Mobilitätswende rollt voran
Neue Ladeinfrastruktur und elektrische Busse bringen den öffentlichen Verkehr vor allem im Mittel- und Südburgenland auf leisen Kurs.
Die Verkehrsbetriebe Burgenland (VBB) bauen die elektrische Mobilität im öffentlichen Verkehr weiter aus. Landesweit wurden zuletzt 20 neue Ladesäulen für Busse errichtet. Sie verteilen sich auf zehn Standorte und verfügen jeweils über zwei Ladepunkte. Insgesamt betreibt die VBB damit rund 60 Ladepunkte.
Laden während der Fahrpausen
Von den neu errichteten Ladepunkten arbeiten 13 mit Gleichstrom (DC) und sieben mit Wechselstrom (AC). Die DC Systeme leisten 160 Kilowatt beziehungsweise zweimal 80 Kilowatt, die AC-Ladepunkte jeweils 22 Kilowatt. Sie werden unter anderem für die Vorkonditionierung kleinerer Busse und für BAST-Fahrzeuge eingesetzt. Auch tagsüber können die Busse während ihrer Fahrpausen geladen werden. Damit soll gewährleistet werden, dass sie ihre Linien den ganzen Tag bedienen können.
Neun E-Busse im Einsatz
Parallel zur Ladeinfrastruktur wächst auch die elektrische Busflotte. Insgesamt sind inzwischen neun rein elektrisch angetriebene Linienbusse unterwegs. Nach einem Pilotprojekt mit einem E-Bus in Parndorf wurden fünf Zubringerlinien im Mittel- und Südburgenland auf elektrische Fahrzeuge umgestellt. Die Busse verbinden Gemeinden und Dörfer mit den Knotenpunkten der VBB-Hauptachsen.
Strom aus Sonne und Wind
Geladen werden die E-Busse mit Wind- und Sonnenstrom aus dem Burgenland. Die Elektrifizierung konzentriert sich zunächst auf Stadt- und Zubringerverkehre, bei denen die Fahrzeuge regelmäßig an Ladepunkten nachladen können.
Zwei Busmodelle für unterschiedliche Strecken
Zum Einsatz kommen unterschiedliche Fahrzeugtypen. Der zwölf Meter lange e-Citaro bietet 36 Sitz- und 41 Stehplätze und erreicht eine Reichweite von bis zu 300 Kilometern. Während einer rund 20-minütigen Fahrpause kann der Ladezustand laut VBB von 50 auf 80 Prozent erhöht werden.
Daneben fährt ein kompakter K-Bus mit 20 Sitz- und 15 Stehplätzen.
Auch dieses Fahrzeug ist barrierefrei und kann innerhalb von etwa 30 Minuten von 50 auf 80 Prozent geladen werden.
Busse werden automatisch vorbereitet
Die Vollladung über Nacht und die Vorkonditionierung der Fahrzeuge werden zentral über die Dispositionssoftware der VBB gesteuert. Dadurch können die Busse je nach Bedarf bereits klimatisiert in ihren Linienumlauf starten.
VBB: Planung und Betrieb der Ladeinfrastruktur
Die Verkehrsbetriebe haben die Planung und Umsetzung der Ladeinfrastruktur federführend selbst übernommen. Unterstützt wurden sie von der Burgenland Energie und den Landesimmobilien Burgenland. Auch die Administration der selbst errichteten Ladeeinrichtungen liegt bei der VBB.
Projekt auch von EU-gefördert
DieGesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund 5,7 Millionen Euro. Ein großer Teil davon konnte über Förderungen, etwa seitens der EU, finanziert werden.
Die Mehrkosten der E-Busse gegenüber konventionell angetriebenen Fahrzeugen wurden mit rund 80 Prozent gefördert, die Errichtung der Ladeinfrastruktur mit 40 Prozent.
Nächster Schritt: elektrische Regionallinien
Die Elektrifizierung soll künftig über den Zubringerverkehr hinausgehen.
Die VBB rechnet damit, dass europäische Bushersteller 2027 erste praktikable Modelle für den Regional- und Fernverkehr anbieten.
Sobald geeignete Fahrzeuge verfügbar sind, sind Pilotprojekte geplant.
Ab 2028 könnten nach derzeitiger Planung erste Regionallinien vollständig elektrisch betrieben werden.
Auszeichnung mit VCÖ-Mobilitätspreis
Für die schrittweise Umstellung der Dieselbusflotte auf Elektrobusse wurden die Verkehrsbetriebe Burgenland kürzlich auch mit dem VCÖ- Mobilitätspreis Burgenland ausgezeichnet.
Erst 2025 haben die VBB für den flächendeckend Ausbau des öffentlichen Verkehrs mit neuen Buslinien und der Einführung des Burgenländischen Anrufsammeltaxis (BAST) den Hauptpreis bei der VCÖ-Verleihung erhalten.
Für den Verkehrslandesrat sind diese Auszeichnungen eine Bestätigung für den Kurs, den das Land eingeschlagen hat.
