Seit Juni sind Schülerinnen und Schüler der Mittelschulen Rechnitz, Schattendorf und Lockenhaus auf Arten-Suche. Ihre Mission: mindestens 100 verschiedene Tier- und Pflanzenarten in ihrem Schulumfeld entdecken und bestimmen. „Buntes Burgenland – Naturschutzrallye“ ist ein dreijähriges Bewusstseinsbildungsprojekt, an dem von 2025 bis 2027 jährlich drei burgenländische Mittelschulen teilnehmen. Neben Artenkenntnis und Bestimmungskompetenz geht es darum, die Bedeutung verschiedener Lebensräume zu verstehen und die Jugendlichen für deren Schutz zu sensibilisieren. Das LE-Projekt wird von EU und Land Burgenland mit insgesamt 136.500 Euro gefördert. Landeshauptmann-Stellvertreterin und Naturschutzlandesrätin Anja Haider-Wallner besuchte am 15. September die jungen Naturforscherinnen und Naturforscher der Naturpark-Mittelschule Rechnitz bei ihrem abschließenden Outdoor-Artentraining: „Man merkt sofort, wie ehrgeizig die Schülerinnen und Schüler bei der Sache sind. 100 Arten zu bestimmen ist ja schon eine richtige Herausforderung. Aber es geht nicht nur darum, eine möglichst lange Liste zu haben. Die Jugendlichen lernen auch, welche Lebensräume die Arten brauchen und was wir tun können, damit diese Lebensräume erhalten bleiben.“
Ein besonderer Naturraum bei der Rallye ist der Galgenberg in Rechnitz. Mit rund neun Hektar ist er der größte Trockenrasen im Südburgenland. Die Vielzahl der wärmeliebenden Pflanzenarten im Naturschutzgebiet ist durch die jahrhundertelange Bewirtschaftung, insbesondere durch die Beweidung, entstanden. Der Galgenberg zeigt damit auch, wie wichtig die richtige Pflege von wertvollen Lebensräumen für den Erhalt der Artenvielfalt ist. Beim heutigen Outdoor-Artentraining wurden hier sogar gleich zwei Schwarzbäuchige Taranteln von den Jugendlichen entdeckt.
Bei der Naturschutzrallye unterstützt werden die Schülerinnen und Schüler von ihren Pädagoginnen und Pädagogen sowie dem Verein „Naturschutzakademie“, der die fachliche Betreuung übernimmt. Dabei werden klassische Bestimmungshilfen mit modernen Methoden kombiniert – auch Apps auf Smartphones und Tablets kommen zum Einsatz.
Die Jugendlichen setzen sich auch damit auseinander, welche Ansprüche Tiere und Pflanzen an ihre Lebensräume haben, wo Handlungsbedarf im Naturschutz besteht und welche Herausforderungen die Klimakrise für die Biodiversität mit sich bringt. „Mit jedem Tier und jeder Pflanze, die die Jugendlichen bestimmen, wächst auch das Verständnis für die Natur. Dieses Wissen ist eine wichtige Basis dafür, dass wir die Artenvielfalt auch langfristig schützen können“, so Haider-Wallner.
Zusätzliche Naturschutz-Fortbildung für Pädagoginnen und Pädagogen
Erstmals werden heuer im Rahmen des Projekts auch Bildungsangebote für Pädagoginnen und Pädagogen geschaffen. In Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Burgenland wurde ein „Arten- und Methodentraining“ für Pädagoginnen und Pädagogen aller Pflichtschulen im Burgenland angeboten. Die als Pflichtfortbildung anrechenbare Veranstaltung stieß auf großes Interesse: 22 TeilnehmerInnen nutzten die Möglichkeit, ihre Artenkenntnis zu erweitern und Methoden für die praktische Naturvermittlung kennenzulernen.
„Wenn Kinder draußen unterwegs sind und die Natur mit eigenen Augen entdecken, entsteht oft ganz von selbst Begeisterung. Diese Begeisterung wollen wir fördern – und dafür brauchen wir Menschen, die Kindern die Natur mit Freude und dem richtigen Wissen näherbringen. Denn was man kennen und lieben lernt, will man auch schützen“, so Haider-Wallner.
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Bgld. Naturrallye_1
Bgld. Naturrallye_2
Bgld. Naturrallye_3
Bgld. Naturrallye_4
Bildtext Bgld. Naturrallye_1 bis _4: Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner besuchte im Zuge der zweiten burgenländischen Naturschutzrallye das Artentraining in Rechnitz.
Bildquelle: Büro LH-Stv.in Haider-Wallner
Eisenstadt, 15. September 2026
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