Die Verordnung zur Bekämpfung der Goldgelben Vergilbung (Grapevine Flavescence dorée, GFD) wurde heute, am 21. Mai, gemeinsam mit der darin verankerten Landesstrategie 2026 beschlossen. Ziel der Strategie ist eine landesweit koordinierte, risikobasierte Bekämpfung der Quarantänekrankheit sowie ihres Überträgers, der Amerikanischen Rebzikade (Scaphoideus titanus). Den Kern bilden ein dreistufiges Zonensystem, gezieltes Monitoring sowie praxisnahe Vorgaben für Weinbaubetriebe, Privatpersonen und Gemeinden. „Die Verordnung liefert den rechtlichen Rahmen – entscheidend ist aber die Umsetzung vor Ort“, so Agrarlandesrätin Anja Haider-Wallner. „Die Strategie schafft Klarheit für alle Beteiligten und stellt sicher, dass die Maßnahmen einheitlich greifen und zeitlich optimal gesetzt werden."
Die jährlich zu aktualisierende Landesstrategie basiert auf den Befallsergebnissen des Vorjahres sowie den Monitoringdaten der AGES aus der laufenden Vegetationsperiode. Dadurch können Befallsherde frühzeitig erkannt, regionale Risikoprofile erstellt und optimale Zeitfenster für Bekämpfungsmaßnahmen definiert werden.
Die konsequente Symptomkontrolle – auch im Privatgarten und bei dekorativen Rebpflanzen wie der Clematis – bleibt im ganzen Burgenland alternativlos. Befallene Rebstöcke sowie symptomatische Pflanzen sind in der Befallszone inklusive Wurzelwerk von BewirtschafterInnen, EigentümerInnen oder sonstigen Verfügungsberechtigten verpflichtend zu entfernen. Auch verwilderte oder nicht bewirtschaftete Weingärten werden konsequent einbezogen.
"Es geht nur gemeinsam – auch Privatpersonen sind dringend dazu angehalten, Rebpflanzen im eigenen Garten zu kontrollieren. Die Amerikanische Rebzikade ist nicht besonders wählerisch – oft reichen ihr schon eine gemütliche Weinlaube oder ein vergessener Rebstock, um sich zwischen den Weingärten zu verbreiten”, betont Haider-Wallner.
Zeitlich optimierte Maßnahmen gewährleisten Ressourceneffizienz
Neben der Rodung von befallenen Rebstöcken gilt die Bekämpfung des Überträgers als zentrale Maßnahme. Diese erfolgt entlang der tatsächlichen Entwicklungsphasen der Amerikanischen Rebzikade – von den verschiedenen Larvenstadien bis zum Zikadenflug.
In frühen Larvenstadien stehen pflanzenstärkende und repellente Maßnahmen im Vordergrund, in späteren Stadien kommen gezielte Insektizidanwendungen entsprechend dem Zonensystem von Befalls-, Sicherheitszone und Verbreitungsgebiet zum Einsatz. Dabei wird zwischen konventionellem und biologischem Weinbau differenziert, für beide Bewirtschaftungsformen sind eigene Pflanzenschutzmittel definiert. Für Weinhecken und Weinlauben ist der Einsatz von Klebefallen auch im Privatbereich vorgesehen.
„Bei der Erarbeitung der Strategie war uns besonders wichtig, den Einsatz von Insektiziden zeitlich exakt festzulegen – nämlich auf jenes Entwicklungsstadium, in dem sich die Zikaden im dritten Larvenstadium befinden“, betont Haider-Wallner. „Ein zu früher oder zu später Einsatz wäre nicht nur ineffektiv und damit eine Verschwendung von Ressourcen, sondern würde auch andere Insektenarten unnötig belasten.“
Die Informationen zu den aktuellen Zonen, den einzusetzenden Maßnahmen und deren Anwendungszeitpunkten werden auf den jeweiligen Websites des Landes Burgenland und der Landwirtschaftskammer Burgenland veröffentlicht. Zudem ergehen Informationsschreiben an die Weinbaubetriebe, Weinbauvereine und Gemeinden. Die WeinbauberaterInnen der Landwirtschaftskammer Burgenland stehen für etwaige Fragen zusätzlich zur Verfügung.
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Strategieteam Rebzikade 1 Strategieteam Rebzikade 2
Bildtext Strategieteam Rebzikade 1: LH-Stv.in Anja Haider-Wallner
Bildtext Strategieteam Rebzikade 2: GFD-Strategieteam bestehend aus VertreterInnen des Landes Burgenland, der Landwirtschaftskammer Burgenland, des Pflanzenschutzdienstes Burgenland, der BIO AUSTRIA und der AGES.
Bildnachweis: Büro LH-Stv.in Anja Haider-Wallner
Eisenstadt, 21. Mai 2026
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