LR Schneemann: Frühzeitige Hilfe stärkt Kinder und Familien

Nicole Bartl, Kinder- und Jugendanwältin, Marek Zeliska, Standortleitung SOS-Kinderdorf Burgenland, Bernadette Kalcher, Pädagogische Leitung Familienstärkendes Tagesangebot Eisenstadt, Soziallandesrat Leonhard Schneemann, Istvan Deli, Vizebürgermeister Eisenstadt und Samara Sánchez-Pöll, Jugendgemeinderätin Eisenstadt, durchschnitten gemeinsam das Band zur Eröffnung des neuen Tagesangebots in Eisenstadt. Damit wird die teilstationäre Kinder- und Jugendhilfe im Burgenland weiter ausgebaut, um Kinder und Familien frühzeitig und gezielt zu unterstützen.
Marek Zeliska, Leiter des SOS-Kinderdorfs Burgenland, Soziallandesrat Leonhard Schneemann und Bernadette Kalcher, pädagogische Leiterin, vor den Räumlichkeiten des neuen Tagesangebots des SOS-Kinderdorfs.

Das neue Tagesangebot in Eisenstadt ergänzt die teilstationäre Kinder- und Jugendhilfe und unterstützt Familien direkt im Alltag

Mit der Eröffnung des neuen Tagesangebots von SOS-Kinderdorf in der Gölbeszeile in Eisenstadt wird die teilstationäre Kinder- und Jugendhilfe im Burgenland weiter ausgebaut. Das Land Burgenland hat die Initiative für diesen Ausbau gesetzt, SOS-Kinderdorf übernimmt die Umsetzung des Tagesangebots. Soziallandesrat Leonhard Schneemann betonte bei der heutigen Eröffnung die Bedeutung frühzeitiger, bedarfsgerechter Unterstützung für Kinder und ihre Familien. Ziel sei es, Krisen rechtzeitig abzufangen, familiäre Bindungen zu stärken und stationäre Unterbringungen möglichst zu vermeiden, solange das Kindeswohl gesichert sei. „Kinder brauchen Sicherheit, verlässliche Bezugspersonen und Menschen, die ihnen zuhören. Wenn Familien im Alltag an ihre Grenzen stoßen, braucht es rechtzeitig Unterstützung statt erhobener Zeigefinger. Mit diesem Tagesangebot schaffen wir eine Anlaufstelle, die Kinder gezielt fördert und gleichzeitig ihren Eltern den Rücken stärkt“, erklärte Soziallandesrat Leonhard Schneemann.

Individuelle Unterstützung im vertrauten Umfeld

Das Tagesangebot bietet Kindern und Jugendlichen einen verlässlichen Rahmen für ihre persönliche Entwicklung. Dazu zählen die Unterstützung bei den Hausaufgaben, die Förderung sozialer Kompetenzen, Hilfe im Umgang mit Konflikten sowie die Stärkung des Selbstvertrauens. Gleichzeitig werden Eltern begleitet, ihre Erziehungskompetenzen gestärkt und gemeinsame Alltagsstrukturen entwickelt. Die teilstationäre Betreuung ergänzt die mobile Familienarbeit und setzt dort an, wo punktuelle Unterstützung zu Hause nicht mehr ausreicht. Durch die intensive Begleitung während des Tages sollen Krisen frühzeitig erkannt und bewältigt werden, damit Kinder weiterhin in ihrem vertrauten familiären Umfeld leben können, sofern dies mit dem Kindeswohl vereinbar ist. „Unser Grundsatz lautet: Mobil vor stationär. Wir wollen Familien so früh wie möglich erreichen und ihnen jene Unterstützung anbieten, die sie tatsächlich brauchen. Nicht jede Krise muss in einer Trennung von Eltern und Kindern münden. Entscheidend sind passgenaue Hilfen, verlässliche Beziehungen und eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten“, so Schneemann.

„Die Welt der Familien ist wie ein Meer. Mal ruhig, mal aufgewühlt, mal einladend schön, mal unwirtlich stürmisch. Da braucht es Halt, einen sicheren Hafen, einen verlässlichen Anker“, wissen SOS-Kinderdorf Standortleiter Marek Zeliska und die Pädagogische Leiterin Berndaette Kalcher. „Ich habe heute etwas mitgebracht: einen Anker. Er symbolisiert die Arbeit im Handlungsfeld Familie. Er steht für Sicherheit und Stabilität in stürmischen Zeiten, für Bindung und Halt, für die Verbindung zu den Kindern, Familien, unseren Auftraggeberinnen und Vernetzungspartnern. Er steht für Hoffnung, schwierige Lebenssituationen gemeinsam bewältigen zu können", so Kalcher bei der Eröffnung.

Bewährt hat sich die Vision vom Anker, das Modell teilstationäres Tagesangebot von SOS-Kinderdorf bereits seit vielen Jahren in Oberwart. „Was uns am Herzen liegt, ist die Präventionsarbeit“, betont Marek Zeliska. "Dafür braucht es individuelle Unterstützung, die auf die Bedürfnisse der jeweiligen Familie abgestimmt ist. In diesen Betreuungssettings kann genau das gewährleistet werden. Danke an alle unsere Partner*innen, die uns in dieser Arbeit unterstützen und all das möglich machen."

Steigender Unterstützungsbedarf in der Kinder- und Jugendhilfe

Die Entwicklung der Kinder- und Jugendhilfe im Burgenland unterstreicht die Bedeutung solcher Angebote. Die Zahl der Gefährdungsabklärungen stieg von 884 im Jahr 2020 auf 1.958 im Jahr 2025. Gleichzeitig erhöhte sich die Zahl der Kinder in Einrichtungen von 243 auf 362. Die Zahlen verdeutlichen den steigenden Abklärungs- und Unterstützungsbedarf. Zu den Herausforderungen zählen unter anderem psychische Belastungen, familiäre Krisen, Gewalterfahrungen, Vernachlässigung und Suchtproblematiken. Auch Schulverweigerung und Suspendierungen stellen die Kinder- und Jugendhilfe zunehmend vor Aufgaben, die eine enge Zusammenarbeit mit Familien, Schulen und dem Gesundheitsbereich erfordern.

SOS-Kinderdorf als langjähriger Partner

Das SOS-Kinderdorf ist seit 1960 im Burgenland tätig und verfügt über jahrzehntelange Erfahrung in der stationären Betreuung sowie in der mobilen und ambulanten Familienarbeit. Mit dem neuen Tagesangebot in Eisenstadt wird die bestehende Unterstützung für Kinder und Familien um einen wichtigen Baustein ergänzt.  Schneemann dankte dem Leiter des SOS-Kinderdorfs Burgenland, Marek Zeliska, der pädagogischen Leiterin Bernadette Kalcher und dem gesamten Team sowie den Fachkräften der Kinder- und Jugendhilfe und den Kooperationspartnern für ihren Einsatz. „Wirksame Kinder- und Jugendhilfe lebt vor allem von den Menschen, die Kinder und Familien begleiten. Hilfe anzunehmen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein verantwortungsvoller Schritt. Jedes Kind verdient die Chance auf eine gute Zukunft – und wir müssen die Voraussetzungen dafür schaffen“, betonte der Landesrat.

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SOS-Kinderdorf_02

Bildtext SOS-Kinderdorf_01: Nicole Bartl, Kinder- und Jugendanwältin, Marek Zeliska, Standortleitung SOS-Kinderdorf Burgenland, Bernadette Kalcher, Pädagogische Leitung Familienstärkendes Tagesangebot Eisenstadt, Soziallandesrat Leonhard Schneemann, Istvan Deli, Vizebürgermeister Eisenstadt und Samara Sánchez-Pöll, Jugendgemeinderätin Eisenstadt, durchschnitten gemeinsam das Band zur Eröffnung des neuen Tagesangebots in Eisenstadt. Damit wird die teilstationäre Kinder- und Jugendhilfe im Burgenland weiter ausgebaut, um Kinder und Familien frühzeitig und gezielt zu unterstützen.

Bildtext SOS-Kinderdorf_02: Marek Zeliska, Leiter des SOS-Kinderdorfs Burgenland, Soziallandesrat Leonhard Schneemann und Bernadette Kalcher, pädagogische Leiterin, vor den Räumlichkeiten des neuen Tagesangebots des SOS-Kinderdorfs.

Bildquelle: Landesmedienservice Burgenland

Dorothea Müllner-Frühwirth, 13. Oktober 2026

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