Hornstein gilt als eine der Vorzeigegemeinden in Sachen Tierschutz. Im Rahmen eines Besuchs informierte sich die burgenländische Landeshauptmann-Stellvertreterin und Tierschutzlandesrätin Anja Haider-Wallner über konkrete Maßnahmen, die vor Ort erfolgreich umgesetzt werden – von der Streunerkatzenkastration bis zum professionellen Umgang mit Fundtieren. „Die Frage, wer für Fundtiere zuständig ist, sorgt in der Praxis immer wieder für Unsicherheit – bei Bürgerinnen und Bürgern ebenso wie in den Gemeinden. Hornstein zeigt, wie klare Zuständigkeiten, gute Information und engagierte Zusammenarbeit funktionieren können“, so Haider-Wallner. „Hornstein beweist, dass Gemeinden im Tierschutz eine zentrale Rolle spielen. Mit vergleichsweise einfachen Maßnahmen – von Informationsangeboten bis zur technischen Ausstattung – kann viel bewirkt werden. Dieses Engagement verdient Anerkennung und Nachahmung.“
Ein zentrales Thema des Austauschs war die rechtliche Verantwortung im Umgang mit Fundtieren. Gemäß § 390 ABGB ist ein herrenloses Tier unverzüglich der Fundbehörde zu melden – diese Funktion kommt der jeweiligen Gemeinde zu. Damit liegt die primäre Zuständigkeit klar bei der Gemeinde. Sie ist erste Anlaufstelle für FinderInnen, prüft, ob eine Halterin oder ein Halter ausfindig gemacht werden kann, und meldet das Tier gegebenenfalls der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde.
Im Mittelpunkt des Austauschs am Freitag standen neben der organisatorischen Zuständigkeit beim Einfangen und Unterbringen von Fundtieren auch die Ausgabe und Abwicklung von Katzenkastrationsgutscheinen, sowie die praktische Anwendung von Chip-Lesegeräten zur raschen Identifikation von TierhalterInnen. Hornstein unterstützt die Streunerkatzenkastration seit Jahren aktiv: Auf Gemeindekosten wurden zwei Katzenfallen sowie zwei Chip-Lesegeräte angeschafft. 2024 wurden acht Kastrationsgutscheine genehmigt, 2025 fünf.
Von Beginn an setzte die Gemeinde auf eine enge Zusammenarbeit mit engagierten Bürger:innen. In einem gemeinsamen Treffen der örtlichen Tierschutzgruppe mit Bürgermeister Christoph Wolf und Tierschutzombudsfrau Gabriele Velich wurden klare Zuständigkeiten definiert und der Grundstein für eine koordinierte Kooperation gelegt. Seither haben die TierschützerInnen zudem die Möglichkeit, regelmäßig relevante Informationen und Anliegen in der Gemeindezeitung zu veröffentlichen.
Tierschutz als Gemeinschaftsausgabe
Auch im Bereich Hundehaltung setzt Hornstein auf umfassende Maßnahmen: Gemeinsam mit BürgerInnen wurde eine Hundeauslaufzone im Bürgergarten geplant und umgesetzt. Über das gesamte Gemeindegebiet verteilt stehen zahlreiche Hundekot-Sackerlspender mit biologisch abbaubaren Sackerln zur Verfügung. Zusätzlich können HundehalterInnen bei der Gemeinde einen kostenlosen mobilen „Gackerl-Sackerlspender“ abholen.
Ein eigener „Hornsteiner Hundefolder“ bietet kompakte Informationen für HundehalterInnen. Zudem wurde die Hundeabgabe, die bei 50 Euro pro Jahr liegt, für Hunde aus dem Tierschutz für 3 Jahre ausgesetzt – ein klares Signal zur Förderung von Adoptionen. Für Fundhunde steht im Bauhof Hornstein eine Zwingeranlage zur Verfügung, die eine tierschutzgerechte Unterbringung gewährleistet.
Auch Bürgermeister Christoph Wolf, seit 2017 Ortschef von Hornstein, betonte die Bedeutung klarer Abläufe: „Tierschutz ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Als Gemeinde können wir die organisatorischen Rahmenbedingungen schaffen – entscheidend ist aber das Engagement vor Ort.“ Landeshauptmann-Stellvertreterin Haider-Wallner bestätigt: „Der Besuch in Hornstein macht deutlich: Mit klaren Zuständigkeiten, gezielter Information und enger Zusammenarbeit zwischen Gemeinde, Land und engagierten Initiativen kann Tierschutz auf kommunaler Ebene wirksam umgesetzt werden.“
Land als Partner der Gemeinden im Tierschutz
Das Land Burgenland setzt auch 2026 zentrale Tierschutzmaßnahmen fort:
- Die bewährten Kastrationsgutscheine sowie die Förderung der Erstbehandlung von Fundtieren werden weitergeführt.
- Der Heimtier- und Nutztiernotdienst bleibt ebenfalls aufrecht.
- Die im Herbst 2025 umgesetzte Tierschutzförderungsrichtlinie wird fortgesetzt und weiter bekannt gemacht.
- Zur Unterstützung der Gemeinden wurden 60 Chip-Lesegeräte angekauft, die interessierten Gemeinden zur Verfügung gestellt wurden und sowohl für die Identifizierung von Fundtieren als auch zur Ausleihe an Bürgerinnen und Bürger genutzt werden können.
- Informationsportal „Fundtiere im Burgenland“: Unter www.burgenland.at/fundtiere steht Gemeinden sowie Bürgerinnen und Bürgern eine zentrale Informationsplattform zum Thema Fundtiere zur Verfügung. Die Website informiert kompakt über Zuständigkeiten, rechtliche Grundlagen und den richtigen Ablauf bei Fundmeldungen. Zudem sind dort aktuell gemeldete und aufgefundene Tiere registriert und einsehbar – ein wichtiger Beitrag zu mehr Transparenz und einer rascheren Rückführung entlaufener Tiere zu ihren Halterinnen und Haltern.
Zudem ist ein weiterer strukturierter Austausch mit den burgenländischen Gemeinden geplant, um offene Fragen, Zuständigkeiten und Unterstützungsbedarf im Bereich Tierschutz gemeinsam zu klären.
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Tierschutz Best-Practice-Gemeinde Hornstein 1
Tierschutz Best-Practice-Gemeinde Hornstein 2
Tierschutz Best-Practice-Gemeinde Hornstein 3
Bildtext Tierschutz Best-Practice-Gemeinde Hornstein 1, 2: Landeshauptmann-Stellvertreterin und Tierschutzlandesrätin Anja Haider-Wallner und Bürgermeister Mag. Christoph Wolf in der Hundeauslaufzone im Bürgergarten in Hornstein
Bildtext Tierschutz Best-Practice-Gemeinde Hornstein 3: Im Bauhof Hornstein steht eine Zwingeranlage zur Verfügung
Bildnachweis: Landesmedienservice Burgenland
Eisenstadt, 27. Februar 2026
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