Tag der Pflege: Burgenland baut das modernste gemeinnützige Pflegenetz Europas auf

Landeshauptmann Hans Peter Doskozil mit Landesrat Leonhard Schneemann

LH Doskozil/LR Schneemann: „Pflege darf kein Geschäftsmodell sein – sie muss für alle Menschen leistbar, wohnortnah und verlässlich organisiert sein. Daher schaffen wir im Burgenland ein Pflegenetz, das Versorgungssicherheit garantiert und ohne Gewinnorientierung auskommt.“

Gute Pflege ist kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis mutiger politischer Gestaltung. Während anderswo noch über Konzepte debattiert wird, hat das Burgenland die Weichen für die Zukunft bereits gestellt. Mit dem größten Pflegeausbau in der Geschichte des Landes entsteht Schritt für Schritt ein flächendeckendes, gemeinnütziges und modernes Pflegenetz, das Versorgungssicherheit in allen Regionen garantiert. Im Zentrum steht dabei das neue Pflegestützpunkt-Modell, das mit 1. April 2026 organisatorisch startete und die Pflege im Burgenland grundlegend neu ordnet. Es ist die Antwort auf den demografischen Wandel und ein klares Bekenntnis dazu, dass soziale Sicherheit im Alter eine öffentliche Kernaufgabe ist. Gleichzeitig stärkt pflegende Angehörige und baut die Pflege- und Sozialberatung flächendeckend aus. Damit holt das Land die Pflege dorthin zurück, wo sie am wirksamsten ist – mitten in die Gemeinden und direkt zu den Menschen. „Pflege ist Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge und keine Ware. Das Burgenland geht bewusst einen anderen Weg: weg von Gewinnorientierung und zersplitterten Strukturen, hin zu einem gemeinnützigen, regionalen und verlässlichen Versorgungssystem. Mit den Pflegestützpunkten schaffen wir ein Netz, das Sicherheit gibt – den Betroffenen genauso wie ihren Angehörigen“, betonen Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und Soziallandesrat Leonhard Schneemann anlässlich des morgigen Tages der Pflege unisono.

Am 1. April 2026 ist eine neue Ära im burgenländische Pflegesystem angebrochen. Mit dem neuen System wird das Burgenland in 28 Pflegeregionen gegliedert, in denen insgesamt 71 Pflegestützpunkte entstehen – 28 Haupt- und 43 Nebenstützpunkte. Pro Region übernimmt künftig eine Organisation die gesamte nicht-stationäre Pflegeversorgung – von der mobilen Pflege und Betreuung über Tagesbetreuung und Wohnen im Alter bis hin zur Pflege- und Sozialberatung. Dadurch entstehen klare Zuständigkeiten, bessere Koordination und langfristige Planungssicherheit.

„Pflege muss dort stattfinden, wo die Menschen leben. Genau deshalb schaffen wir wohnortnahe Strukturen mit einem zentralen Ansprechpartner pro Region. Das bedeutet weniger Bürokratie, mehr Qualität und vor allem mehr Sicherheit für Betroffene und Angehörige“, erklärt Soziallandesrat Leonhard Schneemann.

Der Ausbau läuft bereits auf Hochtouren. Nach den ersten in Betrieb genommenen Standorten in Schattendorf und Stinatz folgten mit Müllendorf, Minihof-Liebau, Kobersdorf, Deutsch-Jahrndorf, Grafenschachen und Unterkohlstätten weitere Hauptpflegestützpunkte. Bis Ende 2026 werden bereits 15 Pflegestützpunkte in Betrieb sein. Parallel dazu befinden sich weitere Standorte in Bau oder in Vorbereitung. Ziel ist klar definiert: Bis spätestens 2029 soll bei allen 71 Standorten zumindest der Baustart erfolgt sein.

Landeshauptmann Hans Peter Doskozil unterstreicht: „Wir investieren nicht punktuell, sondern bauen ein völlig neues Pflegesystem auf. Das ist der größte Pflegeausbau, den es im Burgenland je gegeben hat. Dabei geht es nicht nur um Infrastruktur, sondern um eine politische Grundhaltung: Jeder Mensch soll sich darauf verlassen können, im Alter oder bei Pflegebedarf gut versorgt zu sein – unabhängig vom Einkommen oder Wohnort.“

Neben dem Ausbau der Pflegestützpunkte setzt das Burgenland auch gezielte Maßnahmen zur Entlastung pflegender Angehöriger. Die Pflege- und Sozialberatung wird in allen Regionen ausgebaut und soll künftig als erste Anlaufstelle Betroffene und Familien durch das gesamte Pflegesystem begleiten – persönlich, telefonisch oder digital. Gleichzeitig investiert das Land konsequent in die Modernisierung und den Ausbau der Altenwohn- und Pflegeheime, um auch im stationären Bereich langfristig höchste Versorgungsqualität sicherzustellen.

Die neue Pflegestruktur setzt dabei bewusst auf Gemeinnützigkeit statt Gewinnorientierung. Landesmittel fließen ausschließlich in die Versorgung der Menschen und nicht in Unternehmensgewinne. Landeshauptmann Hans Peter Doskozil findet dazu klare Worte: „Pflege ist Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge und darf kein Geschäftsmodell sein. Uns war es wichtig, Pflegepolitik vom freien Markt zurück in die öffentliche Verantwortung zu holen. Das Burgenland setzt mit dem Pflegestützpunkt-System einen neuen Standard in der Pflegeversorgung in Österreich. Es entsteht ein flächendeckendes, gemeindenahes und vor allem leistbares sowie gemeinnütziges Pflegenetz, das zu den modernsten Europas zählt.“

Zum Tag der Pflege richten Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und Soziallandesrat Leonhard Schneemann abschließend einen klaren Dank an alle Beschäftigten im Pflegebereich – verbunden mit einem politischen Anspruch: „Pflegekräfte leisten Tag für Tag Außergewöhnliches. Sie geben Sicherheit, Halt und Menschlichkeit – oft unter enormer Belastung. Gute Pflege braucht deshalb nicht nur Anerkennung, sondern vor allem verlässliche Rahmenbedingungen, moderne Strukturen und eine Politik, die Verantwortung übernimmt. Genau dafür steht das Burgenland: für ein Pflegesystem, das die Menschen in den Mittelpunkt stellt – die Pflegebedürftigen genauso wie jene, die täglich für sie da sind.“

Eisenstadt, 11. Mai 2026

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