Mit einem hemdsärmeligen Arbeitseinsatz entlang der Leitha fiel heute der Startschuss für insgesamt fünf Neophyten-Aktionstage im Burgenland, bestehend aus drei Pflege-Aktionen und zwei öffentlichen Vorträgen. Beim Auftakt in Bruckneudorf waren auch der örtliche Verschönerungsverein sowie viele engagierte Helferinnen und Helfer dabei. Auch Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner packte mit an und unterstrich die Bedeutung gemeinsamer Anstrengungen im Kampf gegen invasive Pflanzenarten: „Neophyten setzen unsere heimischen Ökosysteme massiv unter Druck. Umso wichtiger ist es, dass wir nicht nur Strategien entwickeln, sondern auch konkret ins Tun kommen – gemeinsam mit Expertinnen und Experten, Gemeinden und engagierten Freiwilligen.“ Beim Aktionstag wurde insbesondere der Japanische Staudenknöterich bekämpft, der sich entlang von Fließgewässern stark ausbreitet und durch sein dichtes Wachstum heimische Pflanzen verdrängt. „Da sieht man einfach, wie wichtig es ist, dass wir wirklich dranbleiben und gemeinsam anpacken – und nebenbei schaffen wir auch Bewusstsein für das Thema“, so Haider-Wallner.
Im Fokus des Aktionstages in Bruckneudorf stand die Entfernung von Beständen des Japanischen Staudenknöterichs entlang der Leitha. Die Pflanzen wurden mit speziellen Geräten gemäht und fachgerecht abtransportiert, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Der Staudenknöterich stellt besonders an Gewässern ein Problem dar: Durch sein rasches Wachstum bildet er dichte, monodominante Bestände, die die heimische Vegetation verdrängen und die Stabilität von Uferbereichen beeinträchtigen können. Im Winter fehlt dann der schützende Bewuchs, was die Erosionsgefahr erhöht.
„Für die Pflege-Aktionen wählen wir bewusst Arten aus, bei denen die Bekämpfung gut durchführbar ist und rasch sichtbare Ergebnisse bringt. Bei den drei Aktionstagen konzentrieren wir uns auf das Drüsige Springkraut, den Japanischen Staudenknöterich und die Kanadische Goldrute“, erklärt Hermann Frühstück, Landesleiter der burgenländischen Naturschutzorgane.
Umfassendes Neophytenmanagement im Burgenland
Die Neophyten-Aktionstage sind Teil der landesweiten „Neophyten-Offensive Burgenland“, die vom Verein der Burgenländischen Naturschutzorgane (VBNO) umgesetzt und vom Land Burgenland mit rund 45.000 Euro finanziert wird. Ziel des Projekts ist es, die Grundlage für ein umfassendes Neophytenmanagement im Burgenland zu schaffen.
Seit Ende 2025 bis Sommer 2026 werden dazu neben den Aktionstagen auch Fachworkshops, Schulungen sowie Informations- und Vernetzungsmaßnahmen durchgeführt. Im Mittelpunkt stehen dabei der Wissenstransfer, die Sammlung von Best-Practice-Beispielen und der Aufbau eines breiten Netzwerks aus Fachleuten, um Gemeinden und engagierte Bürgerinnen und Bürgern bei der Bekämpfung erfolgreich zu unterstützen.
„Mit der Neophyten-Offensive bündeln wir Wissen und Engagement im ganzen Land. Wir schaffen damit die Basis, um invasive Arten langfristig und wirksam einzudämmen und unsere heimische Biodiversität zu schützen“, betont Haider-Wallner.
Nach dem Auftakt in Bruckneudorf folgen zwei weitere Pflege-Aktionen: am 12. Juni 2026 in Loipersbach sowie am 13. Juni 2026 in Oberwart. Ergänzt werden diese durch einen öffentlichen Online-Vortrag der Naturakademie Burgenland (“Neophyten-Offensive”) am 20. Mai 2026 und einen Vortrag im Rahmen des Gemeinde-Dialogs für die 171 Umweltgemeinderät:innen im Frühsommer 2026.
Gemeinsam für den Schutz der Biodiversität
Die Neophyten-Offensive verfolgt das Ziel, nicht nur kurzfristige Maßnahmen zu setzen, sondern langfristig tragfähige Strukturen aufzubauen. Dazu zählt insbesondere die stärkere Einbindung der Naturschutzorgane sowie der Aufbau eines flächendeckenden Netzwerks auf Gemeindeebene.
Die Erkenntnisse aus dem laufenden Projekt sollen in ein weiterführendes Vertiefungsprojekt einfließen, das ab der zweiten Jahreshälfte 2026 starten soll. Dieses wird die landesweite Informationsarbeit und die praktische Unterstützung bei der Neophytenbekämpfung weiter ausbauen. „Invasive Arten gehören zu den größten Herausforderungen für den Natur- und Landschaftsschutz. Deshalb ist es entscheidend, jetzt konsequent zu handeln und gemeinsam nachhaltige Lösungen zu entwickeln“, so Haider-Wallner abschließend.
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Neophyten-Aktionstag Bruckneudorf 1 Neophyten-Aktionstag Bruckneudorf 2
Neophyten-Aktionstag Bruckneudorf 3 Neophyten-Aktionstag Bruckneudorf 4
Neophyten-Aktionstag Bruckneudorf 5
Bildtext Neophyten-Aktionstag Bruckneudorf 1: Bei der Pflegeaktion in Bruckneudorf (v.l.): Vizebürgermeister Gerold Eder, Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner, Bernhard Schütz, Leiter der Bezirksgruppe Neusiedl am See des Vereins Naturschutzorgane Burgenland, Bürgermeister Gerhard Dreiszker, Landesleiter Naturschutzorgane Burgenland Mag. Hermann Frühstück, Johann Steiner (Naturschutzorgan), Ernst Karner (Naturschutzorgan), Hans Peter Samwald (Naturschutzorgan)
Bildtext Neophyten-Aktionstag Bruckneudorf 2: Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner im Gespräch mit Bernhard Schütz, Leiter der Bezirksgruppe Neusiedl am See des Vereins Naturschutzorgane Burgenland, und dem ehemaligen Bruckneudorfer Bürgermeister Franz Schmitzhofer
Bildtext Neophyten-Aktionstag Bruckneudorf 3, 4, 5: Bei der Entfernung von Beständen des Japanischen Staudenknöterichs entlang der Leitha in Bruckneudorf
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Bruckneudorf, 24. April 2026
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