Plattform für Kunstschaffende im Burgenland


Rosa Hermina Franz

Meierhofgasse 4
7540 Güssing

Geboren in Bad Hall, lebt seit 1964 in Güssing, ist Autodidaktin, künstlerisches Schaffen seit 1975, bevorzugt Hinterglasmalerei.

„Rosi Franz – das ist eine Überraschung, eine freudige, frohmachende Überraschung. Da ist Leuchten von außen, Strahlen von Innen, Wunder, Schönheit und Phantasie. Ihre Bilder bezaubern. Sie bannen das Auge so sehr, dass es sich erst lösen und wegschauen und nochmals hinschauen muss, um auch das andere zu bemerken, das ebenso da ist: Dunkles und Drohendes, Kanten und Ketten, die den Höhenflug hemmen. Die Harmonie der Farben und die Vollkommenheit der Formen sind nicht einfach geschenkt, sondern erarbeitet, den eigenen Zweifeln abgerungen, das Ergebnis eines noch lange nicht abgeschlossenen Prozesses.
Man muss von diesen Bildern so persönlich sprechen, weil die Bilder selbst fast nur von ihr sprechen, von der Künstlerin, die noch vor wenigen Jahren nicht gewusst hat, dass sie eine ist. Jedes Bild erzählt eine Geschichte und reizt den Betrachter zu Deutungsversuchen, die zuletzt doch misslingen müssen, weil sich Rosi Franz zwar in poetischen Metaphern ausspricht, aber doch nichts verrät.
Nicht von ungefähr hat sie im Glas ihr Material gefunden: es lässt das Dahinter durchscheinen und grenzt es gleichzeitig ab, und man weiß, die eigentliche Arbeit geschieht hinter der glatten Oberfläche. So sind die Bilder offen für das Auge und verschlossen für die nüchterne Interpretation. Sie lassen vom inneren Reichtum eines sensiblen Menschen nur so viel ahnen, wie die Poesie des Künstlers den anderen zum Nachdenken und Nachfreuen mitzuteilen vermag. Der Kern des Geheimnisses aber bleibt unberührt.“
Dr. Gabriele Strausz (Vorwort Kontrast 9)

Technikbeschreibung:
Das Besondere an der Technik der Hinterglasmalerei ist die seitenverkehrte Wiedergabe einer Skizze oder eines Bildes auf einer Glasscheibe. Wirkung zeigt nur auffallendes (nicht durchscheinendes) Licht. Transparenz und Leuchtkraft des Firnisses ersetzt das Glas und ist zugleich Bildträger. Die umgekehrte Maltechnik erfordert Konzentration von Beginn an. Das räumlich und optisch „Letzte“ bei der üblichen Malerei ist auf dem Bildträger Glas das „Erste“. Von „vorne nach hinten“ zu malen bedeutet abnehmende Korrekturmöglichkeiten, da ein kontinuierliches „Zumalen“ erfolgt (von den Einzelheiten bis zum Grund). Der Materialreiz der traditionellen Hinterglasmalerei, Technik und Wirkung ist bis heute geblieben. Die festgefahrenen und erstarrten Bahnen zu verlassen ist Aufgabe der Künstler. Ein Weg ist die naive Malerei. In Richtung Kunst bewegt sich derjenige Künstler, der eigene Phantasien und Inspirationen zu Glas bringt. Dabei wäre der Begriff Glasbilder richtig, hat doch das Wort Hinterglasbild leider immer noch einen künstlerisch abwertenden Beigeschmack.

„In der Welt der Rosa Franz dominieren noch Schönheit und Gefühle, Ingredienzien, die in der zum Dekorativen erstarrten Hinterglasmalerei eher ungewöhnlich sind. Formal geht sie mit der Tradition der Hinterglasmalerei konform. In der Konzeption der Bilder werden Konturen auf die Inspiration bezogen begrenzt gesetzt, leuchtende Farbkompositionen kontrastieren zu sensiblen Farbtönen der Hintergrundgestaltung. Eingeengt wirken ihre Bildwerke aber nicht. Rosa Franz lässt den Träumen über die festgelegte Dimension und die Darstellung hinaus noch genügend Spielraum. Und exakt an dieser Stelle in den Betrachtungen angelangt, beginnt nun die Attraktivität einer freigewordenen Tiefgründigkeit in den Bildern zu wirken. Der Schauende wird zum inspirierten Fühlenden, zum Begreifenden, dass die Künstlerin symbiotisch zu denken und malen pflegt. Die Verflechtung von Mensch und Natur in der vielschichtigen Koexistenz des Seins analog einer Illusion ist die Antwort auf die Frage nach dem Hintergründigen und Tiefgründigen in den Bildwerken der Rosa Franz.“
Sylvia Herforth anlässlich einer Ausstellung über Rosa Franz

Einzelausstellungen:
1977     KUZ Mattersburg
KUZ Güssing
1980     VB Güssing
VB Jennersdorf
1981     Schloss Esterhazy, Eisenstadt
ÖVAG, Wien
Bühnenbildgestaltung „Carmina burana“, Güssing
1982     Kulturtage Unterkohlstätten
Kurhalle Bad Gleichberg
Rathaussaal Oberpullendorf
1991     ORF Landesstudio Eisenstadt
1994     „Bilder einer Ausstellung“, Güssinger Musiktage
1998     Raika Güssing
2002     Notariat Dr. Eisele, Güssing

Ausstellungsbeteiligungen:
1983 Kontrast 9, Breitenbrunn
1996 Hex mal 13, Dorfgalerie Neumarkt an der Raab
Beteiligung bei der Ausstattung der Burgspiele Güssing (Tulpenmantel für „Süleyman den Prächtigen, Gesicht der Roxane)

Bücher:
„Die Atmosphäre ist Poesie“, Dr. Günter Unger, 1996, Edition Tusch, S. 235
„Wenn die Bühne ruft“, Gottfried Pröll, 2004, Edition lex liszt, S. 33-35

Kataloge:
„Rosi Franz 1975—1981“ – Vorwort Hellmut Andics
„Kunst im Burgenland 81“ – Vorwort LR Dr. Gerald Mader ,60 Jahre Burgenland‘
„Kontrast 9“, 1983 – Vorwort HR Dr. Gabriele Strausz
„Hex mal 13“, 1996 – Vorwort Peter Wagner

Broschüren:
„Volk und Heimat“, 1995 – Die farbenfrohe Welt der Rosa Franz von Dr. Manfred Weiß, S. 15
„Volk und Heimat“, 1998 – Maria Weinberg, Mag. Hans Lunzer, S. 23