20 ökologisch besonders wertvolle Flächen stehen 2026 im Mittelpunkt des Projekts „Netzwerk Trittsteinbiotope im Burgenland“. Das Land Burgenland stellt dafür 100.000 Euro zur Verfügung. Gemeinsam mit dem Naturschutzbund Burgenland werden die Flächen naturschutzfachlich kartiert, vorkommende Vegetationstypen sowie Pflanzen-, Insekten- und Vogelarten erhoben und bestehende Pflegekonzepte weiterentwickelt. Gleichzeitig soll ein Netzwerk aus Gemeinden, Jugendlichen und ehrenamtlich engagierten Menschen entstehen. Das Projekt läuft noch bis Ende 2026 und ergänzt das laufende Biotopschutzprogramm des Naturschutzbundes Burgenland. Bei einer Exkursion am Freitagnachmittag besuchte Landeshauptmannstellvertreterin und Naturschutzlandesrätin Anja Haider-Wallner gemeinsam mit rund 40 BürgerInnen aus den umliegenden Gemeinden die Rohrlusswiesen in Gattendorf – eines der im Projekt enthaltenen Trittsteinbiotope. „Naturschutz braucht beides: ökologisch wertvolle Flächen und Menschen, die sich für diese Flächen einsetzen. Mit dem Projekt wollen wir deshalb nicht nur die einzelnen Lebensräume besser erforschen und pflegen, sondern auch Menschen vor Ort für ihren Schutz gewinnen“, betont Haider-Wallner.
Die Trittsteinbiotope sind wichtige Bestandteile der landesweiten Lebensraumvernetzung und können Wanderbewegungen von Tieren und Pflanzen ermöglichen. Gerade in einer zerschnittenen Landschaft ist der Verbund von Naturschutzgebieten und naturnahen Flächen entscheidend, um den Fortbestand der Populationen – auch unter sich verändernden klimatischen Bedingungen – zu sichern. Die kleinflächigen Lebensräume dienen als genetische Reservoirs und tragen damit zur Sicherung der biologischen Vielfalt bei.
Für das Projekt wurden 20 Flächen aus dem bestehenden Biotopschutzprogramm ausgewählt, die sich im Besitz des Naturschutzbundes befinden oder von diesem gepachtet werden. Für jede Fläche wird eine naturschutzfachliche Grundlagenerhebung durchgeführt. Die Ergebnisse werden in Gebietsbeschreibungen und Steckbriefen zusammengefasst und bilden die Grundlage für die Weiterentwicklung der Pflege.
Die drei Hektar großen Rohrlusswiesen in Gattendorf zeigen dabei beispielhaft, welchen ökologischen Wert diese kleinflächigen Lebensräume haben. Die grundwasserbeeinflussten Feuchtwiesen in der Leithaniederung beherbergen eine vielfältige Pflanzen- und Tierwelt. Besonders bedeutend sind unter anderem Lungen-Enzian und Sumpf-Knabenkraut, die im Burgenland nur noch an wenigen Standorten vorkommen. Das weitläufige Wiesengebiet ist auch als Vogelparadies bekannt – immer wieder kann man hier Arten wie den Großen Brachvogel, Kiebitz, Kaiseradler und Sumpfohreule beobachten.
„Wir haben im Burgenland viele kleine Naturflächen, die für den Erhalt unserer Artenvielfalt eine wichtige Rolle spielen. Unser Ziel ist, diese Flächen fachlich gut zu betreuen, miteinander zu vernetzen und gleichzeitig die Menschen vor Ort einzubinden. Denn langfristiger Naturschutz funktioniert am besten, wenn er auch von der Bevölkerung mitgetragen wird“, so Haider-Wallner.
Lokal verankertes Bewusstsein für langfristigen Naturschutz
Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist die Bewusstseinsbildung in den Gemeinden. Als erster Schritt wurden Kontakte zu den Gemeinden aufgebaut und Exkursionen angeboten. In weiterer Folge sollen insbesondere Jugendliche und andere interessierte Menschen gewonnen werden, die den Naturschutzbund ehrenamtlich bei der Betreuung der Gebiete unterstützen.
„Wir wollen, dass die Menschen ihre Naturflächen vor Ort kennen und wissen, warum sie schützenswert sind. Wenn daraus Engagement entsteht ud Menschen bereit sind, bei der Betreuung mitzuhelfen, wird aus einem Netzwerk von Flächen auch ein Netzwerk von Menschen“, so Projektleiter Klaus Michalek.
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Bildtext Trittsteinbiotope 1: Dr. Adrian Szodl, Andreas Thyringer, Projektleiter Dr. Klaus Michalek, Johannes Schulz, Carmen Götz, Renate Darazs, LH-Stv.in Anja Haider-Wallner, Markus Schalling, Robert Kovacs, Heinz Szöky, Thomas Ranits und Hannes Gutmann besuchten im Rahmen des „Netzwerks Trittsteinbiotope“ die Rohrlusswiesen in Gattendorf.
Bildtext Trittsteinbiotope 2 bis 4: LH-Stv.in Anja Haider-Wallner besuchte im Rahmen des „Netzwerks Trittsteinbiotope“ die Rohrlusswiesen in Gattendorf.
Bildquelle: Büro LH-Stv.in Haider-Wallner
Eisenstadt, 10. Oktober 2026
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