Mit ruhiger Hand und voller Konzentration steht der 13-jährige Jonas am Ufer des Unterrabnitzer Fischteichs. Seit nunmehr vier Jahren zieht es den Nachwuchsangler regelmäßig ans Wasser – und er steht damit stellvertretend für eine immer größere Bewegung im Burgenland. Die Fischerei erlebt im jüngsten Bundesland einen beispiellosen Aufschwung: Immer mehr Jugendliche und Frauen entdecken das Angeln als nachhaltiges Naturerlebnis, entspannenden Ausgleich und verantwortungsvolles Hobby. Der Ansturm auf die Kurse bricht Rekorde – im Jahr 2025 wurden im Burgenland 419 Fischereiprüfungen erfolgreich abgelegt, was einem deutlichen Plus von über 20 Prozent gegenüber 2024 entspricht. Auch der Frauenanteil stieg weiter an auf 25 erfolgreiche Absolventinnen. „Der Ansturm auf unsere Vorbereitungskurse und Prüfungen ist ungebrochen. Immer mehr Frauen und junge Menschen schätzen die Verbindung zur Natur und den verantwortungsvollen Umgang mit unseren Gewässern“, betont Landesrat Leonhard Schneemann.
Der Einstieg in die Welt des Angelns begann für den heute 13-Jährigen bereits vor vier Jahren im Rechnitz. Damals ging ihm als Neunjährigem sein allererster Fisch ins Netz – ein Saibling. Seit diesem prägenden Tag lässt ihn die Faszination für die Fischerei nicht mehr los. Mittlerweile weist Jonas eine beachtliche Erfolgsbilanz auf: Ob Karpfen, Wels, Zander, Hecht oder Saibling – er hat die unterschiedlichsten Fischarten gekonnt an die Angel gelockt. „Beim Fischen lernt man Geduld und Respekt vor der Natur. Wenn der Schwimmer plötzlich untergeht und der Fisch anbeißt, ist das jedes Mal aufs Neue ein unglaubliches Gefühl“, schwärmt Jonas beim Lokalaugenschein am Fischteich in Unterrabnitz.
Sein bisher größter Triumph war ein beeindruckender, 82 Zentimeter langer Hecht. Dabei zeichnet Jonas nicht nur das Glück beim Anbiss aus, sondern vor allem echtes Fachwissen: Das waidgerechte Keschern, schonende Landen und selbstständige Ausnehmen der Fische beherrscht der Nachwuchsangler bereits perfekt. Für die Zukunft hat er sich schon das nächste anspruchsvolle Ziel gesteckt: „Als Nächstes möchte ich unbedingt das Fliegenfischen lernen. Das erfordert noch mehr Technik und Präzision!“
Klarer Rahmen für Nachwuchs und steigendes Fraueninteresse
Damit Kinder und Jugendliche wie Jonas sicher und fachgerecht an das Hobby herangeführt werden, sieht das Burgenländische Fischereigesetz eine klare und familienfreundliche Regelung vor: Kinder unter 14 Jahren dürfen ohne amtliche Fischerkarte fischen, müssen jedoch von einer erwachsenen Person mit gültiger Lizenz beaufsichtigt werden. Ab dem 14. Geburtstag können Jugendliche den Vorbereitungskurs absolvieren und die Fischereiprüfung ablegen, um vollkommen eigenständig fischen zu gehen.
Besonders erfreulich entwickelt sich auch die Beteiligung der Frauen bei den Fischereiprüfungen. Inzwischen beläuft sich der Frauenanteil auf 25 Prozent. Dies zeigt, dass das Interesse von Frauen an der Freizeitangelei kontinuierlich wächst und das Klischee einer reinen Männerdomäne endgültig der Vergangenheit angehört.
Da grundsätzlich die Nachfrage an der Fischereiprüfung im Steigen begriffen ist, erweitert das Land Burgenland das Ausbildungsangebot. Die Servicestelle Jagd und Fischerei bietet für das Jahr 2026 insgesamt sechs Kurstermine inklusive Prüfung an, um angehenden Fischerinnen und Fischern das fundierte Rüstzeug in Fischbiologie, Gewässerkunde, Gesetzgebung und Tierschutz zu vermitteln:
Dieses Jahr gibt es noch drei Termine:
- Samstag, 5. September 2026
- Samstag, 12. September 2026
- Samstag, 12. Dezember 2026
Organisiert werden die Ausbildungen von der Servicestelle Jagd und Fischerei, die als zentrale Drehscheibe für Ausbildung, Information und Service fungiert.
„Wer die Angelfischerei ausübt, um in freier Natur Wasserlebewesen zu fangen, muss dies fachkundig, verantwortungsbewusst und waidgerecht tun. Unsere Vorbereitungskurse garantieren, dass Qualität, Sicherheit und Naturschutz stets an erster Stelle stehen“, unterstreicht Landesrat Leonhard Schneemann abschließend.
Wirtschaftsfaktor und starke Infrastruktur im Burgenland
Die Angelbegeisterung ist nicht nur ein Freizeitphänomen, sondern auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Österreichweit fischen etwa 350.000 Menschen aktiv; rund 690.000 Personen ab 15 Jahren (etwa 9 % der Gesamtbevölkerung) gehen mindestens einmal im Jahr angeln. Die Wertschöpfung der Angelfischerei in Österreich liegt jährlich bei beachtlichen 600 bis 800 Millionen Euro.
Im Burgenland gehen mittlerweile rund 8.500 Petrijünger ihrem Hobby nach. Um den Anglerinnen und Anglern eine starke Stimme zu geben, wurde mit 1. Juli 2025 mit Martin Heissenberger erstmals ein ehrenamtlicher Landesfischereimeister verankert.
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Bildtext Fischereiboom: Landesrat Dr. Leonhard Schneemann mit Nachwuchsfischer Jonas und Landesfischereimeister Martin Heissenberger in Unterrabnitz.
Bildquelle: Büro LR Schneemann
Eisenstadt, 03. August 2026
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