Landesfrauenreferentinnen-konferenz in Frauenkirchen: Starke Impulse für Gewaltschutz, Gendermedizin und Lohntransparenz

Landesrätin Marika Lagger-Pöllinger (Kärnten), Landesrätin Barbara Schöbi-Fink (Vorarlberg), Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (NÖ), Landesrätin Daniela Winkler, Landesrätin Daniela Gutschi (Salzburg), Stadträtin Elke Hanel-Torsch (Wien), Landeshauptmann-Stv.in Manuela Khom (Steiermark) und Landesrätin Eva Pawlata (Tirol)
Landesrätin Daniela Winkler  bei der Konferenz
Im Anschluss an die Konferenz informierte Landesrätin Daniela Winkler gemeinsam mit Landeshauptmann-Stv.in Manuela Khom (Steiermark) und Landesrätin Daniela Gutschi (Salzburg) über das Ergebnis der Konferenz
Im Anschluss an die Konferenz informierte Landesrätin Daniela Winkler gemeinsam mit Landeshauptmann-Stv.in Manuela Khom (Steiermark) und Landesrätin Daniela Gutschi (Salzburg) über das Ergebnis der Konferenz

LRin Winkler: Anlässlich der Landesfrauenreferentinnenkonferenz in Frauenkirchen berieten die Frauenreferentinnen aus allen Bundesländern über frauen- und gesellschaftspolitische Zukunftsthemen

Das Ergebnis der Konferenz ist ein klarer Handlungsauftrag an die Bundesregierung zur Stärkung der Gleichberechtigung und für mehr Sicherheit von Frauen. Landesrätin Daniela Winkler hat als Vorsitzende der Konferenz nach Frauenkirchen eingeladen und die Schwerpunkte an zwei grundlegenden Themen festgemacht: „Wenn wir in der Gesellschaft über Frauenthemen und die Stellung der Frauen diskutieren, kommen wir sehr oft zu zwei Punkten, die Frauen – Gleichberechtigung und Gewalt. Gleichberechtigung auf gesellschaftlicher, gesundheitlicher und wirtschaftlicher Ebene, und Gewalt, die Frauen in unterschiedlichen Formen erleiden“, betonte die Vorsitzende der Konferenz. 

Schwerpunkte & Burgenländische Initiativen im Fokus

Das Burgenland setzte bei der Konferenz mit zwei zentralen Hauptthemen wichtige Akzente:

Konsequente Bekämpfung digitaler Gewalt gegen Frauen und Mädchen (Initiative u. a. Burgenland): Digitalisierung bringt neue Missbrauchsformen wie KI-generierte sexualisierte Deepfakes, Cyberstalking oder heimliche Überwachungen, z. B. durch Smart Glasses, mit sich. Die Konferenz fordert die fristgerechte und vollständige Umsetzung der EU-Gewaltschutzrichtlinie bis Juni 2027, das Ausräumen von Strafbarkeitslücken (u. a. beim Besitz non-konsensualer Inhalte), die Verankerung des Prinzips „Safety by Design“ für KI-Entwickler sowie die Einführung eines digitalen Hilfe-Buttons auf Social-Media-Plattformen. 

Die steirische Landeshauptmann-Stv. Manuela Khom begründete den Antrag der Steiermark zum Thema „Digitale Gewalt“: „Der Schutz vor digitaler Gewalt ist eine der zentralen frauenpolitischen Herausforderungen unserer Zeit. Die technischen Möglichkeiten entwickeln sich rasant weiter – unser rechtlicher Schutz muss damit Schritt halten. Deshalb war es mir besonders wichtig, dieses Thema bei der Landesfrauenreferentinnenkonferenz einzubringen und gemeinsam mit den anderen Bundesländern konkrete Verbesserungsmaßnahmen zu erarbeiten. Wir brauchen klare Regeln für neue Technologien wie Smart Glasses, mehr Verantwortung für Hersteller und Plattformbetreiber und vor allem eine Anlaufstelle, an die sich Betroffene wenden können und die sie bei der Sicherung digitaler Beweise unterstützt. Neue Technologien brauchen klare Spielregeln. Entscheidend ist, dass die Sicherheit und die Rechte der Menschen dabei immer an erster Stelle stehen.“

Für Landesrätin Daniela Gutschi, Salzburg, hat die Sicherheit im öffentlichen Raum Priorität, wie auch im Antrag zum Ausdruck gebracht wurde: „Unser Ziel ist, dass Frauen in jeder Lebenslage sicher sind, ob am Heimweg, in der eigenen Wohnung oder auch vor Gericht. Wer sich am Nachhauseweg unsicher fühlt, wer psychische Gewalt erlebt oder wer als Gewaltopfer vor Gericht steht, soll künftig besser geschützt sein. Das wollen wir durch ein bundesweites kostenloses Heimwegtelefon, die Möglichkeit, die gemeinsame Wohnung ohne rechtliche Nachteile zu verlassen und wirksamen Schutz in Pflegschaftsverfahren erreichen. Ich danke meinen Kolleginnen aus allen Bundesländern, die diesen Weg einstimmig mittragen“, so Gutschi.

Ein weiterer Antrag aus dem Burgenland betrifft die österreichweite Ausrollung des Lehrgangs „Gender Medizin“. Über Jahrzehnte hinweg diente der männliche Körper als medizinischer Standard, was bis heute zu Fehldiagnosen und einer schlechteren Versorgung von Frauen führt. Gefordert wird, die geschlechtersensible Medizin fest in der Frauengesundheitsstrategie zu verankern und den von der Ärztekammer approbierten Diplomlehrgang „Gender Medicine“ flächendeckend in ganz Österreich auszurollen und finanziell abzusichern. 

Dahingehend übt Landesrätin Winkler an der aktuellen Situation scharfe Kritik: „Über Jahrzehnte hinweg war in der Medizin der männliche Körper die Norm, sei es bei Studien, Krankheitsdiagnosen, Medikamententests oder Dosierungen. Diese sogenannte ‚Gender Data Gap‘ führt bis heute dazu, dass Frauen oft fehldiagnostiziert oder verspätet richtig behandelt werden. Das ist ein untragbarer Zustand.“

Neben dem physischen und digitalen Schutz stand die wirtschaftliche Unabhängigkeit im Fokus. Die Konferenz fordert die zügige nationale Umsetzung der EU-Lohntransparenzrichtlinie, um den Gender Pay Gap und in der Folge den Gender Pension Gap rasch zu schließen. 

„Der Gender Pay Gap, der Gender Pension Gap und die extrem ungleiche Verteilung von unbezahlter Sorgearbeit belasten Frauen im Alltag sehr stark, und das zum Teil ein Leben lang. Wir fordern daher eine strikte Lohntransparenz zur raschen Schließung der Einkommensschere.“ 

Die weiteren in der Konferenz behandelten Themen bilden ein breites Spektrum an Gleichstellungs- und Schutzmaßnahmen.

Zum Herunterladen der Fotos klicken Sie auf die folgenden Links:

Landesfrauenreferentinnenkonferenz 1
Landesfrauenreferentinnenkonferenz 2
Landesfrauenreferentinnenkonferenz 3
Landesfrauenreferentinnenkonferenz 4

Bildtext Landesfrauenreferentinnenkonferenz 1 (v.l.): Landesrätin Marika Lagger-Pöllinger (Kärnten), Landesrätin Barbara Schöbi-Fink (Vorarlberg), Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (NÖ), Landesrätin Daniela Winkler, Landesrätin Daniela Gutschi (Salzburg), Stadträtin Elke Hanel-Torsch (Wien), Landeshauptmann-Stv.in Manuela Khom (Steiermark) und Landesrätin Eva Pawlata (Tirol).

Bildtext Landesfrauenreferentinnenkonferenz 2: Die Vorsitzende der Konferenz Landesrätin Daniela Winkler.

Bildtext Landesfrauenreferentinnenkonferenz 3 & 4: Im Anschluss an die Konferenz informierte Landesrätin Daniela Winkler gemeinsam mit Landeshauptmann-Stv.in Manuela Khom (Steiermark) und Landesrätin Daniela Gutschi (Salzburg) über das Ergebnis der Konferenz.

Bildquelle: Landesmedienservice Burgenland

Frauenkirchen, 6. November 2026

Landesmedienservice Burgenland
7000 Eisenstadt, Landhaus, Europaplatz 1
Tel.: 057/600
post.oa-presse(at)bgld.gv.at 
www.burgenland.at