Seit 2019 fördert das Land Burgenland die Errichtung und Instandsetzung von Horsten für den Weißstorch. Auch 2026 stehen dafür insgesamt 10.000 Euro zur Verfügung. Gefördert wird mit bis zu 1.500 Euro pro Standort. Die Maßnahme zielt auf Privatpersonen, private Vereine und Gemeinden ab. Der Storchenbestand entwickelt sich weiterhin positiv: 2024 wurden bereits 584 Brutpaare mit 1.030 Jungvögeln gezählt, noch 2020 waren es 385 Brutpaare mit 797 Jungvögeln. Das Burgenland beherbergt damit die meisten Störche aller österreichischen Bundesländer. „Die aktuellen Höchststände zeigen, dass sich die Storchenpopulation nach den Verlusten der vergangenen Jahrzehnte wieder gut erholt hat. Mit unserer Storchennest-Förderung sorgen wir dafür, dass genügend geeignete Nistplätze vorhanden sind und sich die Störche weiterhin gerne im Burgenland ansiedeln“, sagt Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner, die als Landesrätin unter anderem für den Naturschutz zuständig ist. Der Weißstorch ist nicht nur in der EU-Vogelschutzrichtlinie gelistet, sondern zählt auch nach dem Burgenländischen Naturschutz- und Landschaftspflegegesetz zu den besonders geschützten Tierarten.
Nach einem massiven Rückgang der Storchenpopulation im späten 20. Jahrhundert – 1986 wurden nur noch 273 Brutpaare mit 518 ausgeflogenen Jungvögeln gezählt – zeigt die Kurve seit einigen Jahren deutlich nach oben. 2024 wurde erstmals die Marke von 1.000 ausgeflogenen Jungstörchen überschritten – ein historischer Höchststand. „Insgesamt ist die Entwicklung sehr erfreulich. Damit das auch langfristig so bleibt, müssen wir aber vor allem extensiv bewirtschaftete Feuchtwiesen erhalten. Sie sind entscheidend dafür, dass sich der positive Trend beim Storch dauerhaft fortsetzt“, so Haider-Wallner.
Veränderte Lebensbedingungen als Herausforderung
Für den im Burgenland verbreiteten Weißstorch bleiben geeignete Lebensräume entscheidend. Herausforderungen bestehen vor allem im Verlust von Grünland, in sinkenden Bestandszahlen von Insekten und Amphibien sowie im Rückgang kleiner Feuchtflächen – auch infolge zunehmender Trockenperioden. „Extensiv bewirtschaftete Wiesen sind für den Storch unverzichtbar. Sie bieten Nahrung und Lebensraum – nicht nur für den Storch selbst, sondern für viele andere Arten. Ihr Erhalt ist daher ein zentraler Baustein für den Natur- und Artenschutz im Burgenland“, betont Haider-Wallner.
Auch die Klimakrise wirkt sich zunehmend auf das Zugverhalten der Störche aus. Generell kehren Weißstörche heute früher aus ihren Winterquartieren zurück. Besonders deutlich zeigt sich das bei westwärts ziehenden Populationen, die über Gibraltar fliegen und teilweise bereits in Westeuropa bis Vorarlberg überwintern. Diese Populationen legen kürzere Zugrouten zurück und zeigen deutliche Verschiebungen der Zugzeiten.
Die burgenländischen Störche zählen überwiegend zu den sogenannten Ostziehern, die über den Bosporus in ihre Winterquartiere fliegen. Ihre Zugrouten bleiben zwar weitgehend stabil, dennoch ist auch bei ihnen eine frühere Rückkehr zu beobachten – unter anderem, weil früh eintreffende Tiere bessere Chancen auf geeignete Brutplätze haben. Dadurch können sich langfristig auch die Zugzeiten verändern.
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Eisenstadt, 10. März 2026
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