Hohe Energiekosten durch ineffiziente Wohnverhältnisse und die allgemeine Teuerung stellen viele Haushalte vor große Herausforderungen. Um Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen gezielt zu unterstützen, informierten das Land Burgenland, die Caritas Burgenland und die Volkshilfe Burgenland in einer gemeinsamen Pressekonferenz über konkrete Hilfe, Beratungen und Fördermöglichkeiten zur Senkung von Energiekosten. Im Mittelpunkt stehen niederschwellige, kostenlose Angebote, die direkt im Alltag entlasten: von Energieberatung über den Austausch ineffizienter Geräte bis hin zu finanziellen Unterstützungen bei Heizkosten. „Viele Menschen wissen nicht, welche Unterstützungsmöglichkeiten es gibt oder scheuen den Aufwand“, betonte Landeshauptmann-Stellvertreterin und Energie-Landesrätin Anja Haider-Wallner. „Unser Ziel ist es, Angebote einfach zugänglich zu machen und sicherzustellen, dass Hilfe dort ankommt, wo sie gebraucht wird.“ Sozial-Landesrat Leonhard Schneemann ergänzte: „Das Burgenland hat die geringste Armutsgefährdung in ganz Österreich – und das ist kein Zufall. Mit dem Wärmepreisdeckel, Gratis-Kinderbetreuung, kostenloser Nachhilfe und einem fairen Mindestlohn setzen wir auf strukturelle Entlastung statt kurzfristiger Einmalhilfen. So verhindern wir, dass Armut zur Energiearmut wird – und sorgen dafür, dass niemand im Burgenland frieren muss.“
Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs und zur langfristigen Reduktion von Heizkosten. Die Förderinitiative „Sauber Heizen für alle“ unterstützt Haushalte mit niedrigem Einkommen beim Umstieg auf klimafreundliche Heizsysteme. Gefördert wird der Austausch von Öl- und Gasheizungen gegen umweltfreundliche Alternativen wie Wärmepumpen, Fernwärmeanschlüsse oder Biomasse-Heizungen. Förderberechtigt sind Haushalte im untersten Einkommensdrittel. Die Förderung übernimmt bis zu 100 Prozent der Investitionskosten. Als einziges Bundesland Österreichs setzt das Burgenland seit der Richtlinienanpassung im September 2025 auf eine zielgerichtete Vorfinanzierung.
„Gerade für viele Familien und Pensionistinnen und Pensionisten sind hohe Heizkosten eine enorme Belastung. Mit ‚Sauber heizen für alle‘ ermöglichen wir einkommensschwachen Haushalten den Umstieg auf klimafreundliche Heizsysteme – mit bis zu 100 Prozent Förderung und der Möglichkeit der Vorfinanzierung. So stellen wir sicher, dass niemand im Burgenland aus finanziellen Gründen auf eine saubere, leistbare Heizung verzichten muss“, betont Landeshauptmann-Stellvertreterin und Energie-Landesrätin Anja Haider-Wallner.
Der im Juli 2022 eingerichtete Sozial- und Klimafonds des Landes Burgenland wird unter anderem durch eine Abgabe auf Windkraft- und Photovoltaikanlagen gespeist. Diese Mittel fließen gezielt in soziale Entlastungsmaßnahmen und kommen damit direkt den burgenländischen Haushalten zugute. Zu den Maßnahmen gehörten etwa der Wärmepreisdeckel sowie die Mittagessenförderung für Kinder in Schulen und Betreuungseinrichtungen.
Kostenlose Energieberatung durch die Caritas
Ein zentraler Baustein ist die Energiesparberatung der Caritas Burgenland, die durch den Klima- und Energiefonds der österreichischen Bundesregierung gefördert wird und sich an armutsgefährdete Haushalte richtet. Die Beratung ist kostenlos, erfolgt praxisnah und zeigt konkrete Möglichkeiten auf, wie Energie und Kosten gespart werden können. Dazu gehört auch der kostenlose Austausch besonders ineffizienter Haushaltsgeräte, um den Energieverbrauch langfristig zu senken.
„Energiearmut zeigt sich ganz konkret im Alltag – etwa wenn hohe Rechnungen Angst machen oder am Heizen gespart werden muss“, sagt Melanie Balaskovics, Direktorin der Caritas Burgenland. Im vergangenen Jahr haben sich 951 Personen hilfesuchend an die Caritas Sozialberatungsstellen gewandt, davon konnten mehr als die Hälfte ihre Strom- und Heizkosten nicht decken. In solchen Fällen helfen wir rasch, um Abschaltungen zu verhindern, laufende Kosten zu senken und um den Menschen nachhaltig Sicherheit zu geben.“
Volkshilfe ergänzt das Unterstützungsnetz
Die Volkshilfe Burgenland ist als langjährige soziale Hilfsorganisation ein wichtiger Partner im burgenländischen Unterstützungsnetzwerk, insbesondere für Menschen in finanziell herausfordernden Lebenslagen. Mit ihren vielfältigen sozialen Angeboten trägt sie wesentlich zur Armutsentlastung bei und stärkt Betroffene im Alltag.
So setzt die Volkshilfe unter anderem auch den Wohnschirm Energie des Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz im Burgenland um. Dabei werden offene Energierechnungen (z.B. Strom, Gas, Fernwärme) für Haushalte mit geringem Einkommen beglichen und gleichzeitig nach Lösung der finanziellen Krisen gesucht.
Durch regionale Initiativen und konkrete Einzelfallhilfe unterstützt die Volkshilfe auch bei energiebezogenen Herausforderungen: So wurde zuletzt in Neusiedl am See einer alleinerziehenden Mutter geholfen und gemeinsam mit einem burgenländischen Hersteller der Umstieg auf eine hocheffiziente Heizlösung ermöglicht. Solche Projekte leisten einen wichtigen Beitrag dazu, Heizkosten zu senken und ein leistbares, warmes Zuhause für Familien in Not zu sichern.
„Gerade wenn Haushalte unter Mehrfachbelastungen stehen – etwa niedrige Einkommen, steigende Heizkosten oder soziale Isolation – braucht es verlässliche Begleitung und praktische Unterstützung“, so Cornelia Halper, Leiterin des Wohnschirms der Volkshilfe Burgenland. „Wir helfen dabei, Unterstützungsangebote zu erkennen, Anträge zu stellen und im Alltag Entlastung zu finden.“
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Energiesparberatung 3 Energiesparberatung 4
Energiesparberatung 5
Bildtext Energiesparberatung 1 bis 5: Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner und Soziallandesrat Dr. Leonhard Schneemann mit Caritas-Burgenland-Direktorin Mag.a Melanie Balaskovics MA, Direktorin Caritas Burgenland und Cornelia Halper, Projektleiterin bei der Volkshilfe Burgenland.
Bildquelle: Landesmedienservice Burgenland
Eisenstadt, 15. Jänner 2026
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