Alte Nutztierrassen leisten im Naturpark Neusiedler See – Leithagebirge einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt. Im Rahmen des Projekts „Gefährdete Nutztiere schützen bedrohte Wildtiere“ investiert hier die Stiftung Naturparke rund 48.000 Euro in modernes Weide- und Transportequipment. Damit kann die Beweidung von 25 Hektar Trockenrasen langfristig gesichert, effizienter gestaltet und um weitere fünf bis zehn Hektar ausgeweitet werden. Projektpartner ist der Biohof Erharth aus Donnerskirchen. Landeshauptmann-Stellvertreterin und Naturschutzlandesrätin Anja Haider-Wallner besichtigte die Beweidungsflächen vor Ort: „Naturschutz bedeutet nicht immer, Landschaften sich selbst zu überlassen, sondern auch aktiv dort einzugreifen, wo es notwendig ist. Die extensive Beweidung zählt zu den wirksamsten und nachhaltigsten Maßnahmen, um unsere wertvollen Trockenrasen zu erhalten. Besonders freut mich, dass hier engagierte junge Landwirte Verantwortung übernehmen und mit ihrem mobilen Weidemanagement Artenschutz und regionale Landwirtschaft erfolgreich miteinander verbinden.“
Die Investitionsfinanzierung der Stiftung Naturparke sieht Haider-Wallner als Schablone für ein Programm zur Förderung burgenländischer Weidewirtschaft, das sich derzeit in Planung befindet. Dieses soll künftig strukturelle Benachteiligungen von Weidewirtschaft in Ostösterreich – etwa durch fehlende Bundes-Fördergelder im Vergleich zu Westösterreich – abfedern und die Beweidung von naturschutzfachlich wertvollen Grenzertragsböden im Burgenland wieder attraktiver machen.
Simon und Matthias Erharth aus Donnerskirchen lassen die traditionelle Beweidung im Naturpark wieder aufleben. Mit 140 Zackelschafen und 40 Pinzgauer Strahlenziegen – zwei gefährdeten alten Nutztierrassen – bewirtschaften sie rund 60 Hektar, davon 25 Hektar wertvolle Magerwiesen im Natura-2000-Gebiet. Der Biohof Erharth ist Teil des österreichweiten Projekts „Gefährdete Nutztiere schützen bedrohte Wildtiere“ der Stiftung Naturparke. Durch das im Projekt verankerte mobile Weidemanagement werden auch verstreut liegende Flächen gepflegt und so deren Verbuschung verhindert. Davon profitieren unter anderem Smaragdeidechse, Neuntöter sowie seltene Schmetterlinge und Pflanzenarten.
Im von der UNO ausgerufenen „Internationalen Jahr der Weidelandschaften 2026“ wird in sieben Naturparkregionen Österreichs beispielhaft gezeigt, wie traditionelle Weidewirtschaft mit alten Nutztierrassen zum Schutz der biologischen Vielfalt beitragen kann. Österreichweit stellt die Stiftung Naturparke dafür rund 300.000 Euro zur Verfügung. „Das Projekt stärkt Lebensräume, fördert die Artenvielfalt und bindet die lokalen Landbewirtschafter in konkrete Schutzmaßnahmen ein“, betont Marelli Asamer-Handler, Präsidentin der Stiftung Naturparke Österreich.
Mit dem neuen Weide- und Transportequipment kann der Betrieb in Donnerskirchen die Beweidung langfristig absichern und fünf bis zehn Hektar zusätzliche Flächen in die Pflege aufnehmen. „Wir sind mit dieser Landschaft aufgewachsen und möchten dazu beitragen, dass ihre Artenvielfalt erhalten bleibt. Mit unseren Zackelschafen und Pinzgauer Strahlenziegen bewahren wir nicht nur gefährdete Nutztierrassen, sondern pflegen auch wertvolle Lebensräume. Das neue Equipment hilft uns, diese Arbeit langfristig fortzuführen und weitere Flächen zu beweiden“, ergänzt Matthias Erharth.
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Alte Nutztierrassen_1
Alte Nutztierrassen_2
Alte Nutztierrassen_3
Bildtext Alte Nutztierrassen_1 & _2: Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner besuchte den Biohof Erharth in Donnerskirchen. Auf dem Foto von links: Matthias Erharth, Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja-Haider Wallner, Simon Erharth und Marelli Asamer-Handler.
Bildquelle: Büro LH-Stv.in Haider-Wallner/Hannah Neugebauer
Eisenstadt, 31. Juli 2026
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