Dürrehilfe 2026: Burgenland unterstützt tierhaltende Betriebe beim Futtermittelzukauf

Porträt Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner

LH-Stv.in Haider-Wallner: „Direkte Hilfe statt zusätzlicher Verschuldung – wir sichern Tierbestände und entlasten unsere bäuerlichen Betriebe“

Die Dürre 2026 hat in der burgenländischen Landwirtschaft erhebliche Schäden hinterlassen. Das Land Burgenland unterstützt betroffene Bio-Betriebe bereits mit raschen Genehmigungen für notwendige Zukäufe von konventionellen Futtermitteln und setzt nun mit einer neuen Sonderrichtlinie eine weitere konkrete Maßnahme: Tierhaltende Betriebe erhalten insgesamt 300.000 Euro für den Ankauf von Ersatzfuttermitteln. Die nicht rückzahlbare Förderung beträgt maximal 5.000 Euro pro Förderwerber:in. „Gerade tierhaltende Betriebe stehen vor der schwierigen Frage, wie sie ihre Tiere über den Winter bringen. Hier braucht es konkrete Unterstützung. Mit unserer Sonderrichtlinie helfen wir dort, wo die Kosten tatsächlich entstehen: beim notwendigen Futtermittelzukauf“, erklärt Landeshauptmann-Stellvertreterin und Agrarreferentin Anja Haider-Wallner.

Die vergangenen zwölf Monate waren die trockensten in Österreich seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1850. Im Burgenland fielen seit dem Frühjahr durchschnittlich 39 Prozent weniger Niederschläge, in einzelnen Regionen und Zeiträumen lag das Defizit bei über 70 Prozent. Die Schäden in der burgenländischen Landwirtschaft werden auf rund 65 Millionen Euro geschätzt.

Die Trockenheit hat zwar nachgelassen, ihre Folgen bleiben für viele Betriebe spürbar. Besonders tierhaltende Betriebe stehen aufgrund der Ernteausfälle auch bei Futtermitteln vor der Herausforderung, ausreichend Winterfutter einzulagern. Viele müssen Ersatzfuttermittel zu hohen Kosten und teilweise von weit her zukaufen, um ihre Tierbestände zu sichern.

Rasche Genehmigungen für notwendige Futterzukäufe

Bereits im August hat das Land eine Ausnahmeregelung für Bio-Betriebe umgesetzt, die aufgrund der Futterknappheit auf konventionelle Futtermittel zurückgreifen mussten. Insgesamt wurden sieben Anträge von sechs Betrieben gestellt und bescheidmäßige Einzelgenehmigungen für den Zukauf von konventionellem Heu, Gras, Grassilage, Pellets und Silomais erteilt. Beantragt wurden 457 Tonnen Heu, Gras, Grassilage und Pellets sowie 219 Tonnen Silomais, jeweils bezogen auf die Frischmasse. Die Aufbereitung der Anträge durch die Landwirtschaftlichen Bezirksreferate ermöglichte eine rasche Bearbeitung: Die Bescheide konnten jeweils innerhalb eines Tages nach Antragstellung ausgefertigt werden.

300.000 Euro für Ersatzfuttermittel

Mit der „Sonderrichtlinie des Landes zur Unterstützung des Ankaufs von Ersatzfuttermitteln aufgrund der Dürre 2026“ setzt das Burgenland jetzt auf eine direkte, nicht rückzahlbare finanzielle Hilfe. Damit sollen die wirtschaftlichen Folgen der Dürre abgefedert und Tierbestände gesichert werden.

„Unsere tierhaltenden Betriebe leisten einen wichtigen Beitrag zur regionalen Wertschöpfung, zur Erhaltung unserer Kulturlandschaft und wertvoller Naturschutzflächen. Sie brauchen keine zusätzlichen Schulden, sondern eine konkrete Entlastung bei den Kosten, die jetzt auf sie zukommen“, so Haider-Wallner.

Für die Sonderrichtlinie stellt das Land Burgenland 300.000 Euro zur Verfügung. Förderfähig sind Ersatzfuttermittel, die zwischen 1. Juli 2026 und 31. März 2027 angekauft werden. Die Rechnungen sind bei der Antragstellung vorzulegen.

Gefördert wird der Ankauf von:
·    Raufutter
·    Pressschnitte und Trockenschnitte
·    Silomais und Grassilage
·    Körnermais und Futtergetreide

Die Förderung beträgt maximal 5.000 Euro pro Förderwerber:in mit Hauptbetriebssitz und Tierhaltung im Burgenland, abhängig von der Anzahl der Tiere. Die Abwicklung übernimmt das Referat Agrarwesen und Agrarpolitik der Abteilung 4 (Agrarwesen, Natur- und Umweltschutz) im Amt der Burgenländischen Landesregierung. Anträge können voraussichtlich ab Mitte Oktober online auf der Website des Landes oder postalisch gestellt werden. 

Burgenland setzt auf unmittelbare Entlastung

Das Dürrepaket des Bundes umfasst 240 Millionen Euro und sieht unter anderem den Erlass von Sozialversicherungsbeiträgen, Kredithilfen und eine höhere Förderung der Dürreversicherung ab 2027 vor.

Aus Sicht des Landes greift das Paket zu kurz: Kredite und Stundungen schaffen zwar Liquidität, führen aber zu zusätzlichen finanziellen Verpflichtungen. Das Burgenland setzt deshalb auf eine nicht rückzahlbare Unterstützung aus Landesmitteln.

„Während die Bundesregierung auf Zinszuschüsse zu neuen Betriebsmittelkrediten setzt und Betriebe damit weiter in die Schuldenfalle treibt, unterstützen wir die Betriebe mit einer direkten, nicht rückzahlbaren Förderung. Das schafft eine konkrete finanzielle Entlastung dort, wo sie jetzt gebraucht wird“, betont Haider-Wallner.

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Bildtext: Porträt Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner

Bildquelle: Landesmedienservice Burgenland

Eisenstadt, 18. September 2026

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