Die Burgenländische Landesregierung hat am 23. September die Verordnung des neuen Naturschutzgebiets „Donatuskreuz“ in der Katastralgemeinde Marz beschlossen. Auf rund 2,5 Hektar werden damit naturschutzfachlich wertvolle Lebensräume langfristig gesichert. Gleichzeitig schafft die Unterschutzstellung die Grundlage für gezielte Pflegemaßnahmen zur Verbesserung des Zustands der dort vorkommenden Halbtrocken- und Trockenrasen sowie Mageren Flachlandmähwiesen. Die Flächen wurden vom Verein zur Förderung des Naturparks Rosalia-Kogelberg mit Unterstützung des Biodiversitätsfonds Österreich angekauft. „Mit dem Naturschutzgebiet Donatuskreuz schützen wir nicht nur wertvolle Flächen, sondern schaffen ganz konkret die Voraussetzungen dafür, dass sich diese Lebensräume wieder gut entwickeln können. Genau darum geht es bei Naturschutz und bei der Wiederherstellungs-Verordnung: Bestehende Naturjuwele sichern, ihren Zustand verbessern und dort, wo es notwendig ist, aktiv wiederherstellen“, betont Landeshauptmann-Stellvertreterin und Naturschutzlandesrätin Anja Haider-Wallner.
Das Naturschutzgebiet umfasst zwei Teilbereiche im Nahbereich des Donatuskreuzes, rund 500 Meter nordöstlich des Siedlungsrandes von Marz. Der nördlich gelegenere Teilbereich umfasst 9.478 m2 und der südlich gelegenere Teilbereich umfasst 15.484 m2. Gemeinsam mit dem seit 1973 geschützten Naturschutzgebiet Rohrbacher Kogel sowie weiteren Trockenrasen, extensiv genutzten Wiesen und Feldgehölzen bilden sie eine naturräumliche Einheit.
Während der Erhaltungszustand der Mageren Flachlandmähwiesen als günstig eingestuft wird, befinden sich die Halbtrocken- und Trockenrasen derzeit in einem ungünstigen Zustand. Grund dafür ist vor allem die mangelnde Bewirtschaftung und Pflege. Sträucher und Bäume konnten in die Flächen eindringen und beeinträchtigen dadurch die Lebensgemeinschaften.
„Gerade bei Trockenrasen ist ‚Natur einfach Natur sein lassen‘ nicht immer der richtige Ansatz. Diese Lebensräume sind durch jahrhundertelange extensive Bewirtschaftung entstanden und brauchen deshalb auch heute Pflege. Mit Entbuschung, Mahd oder Beweidung können wir dafür sorgen, dass wieder mehr Licht und Wärme auf die Flächen kommt und seltene Pflanzen und Tiere ihren Lebensraum behalten“, erklärt Haider-Wallner.
Mit der Unterschutzstellung können die notwendigen Maßnahmen gezielt auf die Besonderheiten des Gebiets abgestimmt werden. Entbuschung, Mahd und Beweidung sollen in den kommenden Jahren zu einer Verbesserung des Erhaltungszustands beitragen.
„Dieses Projekt steht beispielhaft für den starken Zusammenhalt im Naturpark Rosalia-Kogelberg. Die einstimmige Unterstützung durch alle Naturparkgemeinden und den gesamten Vorstand unterstreicht die gemeinsame Verantwortung für den Erhalt unserer Natur- und Kulturlandschaft. Gerade bei langfristigen Naturschutzvorhaben ist ein solcher Schulterschluss entscheidend, um nachhaltige Erfolge zu erzielen und die Region zukunftsfit weiterzuentwickeln“, sagt Kurt Fischer, Obmann des Naturparks Rosalia-Kogelberg.
Naturpark Rosalia-Kogelberg als wichtiger Initiator und Brückenbauer
Eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Flächen spielt der Naturpark Rosalia-Kogelberg. Im Rahmen eines vom Biodiversitätsfonds Österreich finanzierten Projekts wurden die rund 2,5 Hektar angekauft.
„Mit dem Ankauf der Flächen ist es gelungen, die Grundlage für den langfristigen Schutz und die ökologische Aufwertung dieses besonderen Lebensraums zu schaffen. Das Donatuskreuz zeigt eindrucksvoll, was entstehen kann, wenn Gemeinden, Grundeigentümer, Naturschutz und Naturpark gemeinsam an einem Ziel arbeiten. Der Naturpark versteht sich dabei als Brückenbauer und Initiator – wir bringen Menschen, Interessen und Ideen zusammen, um wertvolle Lebensräume nachhaltig zu sichern. Diesen Weg möchten wir konsequent fortsetzen und nach Möglichkeit weitere ökologisch bedeutsame Flächen in die Entwicklung einbeziehen“, betont Mag. Marlene Hrabanek-Bunyai, Geschäftsführerin des Naturparks Rosalia-Kogelberg.
Die Unterschutzstellung ist zugleich ein konkreter Beitrag zur Wiederherstellungsverordnung der Europäischen Union. Langfristig soll das Gebiet durch den Ankauf weiterer geeigneter Flächen weiterentwickelt und vergrößert werden.
„Die Renaturierungsverordnung wird oft schlechtgeredet. Das Donatuskreuz zeigt, was sie in der Praxis bedeuten kann: Wir sichern einen wertvollen Lebensraum, setzen konkrete Pflege- und Wiederherstellungsmaßnahmen um und verbessern damit Schritt für Schritt den Zustand unserer Natur und sichern ein Naherholungsgebiet für die Menschen vor Ort. Entscheidend ist dabei, dass solche Projekte gemeinsam mit den Menschen vor Ort entstehen. Das Donatuskreuz ist ein klassisches Bottom-up-Beispiel: Der Naturpark und die Gemeinden kommen mit einem konkreten Anliegen auf das Land zu, und gemeinsam setzen wir die Unterschutzstellung um. So schaut wirksamer Naturschutz aus“, erläutert Haider-Wallner.
„Dass die Grundeigentümer bereit waren, ihre Flächen an den Naturpark zu verkaufen, ist keineswegs selbstverständlich. Es zeigt das große Vertrauen in die Arbeit des Naturparks und das Bewusstsein dafür, wie wichtig der Erhalt dieser wertvollen Lebensräume ist. Diese Bereitschaft und die gute Zusammenarbeit mit den Eigentümern sind eine besondere Wertschätzung für das Engagement des Naturparks und bilden die Grundlage für eine erfolgreiche Weiterentwicklung des Gebiets“, sagt Gerald Hüller, Bürgermeister der Standortgemeinde Marz.
Dieses Projekt wird durch den Biodiversitätsfonds des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft gefördert.
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Bildtext LH-Stv.in Haider-Wallner: Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner.
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Eisenstadt, 24. September 2026
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