Die Entwicklung von Jugendlichen in Bezug auf Sucht und Abhängigkeit ist besorgniserregend, die Suchtproblemen bei jungen Menschen nehmen zu. Jugendlandesrätin Daniela Winkler und das Landesjugendreferat des Burgenlandes (LJR) setzen mit einer medienwirksamen Initiative dagegen ein starkes Zeichen. Für Landesjugendrätin Daniela Winkler sei es notwendig, Jugendliche zu erreichen, bevor es zu körperlichen und geistigen Reaktionen kommt und eine klinische Behandlung notwendig wird. Daher vertiefe das Landesjugendreferat Burgenland gemeinsam mit der Sucht- und Drogenkoordination des Landes Burgenland nun die Primärprävention. „Die Lebenswelten von Jugendlichen haben sich in den letzten Jahren rasant verändert. Der Druck im Alltag, sei es im echten Leben oder in den sozialen Medien, ist spürbar gestiegen. Wir erfahren aus unseren Beratungsstellen und Kliniken, dass junge Menschen in schwierigen Phasen immer häufiger zu Suchtmitteln oder digitalen Angeboten greifen, um mit Stress, Ängsten oder Belastungen umzugehen. Als Land Burgenland schauen wir hier nicht weg, sondern verändern die Art und Weise, wie wir Prävention betreiben. Mit unserer neuen Kampagne gehen wir ganz neue Wege in der Aufklärung. Wir holen die Jugendlichen direkt dort ab, wo sie sich täglich aufhalten, in den sozialen Medien, in den Schulen und in Jugendzentren oder Jugendtreffs“, sagt die Landesrätin.
Am 1. Juni 2026 startet die groß angelegte Kampagne „FILTER OFF. LEBEN ON. Du bist echt genug.“ mit dem Ziel, die Bevölkerung und insbesondere Jugendliche für das Thema Abhängigkeit zu sensibilisieren und sie zu mehr Eigenverantwortung im Umgang mit psychoaktiven Substanzen sowie digitalen Medien zu befähigen. Für die Landesrätin war wichtig, dieses Thema nicht mit erhobenem Zeigefinger und Moralpredigten aufzuarbeiten, sondern auf Augenhöhe zu diskutieren. „Das Besondere an der Kampagne ist, dass sie nicht über die Köpfe der Zielgruppe hinweg entwickelt wurde, sondern Jugendliche in Fokusgruppen und engen Feedbackschleifen aktiv in die Konzeptionierung und Textarbeit eingebunden wurden“ zeigt sich Winkler über die Entstehung der Kampagne sehr erfreut.
Die Kampagnen besteht aus mehreren Bausteinen. Eine Kurzvideo-Offensive richtet den Fokus auf jugendrelevante Social-Media-Kanäle mit kurzen, prägnanten Clips. Imagevideos leisten visuelle Unterstützung bei der Umsetzung von Präventivmaßnahmen zu den Themen Alkohol, Nikotin (Vapes), Spiel- und Handysucht. In Expertinnen- & Jugend-Videos kommen unter anderem sowohl Fachleute aus der Jugendarbeit, Schulpsychologie und den Sozialen Diensten Burgenland zu Wort, als auch Jugendliche als sogenannte Expertinnen und Experten aus ihrer eigenen Lebenswelt. Dabei werden natürlich auch sämtliche Anlaufstellen vorgestellt. Flankiert wird die Online-Kampagne durch Plakate im schulischen und außerschulischen Bereich sowie eine eigene Landingpage auf der Website des Landesjugendreferats (LJR), die als zentrale Infodrehscheibe dient.
„Hinter dem riskanten Konsum oder Suchtverhalten steckt oft ein Schrei nach Hilfe: Viele Jugendliche nutzen Substanzen als vermeintliche Selbstmedikation, als Reaktion auf psychische Belastungen wie Angststörungen oder Depressionen. Neben illegalen Drogen rückt auch ein anderes Suchtverhalten, wie die Internet- und Handysucht, immer weiter in den Fokus. Das Burgenland verfügt über ein funktionierendes Auffangnetz, das eine Ambulanz der Sozialen Dienste Burgenland (SDB) für Abhängigkeitserkrankungen im Jugendalter umfasst. Jugendliche werden dort suchtmedizinisch, psychologisch und therapeutisch betreut. Parallel dazu erhalten Angehörige Beratung und Coachings. Ungeachtet dessen wollen wir den jungen Menschen zeigen, dass sie keine künstlichen Filter und keine Substanzen brauchen, um stark und selbstbewusst durchs Leben zu gehen. Gleichzeitig wollen wir das Bewusstsein für die niederschwelligen Beratungsangebote stärken, die wir im Burgenland für Betroffene und ihre Familien bereithalten. Unser Ziel ist es, jungen Menschen Orientierung zu geben und sie für einen verantwortungsvollen Umgang mit sich selbst zu begeistern“, sagt die Landesrätin abschließend.
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Filter Off: Bildungslandesrätin Daniela Winkler und Bianca Benedikt, Leiterin des Landesjugendreferats.
Bildquelle: Büro Winkler / Christoph Novak
1. Juni 2026
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