Projekt TECH4All im Nationalpark Neusiedlersee-Seewinkel - Schutz der Artenvielfalt am Neusiedler See durch modernste Technologie

Dr. Christian H. Schulze, Department für Botanik und Biodiversitätsforschung, Universität Wien, Projektleiterin Mag. (FH) Catharina Rieder, MBA (Huawei Technologies Austria), Landeshauptmann-Stellvertreterin Mag.a Astrid Eisenkopf und Direktor Johannes Ehrenfeldner vom Nationalpark Neusiedler See (v.l.).
Landeshauptmann-Stv. Mag.a Astrid Eisenkopf im Gespräch mit Journalisten über den Schutz der Artenvielfalt am Neusiedler See durch modernste Technologie.

LH-Stellvertreterin Eisenkopf: „Diese verstärkte Zusammenarbeit mit Huawei ist ein wichtiger Beitrag, um den Nationalpark zukünftig auf noch erfolgreichere Beine zu stellen und auch naturschutzfachlich abzusichern.“

Vergangenes Jahr haben Huawei Technologies Austria gemeinsam mit der Universität Wien, dem Nationalpark Neusiedler See-Seewinkel und der NGO Rainforest Connection das Projekt TECH4ALL im Schilfgürtel des Neusiedler Sees ins Leben gerufen. Dabei handelt es sich um ein zweijähriges Biodiversitätsforschungsprojekt, bei dem Vögel und Amphibien im Schilfgürtel des westlichsten Steppensees Europas zu verschiedenen Zeitpunkten akustisch beobachtet werden. Die wissenschaftlichen Ergebnisse werden verwendet, um einen verbesserten Schutzplan auszuarbeiten und so den Schilfgürtel des Neusiedler Sees und dessen Biodiversität nachhaltig bewahren zu können. Am Mittwoch, 25. Mai 2022, konnte man sich bei einem Presse-Trip mit LH-Stellvertreterin Astrid Eisenkopf, Johannes Ehrenfeldner, Direktor der Nationalparkgesellschaft Neusiedler See – Seewinkel, VertreterInnen der Universität Wien und von Huawei Technologies Austria einen näheren Eindruck vom Projekt TECH4All im Schilfgürtel des Neusiedler Sees verschaffen. 

Der Nationalpark Neusiedlersee-Seewinkel sei ein Aushängeschild für den Naturschutz im Burgenland.  „Er bewahrt die einzigartige Kulturlandschaft, die Basis der ornithologischen Vielfalt und garantiert somit ein einmaliges Naturerlebnis“, betonte LH-Stellvertreterin Eisenkopf. „Für diese einzigartige Vogelwelt und für unser grenzüberschreitendes Welterbe sind wir international bekannt. Es gilt dieses Naturerlebnis auch nachhaltig bzw. langfristig sicherzustellen. Diversität und Nachhaltigkeit sind uns besonders wichtig“, so Eisenkopf und weiter: „Diese verstärkte Zusammenarbeit mit Huawei ist ein wichtiger Beitrag, um den Nationalpark zukünftig auf noch erfolgreichere Beine zu stellen und auch naturschutzfachlich abzusichern.“ 

Seit Jahren würden wichtige Schritte zum Schutz der Biodiversität gesetzt. Über 40 Prozent der Landesfläche des Burgenlandes stünden bereits unter Naturschutz, erklärte Eisenkopf. „Weltweit geht aufgrund des Klimawandels und der damit verbunden Klimaerwärmung die Biodiversität kontinuierlich zurück. Hier gilt es entgegenzusteuern und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, damit diese Einzigartigkeit und Vielfalt auch langfristig erhalten bleibt“, sagte Eisenkopf.                                          

Das Land Burgenland unternehme zahlreiche Anstrengungen, um die Biodiversität im Burgenland sicherzustellen. „Mit BiodiversitätsexpertInnen haben wir in den burgenländischen Naturparken nicht nur zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen, sondern auch die fachlich notwendige Expertise etabliert, die uns dabei unterstützt unsere wertvollen Lebensräume zu erhalten“, betonte Eisenkopf. Im Rahmen von EU-Projekten investiere das Land massiv in die Erhaltung der Biodiversität. „Hier werden verschiedenste Maßnahmen unterstützt, sehr viel auch im Bereich der Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung bei den Menschen. Mein Ziel ist es, dass am Ende jeder Burgenländer und jede Burgenländerin weiß, was Biodiversität ist, und wie diese geschützt werden kann“, so Eisenkopf.

Wasserstände und die Bedeutung des Schilfgürtels für die Tierwelt werden erforscht
Im Zuge des Projekts werden die kurz- und langfristigen Effekte von schwankenden Wasserständen auf die Brutvogelarten, sowie die Bedeutung des Schilfgürtels für die Tierwelt im gesamten Jahresverlauf erforscht. Außerdem gehen die Forscher der Frage nach, wie sich unterschiedliche Witterungsbedingungen auf die Gesangsaktivität der Vögel auswirken. LH-Stv. Eisenkopf: „Wir erleben insbesondere aufgrund des Klimawandels auch, was den Neusiedlersee bzw. den Nationalpark betrifft, eine unglaubliche Dynamik. – Veränderungen in der Hydrologie haben natürlich Auswirkungen auf den Zustand des Schilfgürtels und auch auf die Artenvielfalt. Hier gilt es rechtzeitig und effizient entgegenzuwirken. Und ich bin überzeugt, gerade mit digitalen Technologien, die ja auch in diesem Bereich schon sehr professionell und ausgefeilt sind, lässt sich hier gut entgegenwirken, um auf die Herausforderungen, denen wir ausgesetzt sind, ganz gezielt reagieren zu können bzw. in weiterer Folge auch die entsprechenden Maßnahmen zu setzen.“

„Die Landschaft im Seewinkel ist außergewöhnlich - man findet sie so kein zweites Mal in Österreich. Der Schilfgürtel im Nationalpark Neusiedler See - Seewinkel ist der natürliche Lebensraum von verschiedensten Vogel-, Insekten- und Amphibienarten und seit der Ernennung zum Nationalpark auch unter Schutz gestellt“, erklärte DI Johannes Ehrenfeldner, Direktor des Nationalpark Neusiedler See. Das Projekt, das für die Dauer von zwei Jahren geplant sei, bringe zahlreiche Vorteile für den westlichsten Steppensee Eurasiens.

Durch die veränderte hydrologische Dynamik des Sees seien nicht nur negative Auswirkungen auf den Zustand des Schilfgürtels, sondern auch auf seine Artenvielfalt zu erwarten, erklärte Dr. Christian H. Schulze, Department für Botanik und Biodiversitätsforschung, Universität Wien. „Wir haben daher gemeinsam mit Huawei Österreich ein Forschungsprojekt gestartet, um die Auswirkungen des Klimawandels auf dieses Gebiet näher zu erforschen und adäquate Maßnahmen für den Schutz der Arten dieses sensiblen Ökosystems zu entwickeln.“

Schutz der Artenvielfalt ist sehr wichtig
"Huawei sei sehr aktiv im Nachhaltigkeitsbereich, in der Bildung und auch im Naturschutz, erklärte Projektleiterin Mag. (FH) Catharina Rieder, MBA. „Neben dem wichtigen Thema des Klimawandels ist uns der Schutz der Artenvielfalt auch sehr wichtig. Dabei sind wir davon überzeugt, dass digitale Technologien wie IoT, Cloud und Künstliche Intelligenz einen wesentlichen Beitrag zur effizienteren Arbeit der Forscher leisten kann. Innovative Technologie kann ein Teil der Lösung sein und zum Schutz der Natur bzw. der Artenvielfalt beitragen“, so Rieder.

Für das Projekt wurden mehr als 70 Geräte im Schilfgürtel aufgestellt, welche die Geräuschkulisse aufzeichnen. Einige der Geräte speichern die Aufnahmen für nachfolgende Auswertungen, andere sind direkt mit dem Mobilfunknetz verbunden. Die Daten werden durch das Mobilfunknetz von Magenta übertragen. Diese schnelle und minimal-invasive Vorgehensweise spart nicht nur viel Zeit von Forschern, sondern beeinflusst den Lebensraum der Tiere kaum. Zudem schaffen die Geräte, die Guardians genannt werden, eine ganz neue Dimension der Forschung, indem sie an verschiedenen Orten des Schilfgürtels gleichzeitig und unabhängig von Wetter oder Tageszeit durchgehend Daten erfassen können.

Das Projekt am Neusiedler See ist das erste TECH4ALL-Projekt von Huawei in Österreich. Gemeinsam mit der NGO Rainforest Connection arbeitet Huawei international bereits an vielen verschiedenen Projekten: Vor der Küste Irlands werden Wale beobachtet und geschützt, in chilenischen Wäldern setzt sich Huawei für den Schutz des stark bedrohten Darwin-Fuchses ein. 

Bildtexte: 

Gespräch: Landeshauptmann-Stv. Mag.a Astrid Eisenkopf im Gespräch mit Journalisten über den Schutz der Artenvielfalt am Neusiedler See durch modernste Technologie.

Gruppenbild: Dr. Christian H. Schulze, Department für Botanik und Biodiversitätsforschung, Universität Wien, Projektleiterin Mag. (FH) Catharina Rieder, MBA (Huawei Technologies Austria), Landeshauptmann-Stellvertreterin Mag.a Astrid Eisenkopf und Direktor Johannes Ehrenfeldner vom Nationalpark Neusiedler See (v.l.).

Fotos zum Download: Gepräch / Gruppenbild

Bildquelle: Landesmedienservice Burgenland 

Franz-Josef Kappel, 25. Mai 2022

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