Landeshauptmann-Stellvertreterin und Klimaschutzlandesrätin Anja Haider-Wallner präsentierte heute gemeinsam mit Marcus Keding, Geschäftsführer der Forschung Burgenland, und Projektleiter Marcus Hofmann ein neues Berechnungstool für Treibhausgasemissionen, Energieverbrauch und Energieerzeugung im Burgenland. Damit wird der Weg des Landes hin zur bilanziellen Klimaneutralität bis 2030 sowie zur vollständigen Klimaneutralität bis 2040 erstmals umfassend quantifizierbar und jährlich nachvollziehbar dargestellt. „Dies war eine zentrale Forderung aus dem Burgenländischen Klimaschutzgesetz“, betonte Haider-Wallner. „Das Ziel Klimaneutralität 2040 ist ambitioniert! Um kontinuierlich am richtigen Weg zu bleiben, müssen die Auswirkungen der Maßnahmen messbar und jährlich überprüfbar sein. Damit wir sehen, ob und wie Maßnahmen wirken und wir gegebenenfalls nachsteuern können.“ Das im Auftrag des Landes Burgenland entwickelte Tool basiert auf den jährlich veröffentlichten Daten des Umweltbundesamtes und der Bundesländerberichte. Es ermöglicht eine detaillierte sektorale Darstellung von Emissionen und Energieverbrauch und macht so die Umsetzung der Burgenländischen Klimastrategie objektiv nachvollziehbar. Projektleiter Marcus Hofmann erläuterte die Funktionsweise des Tools als umfassende Wirkungsfolgenanalyse: „Wir können damit erstmals systematisch darstellen, welche Maßnahmen welche Effekte auf Emissionen, Energieverbrauch und den Einsatz erneuerbarer Energien haben.“ Aufgrund der komplexen Bilanzierungsmethodik und da nur endgültige Detailstatistiken für die Berechnungen herangezogen werden, handelt es sich bei den Werten für das Jahr 2024 um die aktuellsten, erst vor kurzem veröffentlichten Daten.”
Als Basis für die Zielverfolgung dient das Jahr 2019. Seither zeigen die Daten eine positive Entwicklung: 2024 lagen die Treibhausgasemissionen im Burgenland bei 1,55 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalent – ein Rückgang um 5,1 Prozent gegenüber 2023 und der niedrigste Wert seit 1990. Der Verkehrssektor ist mit 52 Prozent weiterhin der größte Emittent, mit großem Abstand folgen die Sektoren Landwirtschaft (16 Prozent) und Gebäude (13 Prozent). „Im Gebäudesektor sind bereits deutliche Erfolge durch den Umstieg auf klimafreundliche Heizsysteme erkennbar“, so Haider-Wallner.
Beim Energieverbrauch zeigt sich laut Hofmann ein differenziertes Bild: Verkehrs- und Gebäudesektor liegen 2024 nahezu gleichauf, gefolgt von der Industrie. Insgesamt ist der Energieverbrauch seit 2019 gesunken, im Vergleich zum Vorjahr jedoch leicht gestiegen. Hierbei muss hervorgehoben werden, dass eine massive Verschiebung innerhalb der Energieträger stattfindet. Der Anteil fossiler Energieträger wie Gas und Öl und auch Diesel sinkt, was in Einklang mit den reduzierten Emissionswerten steht.
Bei der Energieerzeugung zeigt sich ein deutlich positiver Trend: Der Ausbau von Windkraft und Photovoltaik schreitet stark voran, ebenso steigt die biogene Wärmeproduktion aus Holz und Biogas kontinuierlich. „Die Entwicklung unterstreicht die zunehmende Bedeutung des Burgenlandes als erneuerbare Energie-Region mit stark wachsender Stromproduktion und stabiler, biogen geprägter Wärmebereitstellung“, so Hofmann.
Forschung als Partner der Transformation
Die Forschung Burgenland unterstützt die Burgenländische Landesregierung neben wissenschaftlicher Expertise und dem CO₂-Tool auch mit weiteren Projekten, die dazu beitragen, die Klimastrategie des Landes umzusetzen. Keding stellt exemplarisch einige Projekte in diesem Zusammenhang vor: „Klimaneutrale Verwaltung - wie kann die Landesverwaltung selbst klimaneutral werden?“, „FTech4Klimate - Nutzung von Satellitendaten für das Burgenland“, „WWEU - Wärmewende in der Region Eisenstadt Umgebung“ sowie „Green Sentry - klimabedingte Herausforderungen der Region Seewinkel, insbesondere Trockenheit und Wasserknappheit“.
Marcus Keding, Geschäftsführer der Forschung Burgenland, dazu: „Die Auswirkungen des Klimawandels sind längst Realität. Deshalb ist es entscheidend, jetzt innovative Forschungsansätze zu entwickeln und diese auszubauen. Die Forschung Burgenland beschäftigt sich bereits seit einigen Jahren mit nachhaltigen Lösungen an der Schnittstelle von Digitalisierung, Energie und Landwirtschaft. Projekte wie diese zeigen, wie wir mit Know-how und technologischer Kompetenz konkrete Antworten auf drängende Zukunftsfragen liefern können.“
Haider-Wallner betonte abschließend die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Politik und Wissenschaft: „Das ist ein sehr gutes Zusammenspiel zwischen dem Land Burgenland und der Forschung Burgenland. Ich bin zuversichtlich, dass wir unsere Klimaziele erreichen – und mit diesem Tool haben wir jetzt auch jedes Jahr klar im Blick, wo wir stehen, was wirkt und wo wir nachlegen müssen.“
Zum Herunterladen der Fotos klicken Sie auf folgende Links:
Bildtext CO₂- und Energiebilanz-Tool 1: (v.l.) Projektleiter Marcus Hofmann, Forschung Burgenland, Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner und Marcus Keding, Geschäftsführer Forschung Burgenland, präsentierten ein neues Berechnungstool für Treibhausgasemissionen.
Bildtext CO₂- und Energiebilanz-Tool 2: Pressekonferenz im Informatikum in Eisenstadt.
Bildtext CO₂- und Energiebilanz-Tool 3: Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner spricht bei der Pressekonferenz.
Bildquelle: Landesmedienservice Burgenland
Eisenstadt, 11. Mai 2026
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