Lebensende mit Würde: Burgenland baut Hospiz- und Palliativangebote aus

Soziallandesrat Dr. Leonhard Schneemann (2.v.l.) mit Diplomgesundheitskrankenpflegerin Angelika Feichtner MSc (Bereich Pflege), Ärztin Dr.in Christina Kaneider und Dr. Wolfgang Stangl (v.l.) im Zuge der Veranstaltung in der Klinik Oberwart.
Soziallandesrat Dr. Leonhard Schneemann bei seiner Eröffnungsrede, wobei er den Ausbau der mobilen Hospizangebote in allen sieben Bezirken ansprach.
Zahlreiche Interessierte waren zum Vortrag gekommen, zudem wurde dieser Live im Internet übertragen und vor Ort auch Fragen von Interessierten Online vor Ort beantwortet.

Landesrat Leonhard Schneemann eröffnete die Podiumsdiskussion „Forum Palliativ“ in der Klinik Oberwart: „Es geht um Würde am Lebensende, und darum, wie wir Menschen bestmöglich begleiten und unterstützen können“

Im Veranstaltungssaal hielten Ärztin Christina Kaneider sowie Diplomgesundheitskrankenpflegerin Angelika Feichtner Vorträge zum assistierten Suizid. Nach der Begrüßung durch Soziallandesrat Leonhard Schneemann folgte eine Podiumsdiskussion zum Thema. „Das Thema des Abends, das Spannungsfeld des assistierten Suizids berührt uns alle, persönlich, gesellschaftlich und politisch. Es geht vor allem um die Frage, wie wir als Gesellschaft mit dem Lebensende umgehen“, sagte Schneemann.

Für den Landesrat bewegen sich die Menschen in einem sensiblen Dreieck, zwischen Selbstbestimmung, Schutz und Fürsorge. Auf der einen Seite steht der nachvollziehbare Wunsch vieler Menschen, über das eigene Lebensende selbst entscheiden zu können. Besonders dann, wenn schweres Leiden, Krankheit oder Verlust an Autonomie das Leben prägen. Auf der anderen Seite steht die gemeinsame Verantwortung, Menschen in verletzlichen Situationen zu schützen. „Es geht um Würde am Lebensende, und darum, wie wir Menschen bestmöglich begleiten und unterstützen können“, sagte der Landesrat.

In Österreich gibt es einen klar geregelten Weg. Durch das Sterbeverfügungsgesetz gibt es klare Voraussetzungen, mehrere Gespräche sowie Wartefristen und die verpflichtende Aufklärung über Alternativen. „Das ist entscheidend, denn echte Selbstbestimmung gibt es nur dort, wo Menschen wissen, welche Möglichkeiten ihnen zur Verfügung stehen. Wo sie Zugang zu guter medizinischer Versorgung bekommen und nicht zwischen Leiden und Tod wählen müssen, sondern zwischen mehreren Wegen“, erklärte Leonhard Schneemann.

Hospiz und Palliativ – die Angebote im Burgenland

Das Burgenland setzt auf zwei Säulen, zum einen gibt es die Hospizbegleitung: die Sterbebegleitung, überwiegend getragen von Ehrenamtlichen, zum anderen die Palliativversorgung: Erhaltung und Verbesserung von Lebensqualität bis zum Tod, nicht Lebensverlängerung.

„Beides gehört zusammen und bildet ein Netz, das Menschen am Lebensende auffängt. Besonders bemerkenswert ist dabei, dass rund 35 Prozent der Burgenländischen Bevölkerung zu Hause stirbt, deutlich mehr als in anderen Bundesländern“, so Schneemann.

Die mobile Palliativversorgung wird seit 2021 über die Soziale Dienste Burgenland GmbH gebündelt. Das Süd-Team betreut Oberwart, Güssing und Jennersdorf, das Nord-Team ist für die Bezirke Neusiedl am See, Eisenstadt, Mattersburg und Oberpullendorf zuständig. Die Teams betreuen Menschen in ihren eigenen vier Wänden und begleiten Angehörige intensiv. Die Hospizversorgung wird von sechs Teams getragen: Rotes Kreuz, Diakonie und Soziale Dienste Burgenland. Ab sofort erfolgt die Koordination hauptamtlich, Ehrenamtliche arbeiten weiter in der Begleitung, doch die Organisation ist professionell gesichert. 

Mit dem stationären Hospiz in Oberpullendorf setzt das Land einen historischen Meilenstein: Die Fertigstellung ist für Ende 2026 geplant, dann werden dort zehn Betten zur Verfügung stehen. Es entstehen Synergien mit Pflegeheim und Klinik, zudem ist es ein Ort der Geborgenheit, verbunden mit professioneller Betreuung.

Ausbau mobiler Hospizangebote in allen sieben Bezirken des Burgenlandes

Parallel läuft der Ausbau mobiler Hospizangebote in allen sieben Bezirken. Weiters wird durch das Projekt „Hospizkultur und Palliative Care in Pflegeheimen Qualität in die Pflegeheime gebracht und die Palliativkompetenz flächendeckend in der Pflege verankert. 

Für Soziallandesrat Leonhard Schneemann ist klar: Niemand dürfe sich für den Tod entscheiden, weil Alternativen fehlen. „Unsere Aufgabe als Landesregierung ist der ständige Ausbau von Palliativ- und Hospizangeboten, die Unterstützung und Entlastung von Angehörigen sowie die Sicherstellung von qualifizierten, niederschwelligen Angeboten“, schloss Soziallandesrat Leonhard Schneemann.

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Lebensende mit Würde - Klinik Oberwart_1
Lebensende mit Würde - Klinik Oberwart_2
Lebensende mit Würde - Klinik Oberwart_3      

Bildtext Lebensende mit Würde - Klinik Oberwart_1: Soziallandesrat Dr. Leonhard Schneemann (2.v.l.) mit Diplomgesundheitskrankenpflegerin Angelika Feichtner MSc (Bereich Pflege), Ärztin Dr.in Christina Kaneider und Dr. Wolfgang Stangl (v.l.) im Zuge der Veranstaltung in der Klinik Oberwart.

Bildtext Lebensende mit Würde - Klinik Oberwart_2: Soziallandesrat Dr. Leonhard Schneemann bei seiner Eröffnungsrede, wobei er den Ausbau der mobilen Hospizangebote in allen sieben Bezirken ansprach.

Bildtext Lebensende mit Würde - Klinik Oberwart_3: Zahlreiche Interessierte waren zum Vortrag gekommen, zudem wurde dieser Live im Internet übertragen und vor Ort auch Fragen von Interessierten Online vor Ort beantwortet. 

Bildquelle: Landesmedienservice Burgenland

Daniel Fenz, 27. März 2026

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