Klinik Güssing: Erstmalig simultane beidseitige Kreuzbandoperation erfolgreich durchgeführt

Oberarzt Dr. Otmar Leithgöb, Patientin Manuela Hostniker, Physiotherapeutin Anita Bognar und die pflegerische Leitung der orthopädischen Bettenstation DGKP Ernst Peter, BScN, MSc (v.l.).

LH Doskozil: „Diese Premiere in Güssing zeigt, dass unsere Gesundheitsoffensive wirkt“

Premiere für das Burgenland: Einer jungen Frau wurden nach einem Skiunfall die Bänder beider Knie gleichzeitig operiert. Die Abteilung für Orthopädie und Traumatologie in der Klinik Güssing schreibt damit im Burgenland Geschichte. Landeshauptmann Hans Peter Doskozil: „Diese Premiere in Güssing ist mehr als ein medizinischer Erfolg. Sie zeigt, dass unsere Gesundheitsoffensive wirkt und wir das Angebot Schritt für Schritt in allen Landesteilen ausbauen.“

Eine außergewöhnliche und medizinisch hochanspruchsvoller Eingriff ist Anfang Jänner in der Klinik Güssing erfolgreich über die Bühne gegangen. Aufgrund der Art, Schwere und vor allem Seltenheit der Verletzung sowie der besonderen organisatorischen und operativen Leistung des gesamten Teams stellt dieser Eingriff, sowohl für das Haus als auch für das Bundesland Burgenland, eine Besonderheit dar.

Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, Aufsichtsratsvorsitzender der Gesundheit Burgenland: „Die erfolgreiche Operation in Güssing ist ein klarer Beleg dafür, dass unsere Gesundheitsoffensive greift und wir die medizinische Versorgung im Burgenland kontinuierlich und flächendeckend stärken. Für Patientinnen und Patienten bedeutet das: weniger Wartezeit, schnellere Genesung und eine spürbare Verbesserung der Versorgung – genau darum geht es uns. Die Burgenländerinnen und Burgenländer sollen bestmöglich behandelt werden – ohne weite Wege, ohne unnötige Verzögerung.“

Eine Patientin hatte sich am Dreikönigstag bei einem Skiunfall schwer verletzt. Die Diagnose: ein Riss des vorderen Kreuzbandes am rechten Kniegelenk einhergehend mit einem Meniskusriss, sowie ein Riss des vorderen Kreuzbandes am linken Kniegelenk, kombiniert mit einer Seitenbandrissbildung. „Diese Kombination beidseitiger Knieverletzungen ist extrem selten und tritt statistisch in Österreich lediglich rund 30-mal im Jahr auf“, betont Oberarzt Dr. Otmar Leithgöb, Facharzt für Unfallchirurgie und Sporttraumatologie sowie Facharzt für Orthopädie und Traumatologie in der Klinik Güssing.

Beide Knie auf einmal operiert

Aufgrund des sportlichen Anspruchs und des jungen Alters der Patientin empfahl der Chirurg eine operative Versorgung. „Üblicherweise werden Kreuzbandverletzungen einzeln, also knieweise, operiert. Der Vorteil dieses Vorgehens liegt darin, dass sich die Patientin in der Rehabilitation auf das jeweils nicht operierte Knie stützen kann. Im vorliegenden Fall waren jedoch beide Kniegelenke schwer geschädigt, wodurch dieser Vorteil nicht gegeben war“, führt der Operateur weiter aus.

Da die Rehabilitationszeit pro Kniegelenk mindestens neun Monate beträgt, hätte eine gestaffelte Operation bedeutet, dass das zweite Knie frühestens im Herbst 2026 hätte operiert werden können. Die vollständige sportliche Belastbarkeit wäre somit erst im Herbst 2027 erreicht worden. Insgesamt hätte dies einen Sportverzicht von nahezu zwei Jahren bedeutet. Ein erheblicher Nachteil, den man der Patientin ersparen wollte. Aus diesem Grund entschied sich das interdisziplinäre Team für eine simultane beidseitige Kreuzbandoperation. Dieser Eingriff wurde in dieser Form im Burgenland zum ersten Mal durchgeführt. Österreichweit ist er nur in Einzelfällen dokumentiert und auch international wird er sehr selten vorgenommen.

Die wesentlichen Vorteile dieses Vorgehens

  • Einmalige Narkose: Durch die gleichzeitige Operation beider Knie war nur eine einmalige Narkose erforderlich. Auch die Nachbehandlungsphase kann zeitgleich stattfinden.
  • Verkürzung der Rekonvaleszenz: Die Bewegungsfähigkeit kann deutlich früher wieder erlangt werden, die sportlichen Aktivitäten innerhalb von ca. neun Monaten statt bis zu zwei Jahren wieder aufgenommen werden.
  • Verwendung von Spendersehnen: Um die bereits stark verletzten Kniegelenke nicht zusätzlich durch die Entnahme körpereigener Sehnen zu schwächen wurden zum Ersatz der vorderen Kreuzbänder Spendersehnen verwendet.
  • Kurze Operationsdauer: Beide Kniegelenke wurden innerhalb von 83 Minuten erfolgreich operiert.

Die Patientin zeigte sich nach dem Eingriff optimistisch und motiviert: „Es ist mein Ziel, beim Skiopening 2026 in Schladming, genau ein Jahr nach meiner Verletzung, wieder aktiv die Pisten bewältigen zu können.“

Mit diesem Eingriff unterstreicht die Klinik Güssing ihre hohe medizinische Expertise, ihre innovative Behandlungsstrategie sowie die hervorragende interdisziplinäre Zusammenarbeit zum Wohle der Patientinnen und Patienten. Die orthopädische Chirurgie ist in Güssing ein besonders starker Bereich, die Zahl der Hüft- und Knieoperationen ist in den letzten fünf Jahren um 42 Prozent angestiegen. Von Jänner bis Anfang Dezember 2025 wurden rund 780 Eingriffe durchgeführt.

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Bildtext Orthoeingriff Klinik Güssing: Oberarzt Dr. Otmar Leithgöb, Patientin Manuela Hostniker, Physiotherapeutin Anita Bognar und die pflegerische Leitung der orthopädischen Bettenstation DGKP Ernst Peter, BScN, MSc (v.l.).

Bildquelle: Gesundheit Burgenland

Güssing, 14. Jänner 2026

Rückfragehinweis: Gesundheit Burgenland, Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit, kommunikation(at)gesundheit-burgenland.at