Die anhaltende Trockenheit stellt viele burgenländische Tierhaltungsbetriebe vor große Herausforderungen. Weil Wiesen und Weiden deutlich weniger Ertrag bringen, wird das eigene Futter für Rinder, Schafe, Ziegen und andere Raufutterverzehrer vielerorts nicht ausreichen. Doch während konventionelle Betriebe auf entsprechende Ersatzfuttermittel zugreifen können, sind diese in Bio-Qualität nicht ausreichend vorhanden. Das Burgenland reagiert darauf rasch und unbürokratisch: Betroffene Bio-Betriebe können den notwendigen Zukauf von konventionellem Futter mittels Bescheid genehmigen lassen, um die Bio-Zertifizierung nicht zu verlieren. „Die Trockenheit trifft unsere Landwirtschaft mit voller Wucht. Jetzt geht es darum, den betroffenen Betrieben rasch zu helfen und gleichzeitig die Bio-Standards abzusichern. Genau dafür schaffen wir eine pragmatische und rechtssichere Lösung“, betont Landeshauptmann-Stellvertreterin und Agrarlandesrätin Anja Haider-Wallner. Während einzelne Bundesländer unterschiedliche Zugänge verfolgen, setzt das Burgenland auf das bereits 2017 erfolgreich angewandte Verfahren mit Einzelbescheiden. Erste Anträge liegen bereits vor. Mit weiteren Ansuchen wird in den kommenden Wochen gerechnet, sobald die Betriebe ihren tatsächlichen Futterbedarf abschätzen können.
Die Genehmigungen werden von der Lebensmittelaufsicht des Landes erteilt. Für die fachliche Beurteilung der beantragten Futtermengen werden – wie bereits 2017 – Sachverständige der Landwirtschaftskammer Burgenland eingebunden. So wird sichergestellt, dass nur jene Mengen genehmigt werden, die aufgrund der außergewöhnlichen Witterung tatsächlich notwendig sind.
„Wir wollen den Betrieben rasch Planungssicherheit geben und gleichzeitig sicherstellen, dass die Ausnahmeregelung zielgerichtet eingesetzt wird. Das Verfahren hat sich bereits bewährt und ermöglicht eine rasche Bearbeitung der Anträge“, so Haider-Wallner.
Genehmigt werden können unter anderem Grünfutter, Trockenfutter, getrocknetes Gras sowie Futterpellets. Die Anträge werden über die Landwirtschaftskammer vorbereitet und anschließend von der zuständigen Landesabteilung bescheidmäßig erledigt. Derzeit wird mit bis zu 30 Anträgen gerechnet.
Klimakrise längst auf den Höfen angekommen
Für Haider-Wallner zeigt die aktuelle Situation einmal mehr, dass die Folgen der Klimakrise längst Teil des landwirtschaftlichen Alltags geworden sind: „Was wir derzeit erleben, ist kein Einzelfall mehr. Dürreperioden treten häufiger auf und setzen unsere Landwirtschaft massiv unter Druck. Deshalb braucht es beides: rasche Hilfe für jene Betriebe, die jetzt Unterstützung brauchen, und einen konsequenten Klimaschutz. Denn die Folgen der Klimakrise sind auf unseren Höfen längst Realität – und wir dürfen nicht zulassen, dass sie sich weiter verschärfen.“
Kritik übt die Agrar- und Klimaschutzlandesrätin an der ÖVP, die wirksame Klimaschutzmaßnahmen regelmäßig verzögert oder abschwächt: „Wer beim Klimaschutz bremst, verschärft die Probleme der Landwirtschaft. Die beste Unterstützung für unsere Bäuerinnen und Bauern ist, die Ursachen der Klimakrise entschlossen zu bekämpfen und gleichzeitig die Betriebe bei der Anpassung an die veränderten Bedingungen zu unterstützen.“
Haider-Wallner betont, dass die aktuelle Situation nicht nur die Bio-Landwirtschaft betrifft. Die Dürre mache keinen Unterschied zwischen biologisch und konventionell wirtschaftenden Betrieben. Die jetzt notwendigen Genehmigungen seien eine wichtige Sofortmaßnahme, würden das Problem aber nicht dauerhaft lösen. Die Landwirtschaft müsse insgesamt widerstandsfähiger gegen die Folgen der Klimakrise werden.
Neben konsequentem Klimaschutz brauche es dafür auch die richtigen politischen Rahmenbedingungen. „Gerade Betriebe, die auf eine nachhaltige Bewirtschaftung setzen oder auf Bio umstellen wollen, brauchen Planungssicherheit und ausreichende Unterstützung. Ich erwarte mir von Landwirtschaftsminister Totschnig, dass er sich auf europäischer Ebene mit Nachdruck für ausreichend dotierte Umwelt- und Umstellungsförderungen einsetzt. Wer von unseren Bäuerinnen und Bauern mehr Anpassung an die Klimakrise erwartet, muss sie dabei auch entsprechend unterstützen.“
Zum Herunterladen des Pressefotos klicken Sie auf den folgenden Link: Landwirtschaft 2
Bildtext Landwirtschaft 2: Agrarreferentin und Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner.
Bildquelle: Büro SH-Stv.in Haider-Wallner
Eisenstadt, 04. August 2026
Landesmedienservice Burgenland
7000 Eisenstadt, Landhaus, Europaplatz 1
Tel: 02682/600
post.oa-presse(at)bgld.gv.at
www.burgenland.at

