Ausstellung „Architektur(ge)schichten“ erinnert an Klaus-Jürgen Bauer

Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner (2.v.r.) und LAbg. Bürgermeister Thomas Steiner (2.v.l.) bei der Eröffnung der Ausstellung „Architektur(ge)schichten“ in Eisenstadt.

LH-Stv.in Haider-Wallner: „Klaus-Jürgen Bauer hat die Architekturvermittlung im Burgenland ganz wesentlich geprägt“

Klaus-Jürgen Bauer war Architekt, Publizist, Autor, Zeichner, Kurator, Lehrer und vor allem eines: ein außergewöhnlicher Geschichtenerzähler. Mit großer Präzision und pointiertem Humor verstand er es, Architektur, Orte und ihre Geschichten zu vermitteln. Eine neue Ausstellung von Architektur Raumburgenland widmet sich nun dem Menschen hinter diesen Geschichten. Kolleg:innen, Bauherr:innen und Weggefährt:innen erzählen von persönlichen Begegnungen und gemeinsamen Erfahrungen mit Bauer. Ergänzt werden die Erinnerungen durch Auszüge aus seinem umfangreichen grafischen Werk. „Klaus-Jürgen Bauer hat Architektur nie nur als das Errichten von Gebäuden verstanden. Er hat genau hingeschaut, Fragen gestellt und Zusammenhänge sichtbar gemacht. Mit seiner besonderen Art zu erzählen, zu zeichnen und Dinge auf den Punkt zu bringen, hat er die Architekturvermittlung im Burgenland ganz wesentlich geprägt“, so Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner.

Bauer wurde 1963 in Wien geboren und wuchs im pannonischen Raum auf. Er studierte an der Universität für angewandte Kunst Wien in der Meisterklasse von Wilhelm Holzbauer sowie an der Hochschule für Architektur und Bauwesen Weimar. Später lehrte er unter anderem an der TU Wien und an der New Design University St. Pölten.

Seine Arbeit reichte von Architektur und Architekturtheorie über Denkmalpflege, Altbausanierung und Stadterneuerung bis zu Publizistik, Kunst, Ausstellungsgestaltung und Lehre. Eng verbunden war Bauer mit Architektur Raumburgenland: Von 2000 bis 2006 war er Vorsitzender des Vereins Architektur Raumburgenland, ab 2016 kuratierte er die Architekturgalerie contemporary. Für seine Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Landesarchitekturpreis Burgenland.

„Gerade im Burgenland hat Klaus-Jürgen Bauer viele Spuren hinterlassen – in der Architektur, aber vor allem auch bei den Menschen, denen er Architektur nähergebracht hat. Diese Ausstellung hält Erinnerungen fest und macht sichtbar, wie vielfältig sein Wirken war“, so Haider-Wallner.

Diesmal erzählen andere seine Geschichten

Das Konzept der Ausstellung dreht die Perspektive bewusst um: Nicht Bauer selbst erzählt Architekturgeschichten, sondern andere erzählen Geschichten über ihn. Kolleg:innen, Bauherr:innen und Weggefährt:innen berichten von gemeinsamen Erlebnissen, beruflichen Begegnungen und persönlichen Erfahrungen. Die Interviews werden audiovisuell aufgezeichnet und als kurze Filmbeiträge in der Ausstellung präsentiert.

Ein weiterer Schwerpunkt ist Bauers grafisches Werk, das zu seinen Lebzeiten weitgehend verborgen blieb. Über Jahrzehnte fertigte er Zeichnungen und Aquarelle an, die er in einem großen Ladenschrank aufbewahrte. Mit „Aus meinem Ladenschrank – Das grafische Werk 1985–2025“ wurde dieses Schaffen nun umfassender dokumentiert. Die Arbeiten reichen von Skizzen und Aquarellen über visuelle Sprachspiele bis zu ironischen, humorvollen und nachdenklichen Arbeiten.

„Klaus-Jürgen Bauer war ein außergewöhnlicher Geschichtenerzähler. Deshalb finde ich es besonders schön, dass diesmal nicht seine Geschichten über Architektur im Mittelpunkt stehen, sondern die Geschichten, die andere mit ihm verbinden. Dadurch wird sein Vermächtnis lebendig“, sagt Haider-Wallner.

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Eröffnung Ausstellung „Architekturgeschichten“

Bildtext Eröffnung Ausstellung Architektur(ge)schichten: Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner (2.v.r.) und LAbg. Bürgermeister Thomas Steiner (2.v.l.) bei der Eröffnung der Ausstellung „Architektur(ge)schichten“ in Eisenstadt.

Bildquelle: Büro Landeshauptmann-Stellvertreterin Haider-Wallner

Eisenstadt, 11. September 2026

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