Fünf Jahre nach der umfassenden Sanierung und Wiedereröffnung blickt die Ehemalige Synagoge Kobersdorf auf eine erfolgreiche Entwicklung zurück. Knapp 20.000 Besucher*innen kamen seither nach Kobersdorf, bis dato fanden 483 Veranstaltungen und Programmpunkte statt. Dazu zählen Konzerte, Lesungen, Vorträge, Symposien, Theateraufführungen, Führungen und Rundgänge sowie zahlreiche Bildungsangebote für Schulklassen. Da die Veranstaltungssaison 2026 noch läuft, werden sich diese Zahlen bis zum Jahresende weiter erhöhen. „Die Wiederbelebung der ehemaligen Synagoge Kobersdorf war eine bewusste Entscheidung für einen verantwortungsvollen Umgang mit unserer Geschichte. Heute bestätigen die große Resonanz und die vielfältige Nutzung des Hauses diesen Weg. Hier ist ein lebendiger Ort entstanden, der Erinnerung bewahrt und gleichzeitig Begegnung, Bildung und Dialog ermöglicht. Das ist gerade in einer Zeit wichtig, in der Antisemitismus und Ausgrenzung zunehmen“, betont Landeshauptmann und Kulturreferent Hans Peter Doskozil.
Die 1860 eröffnete Synagoge war bis zur Vertreibung der jüdischen Bevölkerung 1938 religiöses, kulturelles und gesellschaftliches Zentrum der jüdischen Gemeinde von Kobersdorf. 1938 wurde das Gebäude verwüstet und seine Inneneinrichtung zerstört. Das Gebäude blieb zwar erhalten, verfiel aber im Laufe der Jahre zusehends. Im Jahr 2019 erwarb das Land Burgenland die ehemalige Synagoge und leitete nach einer umfassenden Planungsphase die Generalsanierung ein. Ziel war es, die historische Substanz bestmöglich zu erhalten und gleichzeitig die Voraussetzungen für eine zeitgemäße Nutzung als Kultur-, Wissenschafts- und Bildungszentrum zu schaffen.
Ein lebendiger Kultur- und Bildungsort
Von Beginn an war es das Ziel, die ehemalige Synagoge nicht ausschließlich als historisches Denkmal zu bewahren, sondern sie mit neuem Leben zu erfüllen. Heute verbindet das Programm jüdische Geschichte und Erinnerungskultur mit Kunst, Musik, Literatur, Wissenschaft und politischer Bildung.
Die Bandbreite reicht von Konzerten, Lesungen und Theateraufführungen über Vorträge und Symposien bis hin zu Führungen durch die ehemalige Synagoge und Rundgängen auf den Spuren jüdischen Lebens in Kobersdorf.
Einen wichtigen Schwerpunkt bildet die Bildungs- und Vermittlungsarbeit. Seit 2026 werden sechs unterschiedliche Bildungsangebote für Schulklassen angeboten, die eine altersgerechte und vertiefende Auseinandersetzung mit jüdischer Geschichte, Kultur und Erinnerung ermöglichen. Allein im Jahr 2026 haben 191 Schüler*innen an Führungen und Workshops in der Ehemaligen Synagoge Kobersdorf teilgenommen. Am authentischen historischen Ort werden dabei nicht nur historische Zusammenhänge vermittelt, sondern auch aktuelle gesellschaftliche Fragestellungen aufgegriffen. Damit etabliert sich die ehemalige Synagoge zunehmend auch als wichtiger Lern- und Erinnerungsort für junge Menschen.
„Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt, wie stark dieser Ort angenommen wird. Entscheidend ist dabei nicht allein die Besucherzahl, sondern was hier geschieht: Menschen begegnen einander, beschäftigen sich mit Geschichte, hören zu und diskutieren. Mit Konzerten und Literatur ebenso wie mit wissenschaftlichen Formaten, Führungen und insbesondere unserer Bildungsarbeit möchten wir die ehemalige Synagoge als offenen und lebendigen Ort weiterentwickeln“, so Claudia Priber, Geschäftsführerin der Kultur-Betriebe Burgenland.
Fünf Jahre nach ihrer Wiedereröffnung hat sich die Ehemalige Synagoge Kobersdorf als fester Bestandteil der burgenländischen Kultur- und Bildungslandschaft etabliert. Als authentischer historischer Ort verbindet sie die Auseinandersetzung mit jüdischer Geschichte und Erinnerung mit einem vielfältigen Kultur- und Vermittlungsprogramm. Auch künftig soll dieser Weg konsequent fortgesetzt und das Haus als Ort des Lernens, des Dialogs und der Begegnung weiterentwickelt werden.
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Archivbild Eröffnung Synagoge Kobersdorf
Archivbild LH Doskozil Synagoge Kobersdorf
Bildtext Archivbild Eröffnung Synagoge Kobersdorf: Landeshauptmann Hans Peter Doskozil bei der Eröffnung der Synagoge Kobersdorf im April 2022. Nun hat die Synagoge bereits ihre fünfte Saison hinter sich.
Bildtext Archivbild LH Doskozil Synagoge Kobersdorf: Landeshauptmann Hans Peter Doskozil 2022 in der Synagoge Kobersdorf.
Bildquelle: Landesmedienservice Burgenland
Eisenstadt, 11. September 2026
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