Gemeinsamer Schulterschluss von Land und Wirtschaftskammer: Schwerverkehr gehört auf das hochrangige Straßennetz – Schutz und Entlastung der Bevölkerung sowie faire Finanzierung im Mittelpunkt

Das Land Burgenland und die Wirtschaftskammer Burgenland setzen mit einem gemeinsamen Schulterschluss einen Meilenstein für mehr Lebensqualität, Verkehrssicherheit und den Schutz der Bevölkerung in den Gemeinden. „Wir haben uns in konstruktiven Gesprächen darauf verständigt, dass der überregionale Transit-Schwerverkehr konsequent dort gebündelt werden muss, wo er hingehört – auf dem dafür ausgebauten hochrangigen Straßennetz. Reine Maut-Ausweichverkehre durch Ortsgebiete und über das untergeordnete Straßennetz sollen unterbunden werden. Denn das Burgenland darf nicht als kostengünstige Abkürzung oder Mautflucht-Route für den internationalen Schwerverkehr missbraucht werden. Oberstes Anliegen ist der Schutz und die Sicherheit der Anrainer sowie die deutliche Entlastung der Bevölkerung von Verkehrslärm und damit die Hebung der Lebensqualität“, betont Landeshauptmann Hans Peter Doskozil. Auch der Präsident der Wirtschaftsammer Burgenland, Andreas Wirth, unterstreicht: „Wir haben eine sehr gute Lösung für die regionale Wirtschaft gefunden, die gleichzeitig auch Entlastung für die vom Transitverkehr betroffenen Bürgerinnen und Bürger bringt. Jetzt gilt es weiter an einem erfolgreichen Wirtschaftsstandort Burgenland zu arbeiten, der Raum für bestehende Betriebe hat, aber auch attraktiv für Wachstum bleibt.“ Die heutige Einigung sei auch ein Beweis für die intakte und gute Arbeitsbasis zwischen Land und WK, betonen LH und WK-Präsident.

Zur Erreichung dieses Ziels sollen – wie auch im Regierungsprogramm festgeschrieben – bestehende Tonnagebeschränkungen auf Ost-West-Querungen von bisher 7,5 Tonnen konsequent auf 3,5 Tonnen herabgesetzt und durch ergänzende Fahrverbote erweitert werden, um jeglichen Umgehungsverkehr auf Landes- und Gemeindestraßen von vornherein auszuschließen. Für den internationalen LKW-Transitverkehr wird das Burgenland künftig klar über drei leistungsfähige Korridore abgewickelt: Im Norden über die bewährte A4 im Bezirk Neusiedl am See, im Süden über die neu errichtete S7 Fürstenfelder Schnellstraße im Bezirk Jennersdorf; im Landeszentrum soll als Korridor die B61a zwischen dem Grenzübergang Rattersdorf und der Schnellstraße S31 dienen, auf dem in Zukunft die Benützung über das ASFINAG-Mautmodell berechnet werden soll. 

Der Ziel- und Quellverkehr wird rein auf das Burgenland reduziert. Damit bleibt der Regionalverkehr von sämtlichen Maßnahmen selbstverständlich unberührt und vollumfänglich abgesichert. Die entsprechenden Verordnungen sollen in den kommenden Wochen partnerschaftlich überarbeitet werden, mit dem Ziel, reine Burgenland-Durchfahrten auf Landes- und Gemeindestraßen zu verhindern. „Mit diesem tragfähigen und wirksamen Maßnahmenpaket zur Verkehrsverlagerung nimmt das Land Burgenland Abstand von der Einführung einer landeseigenen Lkw-Maut auf dem Landestraßennetz. Begleitet wird diese Initiative durch eine deutliche Intensivierung der behördlichen Überwachung, bei der die landeseigene Verkehrskontrolle burgenlandweit regelmäßige Schwerpunktkontrollen durchführen wird, um die Einhaltung der neuen Bestimmungen rigoros einzufordern und Verstöße konsequent zu ahnden“, so Verkehrslandesrat Heinrich Dorner.

Auf sachlicher Ebene herrscht zwischen Land und Wirtschaftskammer zudem volle Einigkeit darüber, dass die nachhaltige Erhaltung des regionalen Wegenetzes eine gesamtstaatliche Verantwortung bleibt. Während das hochrangige Autobahnnetz über ASFINAG-Mauten finanziert wird, tragen die Bundesländer und Gemeinden die Hauptlast für tausende Kilometer an Landes- und Gemeindestraßen. „Wir wollen daher künftig mit einer gemeinsamen Stimme gegenüber dem Bund auftreten und uns mit Nachdruck für eine faire Bereitstellung von Bundes- und Finanzausgleichsmitteln zur Sanierung und zeitgemäßen Erhaltung der regionalen Verkehrsinfrastruktur im ländlichen Raum einsetzen“, unterstreicht der Landeshauptmann.

Eisenstadt, 08. September 2026

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