. Bereits vor der Errichtung wurden die technischen Systeme dynamisch simuliert und auf den tatsächlichen Bedarf abgestimmt. Die laufende Überwachung ermöglicht es, die Anlagen im Betrieb kontinuierlich nachzujustieren und die berechneten Werte einzuhalten. Damit zählt die Technikanlage zu den modernsten ihrer Art in Österreich.
Der Campus wurde bereits vor fünf Jahren geplant und erfüllt die heutigen Anforderungen an Energieeffizienz und Klimaschutz. Die gewählte Bau- und Energietechnik trägt auch langfristig zur Wirtschaftlichkeit des Projekts bei. Über einen Zeitraum von 30 Jahren können dadurch zudem sechsstellige Beträge an CO¸-Abgaben eingespartwerden. Der Hochschulstandort ist zugleich Teil des Lehr- und Forschungsangebots. Die technische Anlage soll künftig auch für wissenschaftliche Arbeiten genutzt werden. Studierende können sich im Rahmen von Master- und Doktorarbeiten mit der am Campus eingesetzten Energie- und Umwelttechnik auseinandersetzen und damit direkt an der technischen Infrastruktur ihres eigenen Hochschulstandorts forschen.
Stoob: Tradition trifft Zukunft
Auch in Stoob wurde bereits ein wichtiger Meilenstein erreicht: Am 4.Oktober 2026 erfolgte die Eröffnung des neuen Ceramico Campus. Herzstück des neuen Ausbildungszentrums ist die Keramikfachschule, die einzige ihrer Art in Österreich. Rund 200 Schülerinnen und Schüler können jetzt in Stoob Keramik, Ofenbau sowie Platten- und Fliesenlegen von Grund auf erlernen. Gemeinsam mit modernen Werkstätten und dem bereits 2023 eröffneten Internat ist ein zeitgemäßer Ausbildungsstandort entstanden, an dem traditionelles Handwerk mit neuen Technologien, Forschung und Entwicklung verbunden ist. Die Ausbildung richtet sich damit nicht nur auf die Weitergabe handwerklicher Fertigkeiten, sondern auch auf die Anforderungen eines modernen Berufslebens. Auch beim Neubau spielte Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle. Der Campus verfügt über eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 432 kWp. Sie versorgt den Standort mit Energie und soll jährlich rund eine Tonne CO¸ einsparen. Damit hat am 4. Oktober ein neues Kapitel für einen traditionsreichen Ausbildungsstandort zwischen Handwerkskunst, Innovation und Zukunft begonnen.
Oberwart: Volksgruppen-Jahrhundertprojekt
Auch in Oberwart ist mit dem Haus der Volksgruppen ein in dieser Form einzigartiges Infrastrukturprojekt entstanden, das der kulturellen Vielfalt und dem Miteinander im Burgenland einen gemeinsamen Ort gibt. Das aus dem ehemaligen städtischen Internat hervorgegangene Gebäude wurde durch umfassende Sanierungs- und Ausbaumaßnahmen zu einem modernen Zentrum für die burgenländischen Volksgruppen umgestaltet und fertiggestellt. Am 26. September 2026, dem
Tag der Sprachen, wurde das Leuchtturmprojekt offiziell eröffnet. Bereits im April war der Standort nach der Schlüsselübergabe an die Nutzerorganisationen in den Probebetrieb gestartet.
Auf rund 6.000 Quadratmetern haben nun mehrere Einrichtungen der burgenländischen Volksgruppen Platz.Dazu gehören der Kroatische Kulturverein im Burgenland, der Burgenländisch-Ungarische Kulturverein, das Roma-Service, die Roma Volkshochschule Burgenland, die Volkshochschule der Burgenländischen Ungarn und das Mehrsprachige Offene Radio MORA.
Standort multifunktional genutzt
Neben den Räumlichkeiten der Volksgruppenorganisationen gibt es Seminar- und Gemeinschaftsräume, eine Bibliothek, einen Schnitt- und Proberaum sowie einen Veranstaltungssaal. Das Haus steht auch für Veranstaltungen, Schulungen, Workshops und Begegnungen offen. Der Standort wird darüber hinaus multifunktional genutzt. Ein Beherbergungsbereich mit 28 Zimmern, ein Küchenbetrieb und 20 Starterwohnungen ergänzen das Angebot.
