Die Herzchirurgie an der Klinik Oberwart wird unverändert weitergeführt. Das heute am späten Nachmittag per E-Mail zugestellte Erkenntnis des Landesverwaltungsgerichts betrifft formale Aspekte des Bewilligungsverfahrens und stellt die Herzchirurgie als solche nicht infrage. „Wir nehmen die Entscheidung des Landesverwaltungsgerichts zur Kenntnis. Die Gesundheit Burgenland wird umgehend außerordentliche Revision einlegen und aufschiebende Wirkung beantragen. Das ist angesichts der laufenden Patientenversorgung und der bereits zugesagten OP-Termine auch im zwingenden öffentlichen Interesse. Es geht hier um die unmittelbare medizinische Versorgung von Patientinnen und Patienten – diese muss gewährleistet bleiben. Sämtliche zugesagten OP-Termine werden daher wie geplant eingehalten“, so Landeshauptmann und Gesundheitsreferent Hans Peter Doskozil. Parallel wird die Abteilung 10 des Landes Burgenland als zuständige Behörde die nächsten Wochen nutzen, um die in der Entscheidung bemängelten Formalfehler zu beheben. Der laufende Betrieb zeigt bereits klar, dass die medizinische Versorgung funktioniert und die Grundlage für die weitere Entwicklung geschaffen ist. „Die Herzchirurgie in Oberwart ist erfolgreich etabliert, mit 1. Oktober gehen wir in die nächste Phase des Ausbaus über. Der Bedarf ist definitiv gegeben. Der Betrieb der Herzchirurgie bleibt aufrecht – an der Versorgung der Patientinnen und Patienten wird nicht gerüttelt“, so der Landeshauptmann.
Bereits im Bewilligungsverfahren wurde zum Bedarf zusätzlicher herzmedizinischer Kapazitäten eine Hochrechnung auf Basis der erwarteten Fallzahlen und Patientenströme vorgelegt. Diese erfüllte nach dem Erkenntnis des Landesverwaltungsgerichts jedoch nicht in allen Punkten die erforderlichen formalen beziehungsweise methodischen Kriterien für den Bedarfsnachweis. Unabhängig von dieser formalen Frage zeigt nun die tatsächliche Entwicklung seit Aufnahme des Betriebs sehr deutlich, dass der medizinische Bedarf vorhanden ist und teilweise sogar über den ursprünglichen Erwartungen liegt. Doskozil betont in dem Zusammenhang die medizinische Realität: „Über formale Anforderungen kann und muss man reden, und selbstverständlich erfüllen wir diese. Aber über eines braucht man nicht mehr theoretisch zu diskutieren: ob diese Herzchirurgie gebraucht wird. Das zeigt uns mittlerweile jeder einzelne Betriebstag.“
In kurzer Zeit hat sich in Oberwart ein hervorragend eingespieltes medizinisches Team etabliert, dem mit der neuen Klinik eine moderne Infrastruktur und Ausstattung zur Verfügung steht. Mittlerweile werden nicht nur Burgenländerinnen und Burgenländer operiert, sondern auch Patientinnen und Patienten aus anderen Bundesländern. Gleichzeitig konnten bestehende Wartelisten abgebaut und notwendige Eingriffe schneller durchgeführt werden.
Der Widerstand gegen die neue Abteilung in Oberwart ist für Doskozil auch vor diesem Hintergrund nicht nachvollziehbar: „Ich verstehe bis heute nicht, warum ausgerechnet ein SPÖ-geführtes Gesundheitsministerium die zusätzlichen herzchirurgischen Kapazitäten, die wir selbst finanzieren und die die Menschen brauchen, verhindern will. Sozialdemokratische Gesundheitspolitik sollte für mich genau das bedeuten: dafür zu sorgen, dass Menschen rasch die notwendige Behandlung bekommen. Wir haben den Bedarf, wir haben lange Wartezeiten und wir haben die medizinischen Voraussetzungen. Da erwarte ich mir Unterstützung und keine zusätzlichen Hürden“, so Doskozil. Seine Haltung zur Zukunft des Standorts sei daher eindeutig: „Unsere Herzchirurgie wird es noch geben, wenn es die Politikerinnen, die sie verhindern wollen, nicht mehr gibt.“
Ausbau zum regionalen Kompetenzzentrum
Auch die langfristige Entwicklung bestätigt die Notwendigkeit zusätzlicher Kapazitäten: Die demografische Entwicklung, der steigende medizinische Bedarf an herzchirurgischen und kardiologischen Leistungen sowie bestehende strukturelle Versorgungsdefizite waren ausschlaggebend für die Einrichtung der Abteilung. Ziel ist es, die Herzchirurgie in den kommenden fünf Jahren schrittweise zu einem umfassenden regionalen Kompetenzzentrum auszubauen.
Das Land Burgenland hält damit auch an seinem grundsätzlichen Kurs in der Gesundheitsversorgung fest. Während auf Bundesebene über Zentralisierungen, Leistungsreduktionen und Veränderungen der Spitalslandschaft diskutiert wird, setzt das Burgenland auf den Erhalt und gezielten Ausbau einer starken regionalen Gesundheitsversorgung. LH Doskozil: „Wir werden unseren burgenländischen Weg unbeirrt fortsetzen. Die Herzchirurgie in Oberwart ist ein wesentlicher Teil davon. Für uns zählt, dass Patientinnen und Patienten jene medizinische Behandlung bekommen, die sie brauchen – in hoher Qualität und möglichst rasch. Daran werden wir nicht rütteln.“
Eisenstadt, 28. September 2026
Landesmedienservice Burgenland
7000 Eisenstadt, Landhaus, Europaplatz 1
Tel: 02682/600
post.oa-presse@bgld.gv.at
www.burgenland.at
