Die Pläne für einen Datencenter-Campus in Nickelsdorf werfen wichtige Fragen zum Umgang mit Energie, Wasser und Boden auf. Für Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner können Datencenter zwar eine wirtschaftliche Chance sein, gleichzeitig müssen die ökologischen Auswirkungen von Projekten dieser Größenordnung von Anfang an berücksichtigt und begrenzt werden. Die von der Landesregierung beschlossenen zehn Umsetzungskriterien seien dafür eine wichtige Grundlage. Als nächsten Schritt sollen diese zehn Kriterien auch gesetzlich im burgenländischen Raumplanungsgesetz verankert werden. Entscheidend sei nun, dass diese auch konsequent eingehalten werden. „Datencenter können eine wirtschaftliche Chance sein, gleichzeitig haben große Projekte Auswirkungen auf Energie, Wasser und Boden. Deshalb setzen wir von Beginn an klare ökologische Grenzen. Zusätzlicher Energiebedarf muss mit zusätzlicher erneuerbarer Energie verbunden sein, beim Wasserverbrauch ziehen wir eine klare Obergrenze ein. Auch Flächenverbrauch, Kühlung und Nachnutzung müssen von Anfang an mitgedacht werden. Digitalisierung und Nachhaltigkeit dürfen kein Widerspruch sein“, so Haider-Wallner.
Für die LH-Stellvertreterin stehen dabei drei Punkte besonders im Mittelpunkt. Erstens müsse sichergestellt sein, dass der zusätzliche Energiebedarf durch zusätzliche erneuerbare Energie aus dem Burgenland gedeckt wird. Das Datencenter dürfe nicht dazu führen, dass Strom für die Burgenländerinnen und Burgenländer oder die heimischen Betriebe teurer wird.
Zweitens müsse der Flächenverbrauch auf das unbedingt notwendige Maß beschränkt werden. Dass die geplante Fläche gegenüber dem ursprünglich vorgesehenen Gewerbepark deutlich reduziert wurde, sei ein Schritt in die richtige Richtung. „Trotzdem gilt: Jeder Quadratmeter gesunder Boden zählt. Gerade im Burgenland müssen wir sorgsam mit dieser begrenzten Ressource umgehen.“
Drittens brauche es beim Wasserverbrauch nachvollziehbare und verbindliche Grenzen. Ein geschlossener Kühlwasserkreislauf sei eine wichtige Voraussetzung. Gleichzeitig müsse transparent sein, wie viel Wasser tatsächlich benötigt werde, woher es komme und welche Auswirkungen das langfristig auf die Region habe. Gerade angesichts zunehmender Trockenperioden dürfe es hier keine offenen Fragen geben.
Zehn Kriterien sollen im Raumplanungsgesetz verankert werden
Dort, wo der Bund mit konkreten gesetzlichen Regelungen noch im Verzug ist, geht das Burgenland bereits in Vorleistung und schafft mit den zehn Umsetzungskriterien eigene ökologische Leitplanken. Diese sollen nun auch gesetzlich im burgenländischen Raumplanungsgesetz verankert werden. Damit wird aus den gemeinsam erarbeiteten Kriterien eine verbindliche rechtliche Grundlage für die Entwicklung von Datencentern im Burgenland.
„Es reicht nicht, gute Kriterien aufzustellen. Sie müssen auch verbindlich gelten und in der Praxis eingehalten werden. Deshalb ist die Verankerung unserer zehn Punkte im Raumplanungsgesetz der nächste wichtige Schritt. Gerade weil in Zukunft weitere Datencenter entstehen werden, brauchen wir klare Spielregeln, die von Anfang an gelten“, so Haider-Wallner.
Digitalisierung und Nachhaltigkeit müssten gemeinsam gedacht werden. Dafür brauche es verbindliche ökologische Leitplanken, die nicht nur auf dem Papier stehen, sondern bei der Umsetzung tatsächlich eingehalten werden.
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Eisenstadt, 6. November 2026
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