Beim Bauabschnitt Kobersdorf-Weppersdorf wurde eine innovative Technologie für den Glasfaserausbau vorgestellt. Wirtschaftslandesrat Leonhard Schneemann informierte sich gemeinsam mit Breitbandkoordinator Georg Podebradsky, sowie Vertretern der beteiligten Gemeinden über die LAYJET-Technologie. Diese ermöglicht es, Leerrohre für den Glasfaserausbau mit einer speziell entwickelten, hochpräzisen Frästechnik in das Straßenbankett einzubringen. „Für den erfolgreichen Ausbau der Glasfaserinfrastruktur braucht es neben Investitionen auch moderne und effiziente Technologien. Die LAYJET-Methode ermöglicht eine rasche Verlegung bei gleichzeitig möglichst geringen Eingriffen in die bestehende Verkehrsinfrastruktur. Das ist insbesondere für Gemeinden und die Bevölkerung von Vorteil, weil dadurch Beeinträchtigungen des Verkehrs reduziert werden können“, betonte Wirtschaftslandesrat Leonhard Schneemann.
Die LAYJET-Technologie wurde 2017 auf den Markt gebracht und wurde speziell für die Verlegung von Leerrohren im Straßenbankett entwickelt. Durch die hochpräzise Frästechnik werden Materialbewegungen reduziert und eine normkonforme Einbautiefe sowie eine hohe Lagegenauigkeit erreicht. Nach Angaben des Unternehmens sind dadurch Tagesleistungen von bis zu 1.500 Metern möglich.
Mehrere tausend Kilometer bereits verlegt
Entwickelt wurde die Technologie von Straßenbauexperten in Zusammenarbeit mit der TU Wien und der TU Graz. Die Entwicklung wurde über fünf Jahre wissenschaftlich begleitet und von der TU München geprüft. Nach Angaben von LAYJET wurden mittlerweile mehrere tausend Kilometer in Österreich und Deutschland mit der Technologie verlegt. Auch in den technischen Regelwerken ist die Methode verankert: Seit 2020 ist die LAYJET-Technologie für den Glasfaserausbau als alternative Verlegemethode im österreichischen Normenwerk für Straßenbau berücksichtigt. Seit 2023 ist sie auch in der deutschen DIN-Norm 18220 verankert. „Der Glasfaserausbau ist eine zentrale Voraussetzung für eine leistungsfähige digitale Infrastruktur. Innovative Verfahren wie dieses können dazu beitragen, den Ausbau effizient umzusetzen und gleichzeitig die Auswirkungen auf bestehende Straßen und den laufenden Verkehr möglichst gering zu halten“, so Schneemann.
Aktueller Einsatz beim Landesbackbone
Im Rahmen der Errichtung des Landesbackbone im Burgenland wird das Kompetenzzentrum Breitband der BE Technology GmbH als Umsetzungsstelle der Breitbandstrategie Burgenland 2030 beim aktuellen Abschnitt von Sieggraben bis St. Martin durch LAYJET unterstützt. Der rund 16 Kilometer lange Abschnitt führt durch die Gemeinden Kobersdorf, Weppersdorf und Sieggraben und wird seit Anfang September unter der Leitung von Rainer Deutsch von der BE Technology GmbH umgesetzt. Die Fertigstellung ist bis etwa Ende Oktober vorgesehen. Auf knapp 13 Kilometern kommt die RVS-konforme LAYJET-Technologie zum Einsatz, mit der durchschnittlich rund 700 Meter pro Tag verlegt werden können. Durch die gleichzeitige GPS-Vermessung wird die Trasse unmittelbar lagerichtig dokumentiert. Die verbleibenden rund drei Kilometer werden mittels konventioneller Grabung, unterirdischer Bohrverfahren und Pflugverlegung umgesetzt.
Millioneninvestitionen in die digitale Infrastruktur
Das Land Burgenland investiert konsequent in eine zukunftssichere digitale Infrastruktur. Mit dem geförderten Ausbau offener Glasfasernetze sowie der Umsetzung des Zukunftsplans Burgenland, der Breitbandstrategie Burgenland 2030 und des Masterplans Breitband wurden wichtige Voraussetzungen für eine flächendeckende, sichere und leistungsfähige Breitbandversorgung geschaffen. Im Rahmen der Bundesförderprogramme „Breitband Austria 2020“ und „Breitband Austria 2030“ konnten bisher 41,3 Millionen Euro an Fördermitteln für Projekte im Burgenland gesichert werden. Damit wird ein Gesamtprojektvolumen von 72,3 Millionen Euro ermöglicht. Auch künftig fließen weitere Mittel in den Ausbau: Über das Programm „BBA 2030 OpenNet3“ stehen bis 2029 rund 1,09 Millionen Euro an Fördermitteln für das Burgenland zur Verfügung. Damit wird ein Gesamtprojektvolumen von rund 1,67 Millionen Euro, bei einer Förderquote von 65 Prozent, unterstützt. Die Mittel fließen insbesondere in den Ausbau offener, hochleistungsfähiger Glasfasernetze in ländlichen Regionen.
Breitbandversorgung über dem Österreich-Schnitt
Auch bei der Breitbandverfügbarkeit liegt das Burgenland über dem österreichischen Durchschnitt. Aktuell haben rund 80 Prozent der burgenländischen Haushalte die Möglichkeit, über das Festnetz einen gigabitfähigen Internetanschluss mit mindestens 1.000 Mbit/s zu nutzen, österreichweit sind es 75 Prozent. Bei Anschlüssen mit mindestens 100 Mbit/s liegt die Verfügbarkeit im Burgenland bei 92 Prozent gegenüber 91 Prozent im Österreich-Schnitt. Bei mindestens 30 Mbit/s verfügen 97 Prozent der burgenländischen Haushalte über eine entsprechende Anschlussmöglichkeit, österreichweit sind es 96 Prozent.
Mit der Präsentation in Weppersdorf wurde die Technologie anhand des konkreten Bauabschnitts Kobersdorf-Weppersdorf vorgestellt. Dabei konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor Ort ein Bild von der Verlegetechnik und ihrem Einsatz im Glasfaserausbau machen.
Download Pressefotos:
Glasfaserausbau_01:Wirtschaftslandesrat Leonhard Schneemann mit Breitbandkoordinator Georg Podebradsky (rechts i. B.) und LAYJET - Geschäftsführer Rainer Dunst (links i. B.) bei der Baustelle für den Glasfaserausbau im Abschnitt Kobersdorf-Weppersdorf.
Glasfaserausbau_02:LAYJET-Geschäftsführer Rainer Dunst, Wirtschaftslandesrat Leonhard Schneemann, Bürgermeister Andreas Tremmel (Kobersdorf), und Breitbandkoordinator Georg Podebradsky überzeugten sich gemeinsam vor Ort von der Umsetzung der LAYJET-Verlegetechnologie.
Glasfaserausbau_03:Wirtschaftslandesrat Leonhard Schneemann mit den am Glasfaserausbau beteiligten Projektpartnern beim aktuellen Bauabschnitt.
Bildquelle: Landesmedienservice / Dorothea Müllner-Frühwirth
Dorothea Müllner-Frühwirth, 23. September 2026
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