Wissenschaftliches Symposium Kobersdorf setzte sich mit weniger bekannten Opfergruppen der NS-Zeit auseinander

Michael Schreiber (Bgld. Forschungsgesellschaft), Dieter Szorger (KBB), LAbg. Jürgen Karall, Klaudia Fritz (KBB), Jamin Karnutsch (KBB), Oberrabbiner Jaron Engelmayer (IKG Wien), Präsident Nechemja Gang (Misrachi Österreich), Alfred Lang (Bgld. Forschungsgesellschaft)
Festvortrag von Prof. Wolfgang Benz, Technische Universität Berlin
Podiumsdiskussion mit dem Titel „Die Herausforderungen einer pluralistischen Gedenk- und Erinnerungskultur: Patrick Siegele (erinnern.at), Gerhard Baumgartner (Historiker), Walter Reiss (Moderation), Alfred Lang (Burgenländische Forschungsgesellschaft)

Am 17. und 18. Juni fand in der ehemaligen Synagoge von Kobersdorf ein internationales wissenschaftliches Symposium statt, das sich mit so genannten marginalisierten Opfer- und Häftlingsgruppen in der Zeit des Nationalsozialismus auseinandersetzte.

Den Eröffnungsvortrag hielt der renommierte deutsche Historiker und Antisemitismusforscher Wolfgang Benz. Seit 2022 treffen sich alljährlich im Juni Historikerinnen und Historiker und Geschichtsinteressierte aus dem In- und Ausland in Kobersdorf zu einem Meinungsaustausch über aktuelle Fragestellungen zur NS-Geschichte unseres Raumes. „Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Opfern der NS-Zeit ist die Grundlage für eine gelebte Erinnerungskultur, die uns im Burgenland besonders wichtig ist“, erläutert Landeshauptmann und Kulturreferent Hans Peter Doskozil. Die Veranstaltung fand im Beisein von LAbg. Jürgen Karall statt.

Im Mittelpunkt des zweitägigen Symposiums standen in diesem Jahr Opfergruppen, die in der historischen Diskussion als auch bei der gesellschaftlichen und politischen Anerkennung lange eher vernachlässigt werden. Dazu zählen die österreichischen Sinti und Roma, ungarisch-jüdische Zwangsarbeiter, die Opfer der Homosexuellenverfolgung und der NS-Euthanasie, die Wehrmachtsdesserteure oder die Gruppe, die als so genannte „Gewohnheitsverbrecher“ in die Konzentrationslager des Dritten Reiches verbracht und ermordet wurden. Die Referentinnen und Referenten stammten von den Universitäten Graz, Innsbruck, Heidelberg, München, dem Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands, dem Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien, dem Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim, dem Land Burgenland, dem Verein erinnern.at und der Burgenländischen Forschungsgesellschaft. Bei der abschließenden Podiumsdiskussion diskutierten Experten über aktuelle Fragen zur Gedenk- und Erinnerungskultur. 

Teil des Symposiums war eine Gedenkfeier für die Opfer der jüdischen Gemeinden aus dem Burgenland, die von Oberrabbiner Jaron Engelmayer von der IKG Wien zelebriert wurde. Im Vorfeld fand ein Workshop mit Schülerinnen und Schülern der HTL Eisenstadt und der HAK Oberpullendorf statt. 
Das Symposium wurde von der Kultur-Betriebe Burgenland GmbH gemeinsam mit dem Verein Misrachi Österreich und der Burgenländischen Forschungsgesellschaft veranstaltet und vom Land Burgenland, dem Zukunftsfonds und dem Nationalfonds der Republik Österreich finanziell unterstützt. 

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Symposium Kobersdorf 3

Symposium Kobersdorf 1: Michael Schreiber (Bgld. Forschungsgesellschaft), Dieter Szorger (KBB), LAbg. Jürgen Karall, Klaudia Fritz (KBB), Jamin Karnutsch (KBB), Oberrabbiner Jaron Engelmayer (IKG Wien), Präsident Nechemja Gang (Misrachi Österreich), Alfred Lang (Bgld. Forschungsgesellschaft)

Symposium Kobersdorf 2: Festvortrag von Prof. Wolfgang Benz, Technische Universität Berlin

Symposium Kobersdorf 3: Podiumsdiskussion mit dem Titel „Die Herausforderungen einer pluralistischen Gedenk- und Erinnerungskultur: Patrick Siegele (erinnern.at), Gerhard Baumgartner (Historiker), Walter Reiss (Moderation), Alfred Lang (Burgenländische Forschungsgesellschaft)

Bildquelle: KBB

Eisenstadt, 19. Juni 2026

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