In Zurndorf werden rund sechs Hektar Rasenflächen von der Gemeinde gemäht – ein sehr zeit- und ressourcenintensiver Aufwand. Ziel ist es, Teile dieser Flächen ab sofort in naturnahe Wiesen umzuwandeln, dadurch Zeit und Ressourcen zu sparen und zugleich kühlende Naturflächen statt Hitzeinseln entstehen zu lassen. Sichtbar gemacht wird dieser neue Zugang zur Grünraumpflege mit 20 zusätzlichen Tafeln der Landesinitiative „Wildes Eck“, die Landeshauptmann-Stellvertreterin und Naturschutzlandesrätin Anja Haider-Wallner an die Gruppe „Grüner Daumen“ beim „Natur Anger“ in Zurndorf übergab. „Ich finde es schön zu sehen, was hier in Zurndorf möglich ist. Man muss nicht immer alles kurz mähen und zurechtstutzen. Wenn wir ein Stück Wiese einfach mal wachsen lassen, kommen plötzlich viele Pflanzen und Tiere zurück. Genau darum geht es beim ‚Wildes Eck‘: der Natur im Ortsgebiet wieder ein bisserl mehr Platz zu geben“, so Haider-Wallner.
Der „Grüne Daumen“ ist eine Sektion des „Vereins für mehr Lebensqualität in Zurndorf“. Die Gruppe engagiert sich seit rund zweieinhalb Jahren für mehr Natur im Ort und hat am sogenannten „Natur Anger“ bereits unterschiedliche Lebensräume geschaffen. Entstanden sind dabei unter anderem eine Staudenreihe, eine Benjeshecke, eine Wildblumenwiese mit regionalem Saatgut, eine Sandsteinmauer und ein Lichtteich. Gemeinsam mit dem Behinderten-Förderungsverein in Zurndorf wurde außerdem eine Käferburg umgesetzt.
Auch die nächsten Projekte sind bereits geplant: Rund 3,6 Hektar in Zurndorf sollen zu Wildblumen- und Kräuterwiesen entwickelt werden. Dafür erhielt die Gruppe über „Blühendes Österreich“ einen Förderbeitrag von mehr als 15.000 Euro.
„Wir wollen mit unserer Arbeit zeigen, wie viel man gemeinsam mit der Gemeinde direkt im Ort für die Natur tun kann – eine Wildblumenwiese, Totholzbereiche oder Flächen, die nicht ständig gemäht werden. So erhalten wir die Artenvielfalt für zukünftige Generationen, machen Zurndorf klimafit und stärken die Dorfgemeinschaft – für mehr Lebensqualität in Zurndorf“, sagt Martina Szabo, Sektionsleitung des „Grünen Daumens“.
Mehr Biodiversität bei weniger Pflegeaufwand
Bei den Gemeinderasenflächen sollen künftig „Wilde Ecken“ entstehen, um neuen Naturraum zu schaffen. Die Flächen, die Teil des Projektes sind, werden nur noch ein- bis zweimal im Jahr gemäht. Um die Artenvielfalt zu erhalten, wird das Mähgut abtransportiert. Damit entstehen Lebensräume, die Insekten, Vögeln und anderen Tieren Nahrung und Rückzugsmöglichkeiten bieten. Gleichzeitig reduziert sich der laufende Pflegeaufwand.
Die Tafeln der Landesinitiative „Wildes Eck“ machen diese bewusst veränderte Pflege sichtbar. „Wenn jemand an einer Wiese vorbeigeht und sich denkt: ‚Warum wird das hier nicht gemäht?‘, dann soll die Tafel Aufschluss geben. Hier wird nicht auf die Pflege vergessen. Hier lassen wir ganz bewusst mehr Natur zu“, so Haider-Wallner.
Das „Wilde Eck“ steht allen burgenländischen Gemeinden per Anfrage zur Verfügung. Zudem hat jede Gemeinde im Frühjahr automatisch eine Tafel der Landesinitiative erhalten. Bürgerinnen und Bürger, die sich aktiv für mehr Biodiversität einsetzen möchten, können sich bei ihrer Gemeinde erkundigen, ob und wo eine Fläche als „Wilde Eck“ ausgewiesen werden kann.
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Wildes Eck 1
Wildes Eck 2
Wildes Eck 3
Bildtext Wildes Eck 1: Harald Schau, Helmut Muth, Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner, Martina Szabo und Otti Meixner (v.l.).
Bildtext Wildes Eck 2: Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner mit dem "Grünen Daumen Zurndorf".
Bildtext Wildes Eck 3: Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner mit Martina Szabo und Otti Meixner (v.l.).
Bildquelle: Büro LH-Stv.in Haider-Wallner
Eisenstadt, 29. September 2026
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