Verkehrslandesrat Heinrich Dorner zog in einer Pressekonferenz gemeinsam mit dem burgenländischen Landespolizeidirektor Martin Huber und Oberst Andreas Stipsits, dem Leiter der Landesverkehrsabteilung im Burgenland, eine Bilanz über Verkehrssicherheitsinitiativen und die Verkehrsüberwachung im Burgenland im Jahr 2025. „Wir haben das gemeinsame Ziel, die Verkehrssicherheit zu erhöhen und die Zahl der Unfälle im Burgenland zu reduzieren. Diesen Schwerpunkt wollen wir auch im kommenden Jahr fortführen, denn die gesetzten Maßnahmen zeigen Erfolg“, führte der Landesrat aus. Landespolizeidirektor Martin Huber sagte: „Die Hebung der Verkehrssicherheit bleibt auch heuer wieder ein zentrales Ziel für die Polizei im Burgenland. Insbesondere die Senkung der Verkehrsunfälle durch Präventionsmaßnahmen und Schwerpunktkontrollen ist die große Herausforderung für das Jahr 2026. Verkehrssicherheit ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die nicht nur von der Polizei gelöst werden kann, sondern nur im partnerschaftlichen Sinne mit allen Behörden und der Bevölkerung.“ Die Schwerpunkte bei allen Maßnahmen von Land Burgenland und Landesverkehrsabteilung wurden auf die Hauptunfallursachen wie Ablenkung am Steuer, überhöhte Geschwindigkeit oder Alkohol und Drogen gelegt. Stipsits erklärte: „Wir werden unsere Verkehrskontrollen den Analysen und einer Strategie folgend auch im Jahr 2026 mit dem Fokus auf Delikte, die hauptverantwortlich für Verkehrsunfälle sind, fortsetzen!“
Bilanz Schwerpunkt landeseigene Schwerverkehrskontrollen
Im Bereich der Schwerverkehrskontrollen wurden insgesamt 702 Prüfeinsätze vom Land Burgenland in Eigenregie sowie in Kooperation mit der ASFINAG und Polizei absolviert. Dabei wurden 4.675 Schwerfahrzeuge kontrolliert Bei 39 Prozent dieser Kraftfahrzeuge wurde mindestens ein schwerer Mangel festgestellt, und bei 27 Prozent war mindestens ein Gefahr-in-Verzug-Mangel gegeben, was neben einer Verwaltungsstrafanzeige auch eine Kennzeichenabnahme zur Folge hatte. Bei den Schwerverkehrskontrollen durch Landesorgane wurde ebenso von 1.705 Lkw-Fahrern die Lenk- und Ruhezeiten überprüft. Dabei wurden 361 Verwaltungsübertretungen festgestellt und zur Anzeige gebracht.
Bilanz der Geschwindigkeitsüberwachungen des Landes
Es wurde bei den von den Landesorganen durchgeführten Messungen die Fahrgeschwindigkeit von rund 6,8 Millionen Kraftfahrzeugen durchgeführt. Dabei wurde die Nichteinhaltung der höchstzulässigen Fahrgeschwindigkeit bei 80.289 Kfz festgestellt. Das ergibt einen Übertretungsprozentsatz von 1,18 Prozent, was eine Abnahme zum Vorjahr ist, denn 2024 wurden 1,43 Prozent der überprüften Kraftfahrzeuge mit überhöhter Geschwindigkeit gemessen. „Nach unserer Interpretation ist der sinkende Prozentsatz durchaus auf die engmaschigen Kontrollen zurückzuführen, die wir seit einigen Jahren durchführen“, sagte Dorner zu diesen Zahlen.
Negative Spitzenwerte waren beispielsweise im Ortsgebiet bei Tempo 30 km/h ein gemessener Wert von 78 km/h. Bei einer weiteren Messung lag die eruierte Geschwindigkeit bei 98 km/h statt der erlaubten 40 km/h. Negativrekorde auf Freilandstraßen waren 141 km/h anstatt der erlaubten 50 km/h und ein Mal 159 km/h statt der vorgeschriebenen 70 km/h.
2025 gab es insgesamt 85 Anforderungen von Kommunen im Burgenland für Geschwindigkeitsüberwachung auf Gemeindestraßen, das waren um 20 mehr als 2024. Von Landesorganen wurden 3.301 mobile Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt, 2024 waren es 3.341.
Projekte des Landes zur Erhöhung der Verkehrssicherheit 2025
- Motorrad-Warmups: In Summe nahmen 87 Biker an Kursen teil.
- Verkehrssicherheitsprojekt „Close to“: In diesem Präventionsprojekt werden junge Menschen in Schulen und Fahrschulen mit Personen, die schuldhaft einen Unfall verursacht haben, konfrontiert. Die Unfalllenker leisten so Präventionsarbeit, indem sie ihre Unfallgeschichte vortragen, über die Konsequenzen für ihr Leben berichten und mit den Jugendlichen über risikoreiches oder alkoholisiertes Fahren diskutieren. In diesem Projekt konnten an 40 Einsatztagen 875 Personen in Fahrschulen oder Berufsschulen, der HAK Oberwart, der HTL Eisenstadt und dem BORG Oberpullendorf erreicht werden.
- E-Bike-Kurse: 2025 wurden in Gemeinden im Burgenland 32 Personen geschult.
- Fußgängerausweis für Kindergartenkinder: Dieses Projekt fand 2025 in 18 Kindergärten statt. Ziel war es, die Verkehrskompetenz von Kindergartenkindern im letzten Kindergartenjahr zu erhöhen. Nach einem Training im Kindergarten schließen die Kinder die Aktion mit einer Prüfung und dem Erhalt des Fußgängerausweises ab.
- AUVA Radworkshops - Kindersicherheitstrainings: Insgesamt nahmen bei diesen Trainings 14 Volksschulen mit 97 Klassen und 1.563 Schülerinnen und Schülern teil. Zehn Einsatztage wurden vom Land aus dem Verkehrssicherheitsfonds unterstützt, elf Einsatztage wurden von der AUVA finanziert. Volksschulkinder üben dabei nach einem Rad- & Helmcheck auf einem Parcours in spielerischer Form Motorik, Geschicklichkeit, Koordination, Kraft, Ausdauer, Kurvenfahren und Rücksichtnehmen.
Weitere Verkehrssicherheitsprojekte, die aus dem Verkehrssicherheitsfonds des Landes finanziert beziehungsweise unterstützt wurden
- Ausrüstungen für Schulweglotsen gemäß StVO (Kappe, Kelle, Warnweste)
- 30 Radfahrkurse in Volksschulen (von Nord bis Süd)
- Aktion „1 Rucksack voller Informationen“ für Kinder im letzten Kindergartenjahr (wurde in 110 Gemeinden umgesetzt)
- Trainings mit Handicap (spezielle Fahrsicherheitskurse für Menschen mit gesundheitlicher bzw. körperlicher Behinderung), welche vom Verein Club Mobil durchgeführt wurden (14 Teilnehmerinnen und Teilnehmer 2025).
- „Mobil sein – Mobil bleiben“: Fahrsicherheitstrainings für Seniorinnen und Senioren
- Die Initiative www.sei-nicht.org zum Thema Ablenkung im Verkehr mit dem Kuratorium für Verkehrssicherheit.
Klicken Sie für weitere Infos auf den folgenden Link: www.sei-nicht.org
Schwerpunkte des Landes 2026
„2026 will das Land Burgenland Initiativen im Bereich des Radfahrens in den Schulen wie auch die Schwerverkehr- und die Geschwindigkeitskontrollen fortsetzen“, kündigte der Verkehrslandesrat an.
Bilanz der Landesverkehrsabteilung der Polizei
Die Polizei setzte 2025 auf präventive und repressive Maßnahmen. Die Schwerpunkte wurden auf die Hauptunfallursachen wie überhöhte Geschwindigkeit, Alkohol und Ablenkung gelegt. Zusätzlich gab es Überwachungen der Polizei von Motorradstrecken wie auch von Großveranstaltungen Basis für die Überwachungstätigkeit der Exekutive war eine Analyse von bekannten Unfallstrecken. Präventive Maßnahmen der Polizei waren Medienkampagnen oder die Ankündigung von Schwerpunktaktionen wie auch die Bewusstseinsbildung der Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer. Repressive Initiativen im abgelaufenen Jahr waren gezielte Alko-, Drogen- und Geschwindigkeitskontrollen, die Ahndung der Nichtverwendung des Sicherheitsgurtes oder die Prüfung durch Ablenkung wie das Hantieren mit dem Handy am Steuer.
- Im Burgenland gab es 2025 insgesamt 930 Verkehrsunfälle mit Personenschaden (vgl. 2024: 858), was eine Steigerung von rund zehn Prozent zum Vorjahr ist. Dabei wurden 19 Personen getötet (vgl. 2024: 15 Personen). Mit dem Motorrad ist im Burgenland niemand tödlich verunglückt, was die Polizei auf die strengen Kontrollen der Biker-Routen zurückführt. Drei Personen sind bei einem Unfall ohne Gurt getötet worden. Daher will die Polizei verstärktes Augenmerk auf das Nichtanschnallen legen.
- Auf Unachtsamkeit / Ablenkung am Steuer sind 411 Unfälle zurückzuführen. Auch dies war und wird künftig ein Schwerpunkt der Polizei bei ihren Kontrollen sein.
- Am zweiten Platz der Unfallstatistik liegen Vorrangverletzungen, was in Zusammenhang mit Ablenkung und Unachtsamkeit stehen könnte, und am dritten Platz überhöhte Geschwindigkeit. Ziel der Polizei durch ihre Kontrollen sei, erklärte Stipsits, die generelle Absenkung des Geschwindigkeitsniveaus, besonders im Ortsgebiet, was mit Bewusstseinsbildung der Kraftfahrer in Verbindung gesetzt werden muss. Auf den Plätzen vier und fünf der Statistik liegen das Nichteinhalten des Abstands mit 84 Unfällen und Alkohol-, Drogen- und Medikamentenbeeinträchtigung mit 73 Unfällen und drei Toten. Diese Zahl konnte im Vergleich zu 2024 um rund zehn Prozent gesenkt werden. Daher werde die Polizei ihren Ansatz „Nulltoleranz“ durch häufig stattfindende Kontrollen auch 2026 fortführen. Alle Kontrollen und Maßnahmen der Landesverkehrsabteilung passieren in Abstimmung mit dem Land Burgenland, unterstrich Stipsits.
- Insgesamt wurden 16 landesweite Schwerpunktaktionen unter Einbindung der Bezirks- und Stadtpolizeikommandanten mit dem besonderen Fokus auf Delikte, die hauptunfallverantwortlich sind, durchgeführt, das waren so viele wie in keinem anderen Bundesland. Im Bereich der Geschwindigkeitsüberprüfungen wurden fast 38.000 Einsatzstunden aufgewendet, im Bereich Alkohol und Suchtmittel mehr als 20.000 Stunden, bei den Schwerverkehrskontrollen rund 22.500 Stunden und bei Abstandskontrollen fast 1.700 Einsatzstunden.
- Bei Kontrollen im Bereich „Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung“ gab es im Vergleich zu 2024 einen Rückgang bei Organstrafmandaten (2025: 3.149 / 2024: 3.485) und Anzeigen (2025: 598 / 2024: 780). Wegen des Nichteinhaltens der Gurtpflicht gab es hingegen mehr Strafmandate (2025: 5.480 / 2024: 5.313).
- Bei den insgesamt 62.027 Alkovortests und Alkomatentests wurden 928 Alkoholanzeigen und 200 Anzeigen wegen Suchtmittelbeeinträchtigung ausgesprochen.
- 2025 wurden insgesamt 1.452 Führerscheine und Mopedausweise entzogen (vgl. 2024: 988).
Strategische Ziele der Landesverkehrsabteilung der Polizei im Burgenland 2026
- Senkung der Verkehrsunfälle
- Reduktion von Geschwindigkeitsüberschreitungen
- Nulltoleranz gegenüber Alkohol und Drogen im Straßenverkehr
- Überwachung des Schwerverkehrs
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Bildtext Verkehrsbilanz 2025: Oberst Andreas Stipsits, Leiter der Landesverkehrsabteilung, Verkehrslandesrat Mag. Heinrich Dorner und Landespolizeidirektor Mag. Martin Huber (v.l.).
Bildquelle: Landesmedienservice Burgenland
Christian Frasz, 28. Jänner 2026
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