Claudia Kreiner-Ebinger aus Eisenstadt, die seit vier Jahrzehnten sowohl in der AK Burgenland als auch in der Volkshochschule zahlreiche Bildungsprogramme entwickelt hat, ist die Trägerin des diesjährigen Rosa-Jochmann Preises. Der Preis, der heuer zum 15. Mal vergeben wurde, würdigt herausragende Leistungen und besonderes Engagement von Frauen in den unterschiedlichsten Bereichen. Heuer wurden Frauen vor den Vorhang geholt, die die burgenländische Bildungslandschaft durch ihr Engagement prägen. Wie im Vorjahr wurden auch heuer neben dem Hauptpreis ein zweiter und dritter Preis vergeben. Diesen erhielten die diplomierte Erwachsenenbildungstrainerin und Jugendcoach Zeynep Ertugrul sowie die Fachbereichsleiterin für Schulprojekte beim BFI Burgenland, Beate Venus. „Wenn der diesjährige Rosa-Jochmann-Preis im Bereich Bildung vergeben wird, schließt sich damit ein Kreis zu seiner Namensgeberin. Denn Rosa Jochmann wollte Lehrerin werden, bevor das Schicksal in die Fabrik und den Widerstand führte. Zeit ihres Lebens setzte sie sich nicht nur gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus ein, sondern vor allem auch für Aufklärung und Empowerment“, so Bildungs- und Frauenlandesrätin Daniela Winkler: „Bildung ist der Schlüssel zur Freiheit. Wer lernt, kann sein Leben selbst gestalten. Besonders im ländlichen Raum brauchen wir Frauen, die Barrieren abbauen und aus dem typisch geprägten altmodischen Rollenbild ausbrechen – sei es der Zugang zur Schule, die Technik-Begeisterung (MINT) oder der zweite Bildungsweg. Die diesjährigen Preisträgerinnen ermöglichen dies mit ihrem Engagement. Sie haben bereits zahlreichen Menschen eine Perspektive gegeben und verändern damit das Burgenland zum Besseren.“
Mit der Verleihung des diesjährigen Rosa-Jochmann-Preises an Claudia Kreiner-Ebinger werden vier Jahrzehnte Engagement für Chancen, Gerechtigkeit und Zukunftsperspektiven im Burgenland gewürdigt. Kreiner-Ebinger begann ihre berufliche Laufbahn in der Förderungsstelle für Erwachsenenbildung, wo sie die Abteilung Bildungsberatung und Bildungsinformation aufbaute und erste EU-Projekte übernahm. Bei den Burgenländischen Volkshochschulen setzte sie mit dem „Zweiten Bildungsweg“ ein starkes Zeichen dafür, dass Lernen keine Altersgrenze kennt. Ihre Visionen brachte sie in leitenden Funktionen im Renner Institut und schließlich in der AK Burgenland ein. Dort baute Kreiner-Ebinger ein landesweites Bildungsprogramm auf, setzte sich für eine qualitativ hochwertige Ausbildung von Lehrlingen ein, stärkte Betriebsrätinnen und Betriebsräte und engagiert sich bis heute konsequent für Qualifizierungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Mit dem „AK-Bildungsnavi“ etablierte sie eine Anlaufstelle, die vielen Menschen Orientierung gibt und Bildungsziele greifbar macht.
Was Claudia Kreiner-Ebinger jedoch besonders auszeichne, sei neben ihrer fachlichen Kompetenz ihre Haltung, so Landesrätin Daniela Winkler: „Claudia Kreiner-Ebinger denkt Bildung immer sozial, inklusiv und aus feministischer Perspektive, und immer mit großem Herzen. Kooperationen zwischen Institutionen entstehen oft durch ihre Initiative, etwa die Lern- und Feriencamps für Kinder, die seit 2020 Familien spürbar entlasten und Kindern wertvolle Erfahrungen ermöglichen. Auch als Trainerin im Verein Tagesmütter und als Vortragende in Frauenlehrgängen stärkt sie Menschen nachhaltig. Sie hört zu, erkennt Potenziale und kämpft beharrlich dafür, dass niemand aufgrund von Herkunft, Geschlecht oder finanziellen Möglichkeiten ausgeschlossen wird. Dieser Preis würdigt nicht nur ihre Laufbahn, sondern auch ihre Überzeugung, dass Bildung Leben verändern kann.“
Zweiter Platz geht an Zeynep Ertugrul
Mit dem zweiten Platz wurde Zeynep Ertugrul aus Neusiedl am See ausgezeichnet. Als diplomierte Erwachsenenbildungstrainerin und Jugendcoach begleitet sie seit vielen Jahren Jugendliche und junge Erwachsene beim Einstieg ins Berufsleben, insbesondere in der Überbetrieblichen Lehrausbildung und in der Berufsorientierung. Zehn Jahre lang war sie beim DIALOG Bildungs- und Beratungsinstitut in Neusiedl am See tätig. In dieser Zeit hat sie unzählige junge Menschen nicht nur ausgebildet, sondern ihnen Perspektiven eröffnet, Selbstvertrauen vermittelt und Wege in eine stabile Zukunft geebnet. Ihre Mischung aus Professionalität, Struktur und menschlicher Wärme schafft ein Umfeld, in dem junge Menschen wachsen können. Mit ihrem begonnenen Studium der Sozialarbeit an der Universität für Weiterbildung in Krems vertieft sie diesen Weg konsequent weiter. Landesrätin Winkler: „Aufgewachsen in einer Familie mit Migrationshintergrund und begrenzten Ressourcen weiß Zeynep Ertugrul aus eigener Erfahrung, wie entscheidend Vertrauen, Förderung und Ermutigung sind. Dass sie einst ihre Mutter zu Reinigungsarbeiten ins Technologiezentrum Neusiedl begleitete und heute dort selbst als Trainerin arbeitet, steht sinnbildlich für ihren Weg – und für die Perspektiven, die Bildung eröffnen kann.“
Dritter Platz geht an Beate Venus
Die Drittplatzierte, Bildungsmanagerin und Projektmanagerin Beate Venus, ist seit 2019 Fachbereichsleiterin für Schulprojekte beim BFI Burgenland. Ein Herzensanliegen der jahrzehntelangen Bildungsarbeit von Beate Venus ist die Förderung von Frauen und Jugendlichen. Viele verschiedene arbeitsmarktpolitische Projekte hat sie selbst konzipiert und mit ihren Teams umgesetzt. Seit 2009 prägt sie arbeitsmarktpolitische Initiativen, wie „FIT – Frauen in Handwerk und Technik“, mit Talente-Checks, Vorqualifizierungen und Intensivausbildungen, sowie Programme für Frauen für den Wiedereinstieg ins Berufsleben. Als Koordinatorin der MINT-Regionen Güssing, Jennersdorf und Oberwart positioniert sie das BFI Burgenland zudem österreichweit und grenzüberschreitend als starken Partner in der MINT-Bildung. Mit den mobilen Lernbussen des von ihr entwickelten Projektes MOBITA konnten seit 2020 bereits über 7.000 Schülerinnen und Schüler ihre Talente entdecken, Technik erleben und Berufe mit Zukunft kennenlernen. Beate Venus denkt Bildung vernetzt, regional verankert und zukunftsorientiert. Sie nutzt jede Projektidee als Chance für Menschen, für Regionen und für kommende Generationen.
Über Rosa Jochmann
1901 als Kind einer Arbeiterfamilie in Simmering geboren, begann Rosa Jochmann mit 14 Jahren in einer Süßwarenfabrik zu arbeiten und kam über die Gewerkschaft in Berührung mit der Sozialdemokratie. Zeit ihres Lebens erhob sie ihre Stimme gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus. Während der Herrschaft des Austrofaschismus und später des Nationalsozialismus wurde sie wegen ihrer politischen Überzeugung verfolgt und inhaftiert. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte Rosa Jochmann von 1945 bis 1967 dem Nationalrat an. 1959 wurde sie SPÖ-Frauenvorsitzende. Auch dem Bund Sozialdemokratischer Freiheitskämpfer*innen, Opfer des Faschismus und aktiver AntifaschistInnen (vormals Bund Sozialistischer Freiheitskämpfer) stand Rosa Jochmann von 1949 bis 1990 vor.
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Rosa-Jochmann-Preis 1
Rosa-Jochmann-Preis 2
Rosa-Jochmann-Preis 3
Rosa-Jochmann-Preis Preisträgerinnen 1
Rosa-Jochmann-Preis Preisträgerinnen 2
Bildtext Rosa-Jochmann-Preis 1: Frauen- und Bildungslandesrätin Mag.a (FH) Daniela Winkler mit Rosa-Jochmann-Preisträgerin Mag.a Claudia Kreiner-Ebinger, Künstlerin Petra Mörth, die das Preisbild für die Erstplatzierte gestaltete, und Martina Knartz, BSc MA, Leiterin des Referats Frauen, Antidiskriminierung und Gleichbehandlung.
Bildtext Rosa-Jochmann-Preis 2: Frauen- und Bildungslandesrätin Mag.a (FH) Daniela Winkler mit der Zweitplatzierten Zeynep Ertugrul und Martina Knartz, BSc MA, Leiterin des Referats Frauen, Antidiskriminierung und Gleichbehandlung.
Bildtext Rosa-Jochmann-Preis 3: Frauen- und Bildungslandesrätin Mag.a (FH) Daniela Winkler mit der Drittplatzierten Mag.a Beate Venus und Martina Knartz, BSc MA, Leiterin des Referats Frauen, Antidiskriminierung und Gleichbehandlung.
Bildtext Rosa-Jochmann-Preis Preisträgerinnen 1 (v.l.n.r.): Martina Knartz, BSc MA, Leiterin des Referats Frauen, Antidiskriminierung und Gleichbehandlung, und Frauen- und Bildungslandesrätin Mag.a (FH) Daniela Winkler mit Rosa-Jochmann-Preisträgerin Mag.a Claudia Kreiner-Ebinger, der Zweitplatzierten Zeynep Ertugrul und der Drittplatzierten Mag.a Beate Venus.
Bildtext Rosa-Jochmann-Preis Preisträgerinnen 2 (v.l.n.r.): Martina Knartz, BSc MA, Leiterin des Referats Frauen, Antidiskriminierung und Gleichbehandlung, Frauen- und Bildungslandesrätin Mag.a (FH) Daniela Winkler Künstlerin Petra Mörth, die das Preisbild für die Erstplatzierte gestaltete, mit Rosa-Jochmann-Preisträgerin Mag.a Claudia Kreiner-Ebinger, der Zweitplatzierten Zeynep Ertugrul und der Drittplatzierten Mag.a Beate Venus.
Bildquelle: Büro LRin Winkler/ Novak
Nina Sorger, 09. März 2025
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