Goldgelbe Vergilbung: Jetzt zählen Kontrolle und rasche Rodung befallener Rebstöcke

Agrarreferentin und Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner.

LH-Stv.in Haider-Wallner: „Bekämpfung der Quarantänekrankheit geht weiter – Symptome aktuell besonders gut sichtbar“

Die Bekämpfung der Goldgelben Vergilbung (GFD) geht in die nächste Phase. Pflanzenschutzmittel gegen den Überträger der Krankheit, die Amerikanische Rebzikade, sind nur während des Larvenstadiums wirksam. Da die Rebzikade im August ihr ausgewachsenes Stadium erreicht hat, sind Insektizidanwendungen in der aktuellen Vegetationsperiode nicht mehr zielführend. Der Fokus liegt nun auf der konsequenten Kontrolle der Weingärten und von Rebstöcken in privaten Hausgärten sowie auf der raschen Rodung befallener Rebstöcke. Die Symptome sind an erkrankten Pflanzen derzeit besonders gut erkennbar. „Wir können die Krankheit weiterhin wirksam bekämpfen. Es kommt darauf an, die eigenen Weingärten, aber auch Rebstöcke in privaten Hausgärten und an Weinlauben wirklich konsequent zu kontrollieren und befallene Rebstöcke rasch zu entfernen. Jeder gerodete Stock nimmt der Goldgelben Vergilbung ein Stück weit die Grundlage für ihre weitere Ausbreitung“, betont Agrarlandesrätin und Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner.

Seit Beginn der Saison 2026 wurden vom Amtlichen Pflanzenschutzdienst Burgenland 182 Blattproben genommen. Davon wurden durch die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bisher 45 Proben positiv auf die Goldgelbe Vergilbung getestet. Weitere 39 Blattproben befinden sich aktuell noch in der Analyse.

Damit gibt es im Burgenland insgesamt 77 Befallszonen. Einzig der Bezirk Mattersburg weist aktuell noch keine bestätigten Fälle auf. Nahezu vollständig als Sicherheitszonen ausgewiesen sind das Weinbaugebiet Eisenberg in den Bezirken Güssing und Oberwart, das Blaufränkischland rund um Deutschkreutz, Horitschon, Lutzmannsburg und Neckenmarkt, das Weinbaugebiet Leithaberg von Müllendorf bis Jois sowie die westliche Seite des Neusiedler Sees rund um Rust. Im Seewinkel sind insbesondere die Weinbaugemeinden Gols, Podersdorf und Pamhagen betroffen.

Rodung muss keine behördliche Aufforderung abwarten

Befallene Rebstöcke zeigen aktuell deutlich erkennbare Veränderungen an den Blättern: Bei Weißweinsorten verfärben sich diese gelblich, bei Rotweinsorten treten dunkelrote Verfärbungen auf. Im weiteren Verlauf rollen sich die Blätter nach unten ein. Rebstöcke mit entsprechenden Symptomen müssen von den Besitzerinnen und Besitzern eigenverantwortlich gerodet werden – unabhängig davon, ob sie sich in einem Weingarten oder als Einzelrebe in einem privaten Hausgarten befinden. Eine behördliche Aufforderung muss dafür nicht extra abgewartet werden.

„Jetzt ist rasches Handeln gefragt. Die Situation ist herausfordernd, aber wir haben es weiterhin selbst in der Hand, wie stark sich die Krankheit ausbreitet. Viele Winzerinnen und Winzer kontrollieren ihre Weingärten bereits sehr gewissenhaft. Ich appelliere an alle, auch an alle Besitzerinnen und Besitzer von Rebstöcken in Hausgärten, diesen Weg konsequent mitzugehen – genau hinschauen, Symptome ernst nehmen und befallene Rebstöcke unverzüglich roden“, so Haider-Wallner.

Nach der Weinlese werden die GFD-Landesstrategie 2026 und die gesetzten Maßnahmen von der Landesregierung und der Landwirtschaftskammer Burgenland evaluiert. Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse wird die Landesstrategie bei Bedarf angepasst und weiterentwickelt.

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Bildtext Haider-Wallner_GFD_2026: Agrarreferentin und Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner.

Bildquelle: Büro LH-Stv.in Haider-Wallner

Eisenstadt, 06. August 2026

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