Burgenland prüft biologisches Pflanzenschutzmittel gegen Götterbaum

(vlnr) Benedikt Rödlich (Landschaftsplegeverein), Alexander Mrkvicka (Landschaftspflegeverein), LH-Stv.in Haider-Wallner, Verena Kefer (BOKU), Benjamin Dauth (BOKU).

LH-Stv.in Haider-Wallner: „Beimpfung soll langfristig Raum für Biodiversität sicherstellen“

Der Götterbaum (Ailanthus altissima), ein  invasiver Neophyt, breitet sich auch im Burgenland stark aus. Besonders in sensiblen Schutzgebieten kann er heimische Pflanzenarten durch Beschattung und Konkurrenz verdrängen. Das Land Burgenland beauftragte deshalb im Vorjahr die Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) mit einem Forschungsprojekt zur biologischen Bekämpfung des Götterbaums, das noch bis Ende Dezember läuft. Mit einem Gesamtbudget von knapp 50.000 Euro wird an drei Standorten im Bezirk Neusiedl untersucht, ob der Götterbaum mit dem biologischen Pflanzenschutzmittel „Ailantex“ gezielt zurückgedrängt werden kann und welche Auswirkungen das Mittel auf die umliegenden Pflanzen hat. Bei einem Lokalaugenschein in Zurndorf informierte sich Naturschutzlandesrätin Anja Haider-Wallner über die laufenden Untersuchungen: „Hier sieht man, wie schnell sich der Götterbaum ausbreiten kann. Gerade in unseren Schutzgebieten wollen wir deshalb genau hinschauen und wissenschaftlich prüfen, wie wir wirksam dagegen vorgehen können. Wenn die Beimpfung funktioniert und die Götterbaumpopulation zurückgeht, schaffen wir damit wieder Platz für heimische Pflanzen und mehr Artenvielfalt.“

„Ailantex“ ist ein biologisches Pflanzenschutzmittel, das den pflanzenpathogenen Pilz Verticillium nonalfalfae nutzt. Die gezielte Beimpfung des Götterbaums soll dessen Bestände mit geringem Aufwand effizient schwächen und zurückdrängen.

Im Rahmen des Projekts wird neben der Wirksamkeit auch untersucht, wie sich der Pilz im jeweiligen Lebensraum verhält. Dazu werden Pflanzen- und Bodenproben genommen und der Sporen- beziehungsweise Pilzdruck ermittelt. Eine zentrale Forschungsfrage ist, ob der Pilz in anderen Pflanzen am Standort überdauern kann und wie lange er gegebenenfalls nachweisbar bleibt.

„Am Ende wollen wir gut belegen können, ob und unter welchen Bedingungen diese Methode für unsere Schutzgebiete geeignet ist, und ob sie Vorbild für andere Regionen und Bundesländer sein kann“, erklärt Haider-Wallner.

Drei Versuchsflächen im Burgenland

Untersucht wird am Neusiedler Tabor und im Naturschutzgebiet Zurndorfer Eichenwald, sowie auf der Zurndorfer Hutweide. Neben dem Monitoring bereits behandelter Flächen werden aktuell auch Nachbeimpfung umgesetzt und deren Auswirkungen geprüft.

Die Erkenntnisse sind insbesondere für das Management geschützter Lebensräume wie der pannonischen Eichen-Hainbuchenwälder und Trockenrasen relevant. Gleichzeitig sollen sie auch für die allgemeine Naturschutz- und Forstpraxis nutzbar gemacht werden.

Das Projekt leistet damit einen Beitrag zur Umsetzung der EU-Verordnung über invasive gebietsfremde Arten (IAS-Verordnung) im Burgenland.

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Bildtext Götterbaum: Benedikt Rödlich (Landschaftsplegeverein), Alexander Mrkvicka (Landschaftspflegeverein), LH-Stv.in Haider-Wallner, Verena Kefer (BOKU) und Benjamin Dauth (BOKU) (v.l.).

Bildquelle: Büro LH-Stv.in Haider-Wallner

Eisenstadt, 17. September 2026

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