Anmeldungen sind ab sofort möglich. „ME/CFS ist längst keine Randerscheinung mehr, sondern eine ernstzunehmende gesundheitspolitische Herausforderung. Betroffene brauchen eine verlässliche Versorgung, die ihre Erkrankung ernst nimmt und ihren besonderen Bedürfnissen gerecht wird. Wie versprochen, haben wir die dafür notwendigen Strukturen geschaffen, um diese Versorgung dauerhaft sicherzustellen“, betont Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, Gesundheitsreferent der Burgenländischen Landesregierung.
Für ME/CFS-Erkrankte wird – wie von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil angekündigt – eine eigene ME/CFS-Ambulanz eingerichtet. Anfang Oktober soll diese in der Klinik Oberwart unter der Leitung von Dr. Engelbert Jeindl ihre Arbeit aufnehmen. Im Reduce Gesundheitsresort Bad Tatzmannsdorf wird parallel dazu ein mehrwöchiges stationäres Therapieprogramm für Betroffene ins Leben gerufen. Der Durchlauf einer ersten internen Testgruppe verlief bereits erfolgreich. Weitere Details zum neuen Angebot präsentieren Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und seine Stellvertreterin Anja Haider-Wallner im Rahmen der Regierungsklausur am 5./6. Oktober. Andreas Leitner, Geschäftsführer des Reduce Gesundheitsresorts: „Wir konnten im Rahmen unseres Long/Post Covid Regenerations-Programmes sehr gute Erfahrungen sammeln. Für ME/CFS-Betroffene haben wir nun ein eigens auf ihre Symptomatiken und Bedürfnisse zugeschnittenes spezialisiertes Therapieangebot in Kooperation mit der Klinik Oberwart entwickelt. Der Durchlauf mit einer ersten internen Testgruppe brachte zahlreiche positive Rückmeldungen.“ „Wir verfolgen einen neuen Ansatz, bei dem die orthomolekulare Substitutionstherapie in Kombination mit einer individualisierten Bewegungstherapie eine wesentliche Rolle spielen. Die Erfahrungen damit sind sehr vielversprechend“, betont Dr.in Veronika Matzi, die ärztliche Direktorin der Klinik Oberwart.
Der Weg zum Therapieprogramm
Ab Oktober wird in der Klinik Oberwart eine eigene ME/CFS-Ambulanz eingerichtet. Sie wird einmal in der Woche, jeden Dienstag am Nachmittag, nach telefonischer Anmeldung von 14 bis 18 Uhr geöffnet sein. Betroffene können unter der Nummer 05 7979 37170 oder per Mail (kontakt.mecfs@gesundheit-burgenland.at) ab sofort einen Termin vereinbaren. Die behandelnden Ärztinnen und Ärzte entscheiden auch, wer für ein Therapieprogramm in Bad Tatzmannsdorf geeignet ist. Eine der Voraussetzungen ist beispielsweise die selbstständige Fortbewegung. Ein Therapiezyklus dauert sechs Wochen. Im Fokus der Behandlung steht ein multiprofessioneller und ganzheitlicher Zugang. Ein Team aus Ärztinnen und Ärzten, Psychologinnen und Psychologen sowie Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten kümmert sich um die Bedürfnisse der Betroffenen. Am individuell abgestimmten Therapieplan stehen unter anderem orthomolekulare Substitutionstherapien (inkl. Antioxidantien), Gesprächstherapien, Physiotherapie sowie Kälteanwendungen. „Ganz besonders wichtig, ist die Einbindung und Aufklärung der Angehörigen“, so Dr.in Veronika Matzi. Geplant ist, diese in das Therapieprogramm einzubinden.
Rund 80.000 Betroffene in Österreich
In Österreich leiden laut Schätzungen rund 80.000 Menschen an ME/CFS. Die Dunkelziffer dürfte weitaus größer sein. Beschrieben wurden ME (Myalgische Enzephalomyelitis) und CFS (Chronisches Fatigue- Syndrom) zum ersten Mal bereits vor mehreren Jahrzehnten. Seit dem Ausbruch von Covid geriet die Erkrankung immer mehr in den Fokus der Gesellschaft. Sie wird unter anderem durch schwere Viruserkrankungen (nicht ausschließlich durch das Coronavirus) ausgelöst. ME/CFS ist eine klinische Diagnose, die anhand der typischen Symptomkonstellation und nach Ausschluss anderer Erkrankungen gestellt wird. Es gibt bislang keinen einzelnen Laborwert oder Biomarker, der die Erkrankung sicher nachweist. Die Symptome reichen von ausgeprägter, anhaltender Fatigue (krankhafte Erschöpfung), deutlich eingeschränkter körperlicher und geistiger Belastbarkeit über Muskelschmerzen und Schwindel bis hin zu Atemnot. Nicht wenige Betroffene ziehen sich komplett aus dem sozialen Leben zurück. „Wir wollen diese Menschen langsam wieder ins normale Leben zurückführen, das ist unser Auftrag. Die neue Ambulanz und das stationäre Therapieangebot sind wesentliche erste Schritte dazu“, so Dr.in Veronika Matzi abschließend.
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Bildtext Leitner/Matzi/Jeindl: Geschäftsführer Andreas Leitner (Reduce Gesundheitsresort) mit Dr.in Veronika Matzi (Ärztliche Direktorin der Klinik Oberwart) und Dr. Engelbert Jeindl (v.l.).
Bildquelle: Gesundheit Burgenland
Oberwart, 3. September 2026
Rückfragen: kommunikation(at)gesundheit-burgenland.at

