In Österreich werden jährlich mehr als 72.000 Hunde nachgefragt, bei mehr als 50.000 davon – rund 70 Prozent – ist die genaue Herkunft unbekannt. Den Wert des Handels mit Hunden unbekannter Herkunft schätzt VIER PFOTEN in Österreich auf mindestens 38 Millionen Euro. Gerade für das Burgenland als Grenzregion ist die Kontrolle des grenzüberschreitenden Tierhandels daher besonders relevant. Um den illegalen Welpenhandel wirksam zu bekämpfen, veranstaltete Landeshauptmann-Stellvertreterin und Tierschutzlandesrätin Anja Haider-Wallner gemeinsam mit VIER PFOTEN einen Workshop für burgenländische Polizist:innen. 69 Beamt:innen wurden in zwei Terminen für das Erkennen von illegalem Welpenhandel sowie den fachgerechten Umgang mit betroffenen Tieren geschult. „Der illegale Welpenhandel ist ein Geschäft mit großem Tierleid und gleichzeitig ein lukrativer Markt für kriminelle Händler:innen. Gerade in einer Grenzregion wie dem Burgenland braucht es deshalb gut geschulte Polizist:innen, die bei Kontrollen rasch erkennen können, wenn mit einem Tiertransport etwas nicht stimmt. Mit diesem Workshop wollen wir ganz konkretes Wissen vermitteln und damit den Tierschutz bei Kontrollen stärken“, sagt LH-Stv.in und Tierschutzlandesrätin Anja Haider-Wallner.
Der illegale Welpenhandel ist ein grenzüberschreitendes Geschäft, bei dem Tiere häufig aus Vermehrerstationen in Osteuropa nach Österreich gebracht werden. Die Welpen werden oft viel zu früh von ihren Müttern getrennt, sind krank oder nicht ausreichend geimpft und werden mit gefälschten oder manipulierten Dokumenten transportiert. Die Übergabe erfolgt häufig anonym auf Parkplätzen, an Autobahnraststätten oder direkt an der Haustür.
Bei den Schulungen ging es unter anderem um die Strukturen und Netzwerke des illegalen Welpenhandels, typische Vorgehensweisen der Händler:innen und Einblicke in Vermehrerstationen und Herkunftsbetriebe. Ebenso standen vergangene Fälle aus Österreich, die rechtlichen Rahmenbedingungen sowie Transportbedingungen und erforderliche Dokumente für den grenzüberschreitenden Tiertransport auf dem Programm.
Polizei als wichtige Schnittstelle
Die Landespolizeidirektion Burgenland ist bei der Bekämpfung des illegalen Welpenhandels eine wichtige Partnerin. Gerade bei Kontrollen im grenznahen Raum können Polizist:innen Auffälligkeiten bei Tiertransporten frühzeitig erkennen und die notwendigen weiteren Schritte einleiten. Dafür braucht es neben rechtlichem Wissen auch praktische Erfahrung im Umgang mit den betroffenen Tieren.
„Bei Kontrollen kommt es darauf an, Auffälligkeiten richtig einzuschätzen und die notwendigen Maßnahmen sicher und rasch einzuleiten. Der illegale Welpenhandel ist ein komplexes Feld, bei dem rechtliche, veterinärmedizinische und polizeiliche Aspekte zusammenkommen. Die Schulung vermittelt den Polizistinnen und Polizisten zusätzliches Know-how und stärkt damit die Qualität der Kontrollen“, betont Oberst Thomas Fasching, LPD Burgenland, Büro A1.
Dass der Handlungsbedarf auch im Burgenland konkret ist, zeigen auch Fälle aus der Vergangenheit: So wurden etwa 2016 bei zwei Kontrollen in Nickelsdorf innerhalb weniger Tage insgesamt 56 Welpen aufgegriffen. Die Tiere waren teilweise erst sechs bis acht Wochen alt, bei den mitgeführten Dokumenten wurden Auffälligkeiten festgestellt.
Erfahrung aus der Zusammenarbeit mit Polizei und Zoll
Die Expertinnen von VIER PFOTEN verfügen über langjährige Erfahrung in der Bekämpfung des illegalen Welpenhandels und in der Zusammenarbeit mit Polizei- und Zollbehörden in Europa. Julia Eppinger, Heimtierexpertin bei VIER PFOTEN Österreich, sowie die deutschen Researcherinnen Saskia Dauter und Birgitt Thiesmann vermittelten den burgenländischen Polizist:innen praktische Erfahrungen aus vergangenen Fällen und internationalen Schulungen.
„Für die Polizei ist es wichtig, die typischen Muster des illegalen Welpenhandels zu kennen – vom Online-Inserat über die Übergabe auf einem Parkplatz bis hin zu gefälschten Dokumenten. Je früher ein Verdachtsfall erkannt wird, desto besser können die notwendigen Schritte zum Schutz der Tiere eingeleitet werden. Dieses Wissen wollen wir mit unserer langjährigen Erfahrung aus der Zusammenarbeit mit Polizei, Zoll und Grenzschutz weitergeben“, erklärt Julia Eppinger, Heimtierexpertin bei VIER PFOTEN Österreich.
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Workshop illegaler Welpenhandel
Bildtext Workshop illeagaler Welpenhandel: Gemeinsam gegen illegalen Welpenhandel: (v.l.n.r.) Oberst Thomas Fasching, Saskia Dauter und Birgitt Thiesmann (VIER PFOTEN), Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner , Julia Eppinger (VIER PFOTEN), Landespolizeidirektor Mag. Martin Huber.
Bildquelle: LPD Burgenland
Bisenstadt, 02. Oktober 2026
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