1450 - Vom Notruf bis zur Pflege: Neue Schnittstelle zwischen LSZ und Pflegeberatung

Landeshauptmann Hans Peter Doskozil mit LSZ Burgenland-Dienststellenleiter Markus Halwax, Leitstellenleiter Mario Promintzer und Technikleiter Nikolaus Tittler (v.l.) von der Landessicherheitszentrale.
Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (r.) in der Landessicherheitszentrale.

LH Doskozil: Neue Anbindung erleichtert Vernetzung über den Rettungseinsatz und die Gesundheitsberatung hinaus bis in den Pflegebereich und leistet damit einen Beitrag zur Aufwertung des burgenländischen Gesundheitssystems

Die Rettungsorganisationen und die Landessicherheitszentrale Burgenland (LSZ) sorgen gemeinsam für eine effiziente Erstversorgung in medizinischen Notfällen. Um bei einem im Zuge eines Notrufs oder Einsatzes erkannten Pflege- und Betreuungsbedarf rasch und unbürokratisch zu unterstützen, ist seit Anfang Juli in der LSZ in Zusammenarbeit mit der Pflege- und Sozialberatung Burgenland (PSB) eine neue technisch/organisatorische Schnittstelle in Betrieb. Diese stellt eine direkte Verbindung zwischen der burgenländischen Gesundheitsberatung 1450 in der LSZ und der Pflege- und Sozialberatung her. Durch diese Vernetzung werde eine wichtige Lücke geschlossen, betont Gesundheitsreferent Landeshauptmann Hans Peter Doskozil: „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der LSZ, der Rettungsorganisationen sowie der Pflege- und Sozialberatung leisten täglich hervorragende Arbeit. Mit der neuen Schnittstelle greifen diese Bereiche noch besser ineinander. Wenn jemand nicht nur medizinische Hilfe, sondern auch Unterstützung im Pflege- oder Sozialbereich braucht, gehen keine Informationen verloren und die richtige Stelle kann sofort eingebunden werden. Das kommt den Burgenländerinnen und Burgenländern direkt zugute.“ 

Fällt im Zuge eines Gesprächs bei der Gesundheitsberatung 1450 oder eines häuslichen Rettungsdienst-Einsatzes auf, dass Bedarf an einer Pflege- und Sozialberatung besteht, kann das durch das Einsatzteam oder auch die Patientinnen und Patienten selbst bei der LSZ deponiert werden. Dann wird ein 1450-Fall eröffnet und nach der Abklärung durch die Emergency Communication Nurses, das diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegepersonal an der 1450, an die Pflege- und Sozialberatung Burgenland (PSB) übermittelt. Diese verarbeitet den Fall entsprechend weiter, kontaktiert die betroffenen Personen und veranlasst alle notwendigen weiteren Schritte. 

Der Bedarf sei durchaus gegeben: „Es gab bereits in der Vergangenheit immer wieder solche Situationen, dass bei einer Kontaktaufnahme über die 1450 oder bei einem Transport oder Rettungseinsatz vor Ort auffällt, dass die Menschen Unterstützung im Alltag, Pflegeberatung oder soziale Hilfe benötigen. Durch die neue Schnittstelle können wir diesen Bedarf nun direkt und ohne Umwege an die Pflege- und Sozialberatung übermitteln. Wir erwarten pro Monat fünf bis sechs solcher Fälle. Das hat sich auch in den ersten Wochen seit dem Start der Schnittstelle so bestätigt“, so LSZ-Leiter Markus Halwax. 

Gesundheitsberatung 1450 als zentrale Drehscheibe 

Die neue Anbindung an die Pflege- und Sozialberatung ist Teil einer umfassenden Vernetzung der Gesundheitsberatung 1450 mit den medizinischen und sozialen Versorgungssystemen im Burgenland. Durch die Integration des diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegepersonals der 1450 in die LSZ können Notfälle unmittelbar an den Rettungsdienst weitergeleitet werden. Anliegen, bei denen kein Notfall vorliegt, gelangen umgekehrt ohne Zeitverlust direkt zur Gesundheitsberatung. Damit steht das Fachpersonal flexibel für unterschiedliche Einsatzbereiche der Leitstelle zur Verfügung. 

Auch die Zusammenarbeit mit weiteren medizinischen Angeboten ist eng verzahnt: Über die 1450 besteht eine direkte Verbindung zum Ärztenotdienst 141, während bei entsprechendem Bedarf auch eine Weiterleitung an Akutordinationen oder Visitenärzte möglich ist. Damit können Patientinnen und Patienten rasch zur jeweils passenden Versorgungsebene gelenkt werden, ohne mehrere Stellen nacheinander kontaktieren zu müssen. 

Ein weiterer Schritt in der Digitalisierung der Versorgung ist die digitale Krankenhaus-Vorankündigung. Muss eine Patientin oder ein Patient nach der Beratung in ein Krankenhaus, können die relevanten Informationen über einen digitalen QR-Code an die aufnehmende Klinik übermittelt werden. Das System ist bereits in den Krankenhäusern Oberwart und Güssing im Einsatz und soll zum Jahreswechsel auf das gesamte Burgenland ausgeweitet werden. 

Gesundheitsberatung 1450: Die wichtigsten Zahlen 2026 

Die Bedeutung der Gesundheitsberatung zeigt sich auch in den aktuellen Zahlen: Seit Jahresbeginn wurden im Burgenland bereits rund 10.000 Anrufe bei der Gesundheitsberatung 1450 und mehr als 18.000 Anrufe beim Ärztenotdienst 141 verzeichnet. Die Beratungen über 1450 dauern im Durchschnitt rund acht Minuten. Seit Jahresbeginn wurden zudem bereits 194 digitale Krankenhaus-Anmeldungen für die Standorte Oberwart und Güssing verzeichnet. Fünf Fälle wurden im Rahmen der neuen Schnittstelle bereits an die Pflege- und Sozialberatung Burgenland weitergeleitet. 

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Bildtext LSZ Archivbild 1: Landeshauptmann Hans Peter Doskozil mit LSZ Burgenland-Dienststellenleiter Markus Halwax, Leitstellenleiter Mario Promintzer und Technikleiter Nikolaus Tittler (v.l.) von der Landessicherheitszentrale.

Bildtext LSZ Archivbild 2: Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (r.) in der Landessicherheitszentrale.

Bildquelle: Landesmedienservice Burgenland

Eisenstadt, 27. August 2026

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