LH-Stv.in Haider-Wallner/LR Kaineder: Schluss mit der Preisdiskriminierung von Frauen

Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner und Landesrat Stefan Kaineder fordern anlässlich des Weltfrauentages ein Ende der Preisdiskriminierung von Frauen.

Gleichstellung endet nicht bei Sonntagsreden

Anlässlich des Weltfrauentags am 8. März machen die für Konsumentinnenschutz und Konsumentenschutz zuständigen Landesrät:innen im Burgenland und in Oberösterreich klar: Gleichstellung endet nicht bei Sonntagsreden. Frauen zahlen in Österreich noch immer drauf – auch bei Hygieneprodukten, bei Körperpflege und sogar dann, wenn die Politik Entlastung verspricht. Diese Preisdiskriminierung trägt dazu bei, die bestehende wirtschaftliche Ungerechtigkeit zwischen den Geschlechtern noch zu verstärken.

Steuer gestrichen – aber nicht überall billiger

Seit Jänner 2026 sind Tampons, Binden, Slipeinlagen und Kondome steuerfrei. Ein längst überfälliger Schritt. Doch eine aktuelle Untersuchung zeigt: Die Steuerbefreiung kommt nicht automatisch bei den Konsument:innen an.

Ein Preismonitor der Arbeiterkammer untersuchte 362 Produkte in zehn Online- und Filialgeschäften zwischen November 2025 und Jänner/Februar 2026. Das Ergebnis zeigt: Während die meisten Handelsunternehmen – abgesehen von minimalen Rundungsdifferenzen – die Steuerersparnis korrekt weitergaben, blieb der Preisrutsch bei anderen aus.

Bei einer Lebensmitteleinzelhandelskette zeigte sich ein gemischtes Bild – einzelne Tampons, Binden und Kondome lagen weiterhin bis zu 8,3 Prozent über dem Preis nach Abzug der Steuer. Positiv hervorzuheben ist eine Drogerie, wo nahezu alle Produkte korrekt angepasst wurden. Auch der Negativ-Spitzenreiter ist eine Drogerie: Bei allen erhobenen Slipeinlagen sowie bei zahlreichen Tampons, Binden und Kondomen wurde die Umsatzsteuer nicht weitergegeben. Einzelne Produkte waren sogar deutlich teurer, als sie nach dem Steuer-Aus sein dürften.

Wer Steuersenkungen einbehält, profitiere auf Kosten von Frauen. Das sei inakzeptabel. Die Bundesregierung sei nun gefordert, entsprechende Schritte zu unternehmen und die Konzerne in die Pflicht zu nehmen, sind sich die burgenländische Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner und der oberösterreichische Landesrat Stefan Kaineder einig.

„Pink Tax“: Frauen zahlen 35 Prozent mehr

Doch das Problem geht tiefer. Die sogenannte „Pink Tax“ ist weiterhin Realität.

Eine Erhebung in den Online-Shops der drei größten österreichischen Drogeriemärkte zeigt: Frauen zahlen für Produkte einer typischen Morgenhygiene im Schnitt 60,1 Euro, Männer hingegen 44,4 Euro. Das ist ein Preisunterschied von 35,4 Prozent. Gleiche Funktion, andere Farbe: höherer Preis.

„Diese Praxis ist nicht nur ein Marketing-Thema, sondern auch strukturelle Benachteiligung. Frauen verdienen im Schnitt weniger und werden gleichzeitig systematisch stärker belastet. Das ist keine Kleinigkeit, sondern ein Gleichstellungsproblem“, betont LH-Stv.in Haider Wallner.

Gleichberechtigung heißt auch: wirtschaftliche Gerechtigkeit

„Wenn Frauen für Alltagsprodukte mehr bezahlen müssen, verschärft das die wirtschaftliche Ungleichheit“, ergänzt LR Kaineder.

Markttransparenz ist eine Frage der Fairness. Und Fairness ist eine Frage der Machtverhältnisse.

Daher fordern Haider-Wallner und Kaineder:

  1. Verbindliche und laufende Kontrollen durch die Bundesbehörden, damit Steuersenkungen vollständig an Konsument:innen weitergegeben werden.
  2. Klare Sanktionsmöglichkeiten bei Nicht-Weitergabe von Steuersenkungen. Wer kassiert, obwohl die Steuer wegfällt, darf nicht damit davonkommen.
  3. Prüfung eines gesetzlichen Verbots geschlechtsspezifischer Preisdiskriminierung, wenn Produkte funktional gleichwertig sind.
  4. Verpflichtende Transparenzregeln bei Preisgestaltung und Marketing, insbesondere bei geschlechtsspezifischer Produktdifferenzierung.
  5. Regelmäßige bundesweite Monitorings zum Gender Pricing
  6. Kostenlose Menstruationsprodukte in allen öffentlichen Bildungseinrichtungen und Landesdienststellen als Standard moderner Gleichstellungspolitik.

„Der Weltfrauentag ist kein PR-Termin. Er ist ein politischer Auftrag. Solange Frauen für die gleiche Lebensrealität mehr bezahlen, ist Gleichstellung nicht erreicht“, so Haider-Wallner und Kaineder abschließend.

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Bildtext Weltfrauentag: Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner und Landesrat Stefan Kaineder fordern anlässlich des Weltfrauentages ein Ende der Preisdiskriminierung von Frauen.

Bildquelle: Büro LH-Stv.in Haider-Wallner

Eisenstadt, 06. März 2026

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