Mit AgriNEXT startet das Land Burgenland einen umfassenden Entwicklungsprozess für die landwirtschaftlichen Fachschulen in Güssing und Eisenstadt. Ziel ist es, die bestehenden Bildungsangebote zu evaluieren, künftige Anforderungen an die landwirtschaftliche Ausbildung zu analysieren und die Schulstandorte strategisch weiterzuentwickeln. Gleichzeitig sollen die Standorte attraktiver werden, um langfristig mehr Schülerinnen und Schüler für eine Ausbildung an den landwirtschaftlichen Fachschulen im Burgenland zu gewinnen. Projektinitiatorin ist Landeshauptmann-Stellvertreterin und Agrarreferentin Anja Haider-Wallner. Als wissenschaftliche Begleitung wurde die Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik Wien beauftragt. In den Entwicklungsprozess eingebunden sind Vertreterinnen und Vertreter der burgenländischen Bildungsdirektion, die Schulleitungen und Lehrkräfte sowie Schulqualitätsmanagerinnen und -manager. „Landwirtschaft ist ein Zukunftsberuf. Unsere landwirtschaftlichen Fachschulen leisten einen enorm wichtigen Beitrag für die Ausbildung junger Menschen im Burgenland. Mit AgriNEXT schauen wir genau hin: Was brauchen diese Schulen heute – und was werden sie morgen brauchen?“, so Haider-Wallner. „Wir wollen hier gemeinsam einen guten Weg erarbeiten. Die besten Ideen entstehen dort, wo Menschen ihre Erfahrungen einbringen und offen für Neues sind.“ Die Ergebnisse des Projekts fließen in konkrete Handlungsempfehlungen für die zukünftige Ausrichtung der Schulstandorte ein.
Im Mittelpunkt des rund einjährigen Projekts steht die Frage, wie die landwirtschaftliche Ausbildung im Burgenland bestmöglich auf die Herausforderungen der Zukunft ausgerichtet werden kann. Themen wie Klimawandel, Nachhaltigkeit, Digitalisierung und innovative Produktionsformen sollen dabei ebenso berücksichtigt werden wie die konkreten Anforderungen der landwirtschaftlichen Praxis.
Der offizielle Projektstart erfolgte im Rahmen zweier Kick-off-Veranstaltungen an den Schulstandorten. Den Auftakt machte am 24. Juni die Landwirtschaftliche Fachschule Güssing mit dem Schwerpunkt biologische Landwirtschaft und Tierhaltung. Am 29. Juni folgte die Landwirtschaftliche Fachschule Eisenstadt mit den Schwerpunkten Weinbau, Kellerwirtschaft sowie Landwirtschaft mit Obst-, Pflanzen- und Gemüsebau.
Unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern an beiden Terminen waren neben Landeshauptmann-Stellvertreterin Haider-Wallner die Direktionen und Lehrkräfte der Schulen, Schulqualitätsmanagerinnen und -manager sowie Expertinnen und Experten der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik Wien. „Wir wollen diesen Prozess nicht über die Köpfe der Menschen hinweg gestalten. Die besten Ideen entstehen dort, wo Praxis, Erfahrung und neue Perspektiven zusammenkommen“, betont Haider-Wallner.
Breite Beteiligung als Schlüssel
AgriNEXT setzt bewusst auf einen partizipativen Ansatz. Lehrkräfte beider Schulen werden aktiv in den Entwicklungsprozess eingebunden. Workshops, Interviews und Befragungen schaffen Raum für Erfahrungsaustausch und gemeinsame Perspektiven. Zusätzlich werden Schülerinnen und Schüler, Absolventinnen und Absolventen, landwirtschaftliche Betriebe, Interessenvertretungen sowie Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Bereichen eingebunden. Damit soll sichergestellt werden, dass die Weiterentwicklung der Schulen eng an den Bedürfnissen der Praxis orientiert ist.
Parallel dazu werden Entwicklungen am Arbeitsmarkt und in den landwirtschaftlichen Berufsfeldern analysiert. Befragungen und Interviews mit Vertreterinnen und Vertretern aus Ackerbau, Tierhaltung, Pferdewirtschaft, Weinbau sowie Obst- und Gemüsebau sollen künftige Kompetenzanforderungen sichtbar machen. „Es geht darum, jungen Menschen jene Kompetenzen mitzugeben, die sie später wirklich brauchen – im Betrieb, im Beruf und im täglichen Leben“, sagt Haider-Wallner.
Biolandwirtschaft als Zukunftsschwerpunkt
Die Förderung der biologischen Landwirtschaft ist ein zentraler Bestandteil des burgenländischen Regierungsprogramms. Ziel für die Weiterentwicklung des Bio-Sektors im Burgenland ist die Erhöhung des Anteils biologisch bewirtschafteter Flächen von derzeit 40 Prozent auf 50 Prozent bis zum Jahr 2030. Angesichts zunehmender Hitzeperioden, Trockenheit und Wetterextreme gewinnt der Ausbau nachhaltiger Bewirtschaftungsformen zusätzlich an Bedeutung.
„Wenn wir die biologische Landwirtschaft im Burgenland weiter stärken wollen, müssen wir schon in der Ausbildung ansetzen. Unsere landwirtschaftlichen Fachschulen vermitteln jungen Menschen genau jenes Wissen und jene Fähigkeiten, die es für eine nachhaltige und klimafitte Landwirtschaft braucht“, betont Haider-Wallner.
Eine fundierte Ausbildung in diesem Bereich ist entscheidend, um junge Menschen bestmöglich auf die Herausforderungen der Zukunft vorzubereiten. Themen wie bodenschonende Bewirtschaftung, nachhaltiger Ressourceneinsatz, Biodiversität und Klimaschutz werden künftig eine noch stärkere Rolle in der modernen landwirtschaftlichen Ausbildung einnehmen.
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AgriNEXT LFS Güssing
AgriNEXT LFS Eisenstadt
Bildtext AgriNEXT LFS Güssing: Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner (vorne 2. v.r.) besuchte die Kick-off-Veranstaltung der Landwirtschaftlichen Fachschule Güssing.
Bildtext AgriNEXT LFS Eisenstadt: Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner (vorne 3. v.r.) bei der Kick-off-Veranstaltung der Landwirtschaftlichen Fachschule Eisenstadt.
Bildquelle: Büro LH-Stv.in Haider-Wallner
Eisenstadt, 04. September 2026
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