LR Dorner: Die VBB nehmen weitere E-Busse und Ladesäulen in Betrieb

VBB-Geschäftsführer Johannes Jandrisevits, Verkehrslandesrat Heinrich Dorner und VBB-Geschäftsführer Wolfgang Werderits.
VBB-Geschäftsführer Johannes Jandrisevits, Verkehrslandesrat Heinrich Dorner und VBB-Geschäftsführer Wolfgang Werderits.
VBB-Geschäftsführer Johannes Jandrisevits, Verkehrslandesrat Heinrich Dorner und VBB-Geschäftsführer Wolfgang Werderits.

Wichtiger Schritt in Richtung klimafreundlicher Mobilität – „Übernehmen Vorreiterrolle bei Elektrifizierung des öffentlichen Verkehrs“

Die Verkehrsbetriebe Burgenland (VBB) treiben die Elektrifizierung des öffentlichen Verkehrs weiter voran. Landesweit wurden aktuell 20 neue Ladesäulen für Busse installiert. Parallel dazu sind inzwischen neun E Busse im Einsatz, die vor allem Zubringerlinien im Mittel- und Südburgenland bedienen und mit regionalem Sonnen- und Windstrom geladen werden. Die Umsetzung folgt einer klaren Strategie zur Dekarbonisierung, wobei die geografischen Besonderheiten eine dichte Ladeinfrastruktur erfordern. Zum Einsatz kommen je nach Bedarf große Standardbusse und kompakte Modelle. Das Projekt wurde weitgehend von den VBB selbst umgesetzt und stark gefördert. Mit Investitionen von rund 5,7 Millionen Euro ist ein wichtiger Schritt Richtung klimafreundlicher Mobilität gelungen. Langfristig sind ab 2028 auch erste vollelektrische Überlandlinien geplant.

Mit der Inbetriebnahme der neuen E-Ladesäule in Oberwart wird sichtbar, was lange Vision war: Der öffentliche Verkehr im Burgenland wird Schritt für Schritt sauberer, leiser, effizienter und nachhaltiger. „Ein weiterer Meilenstein ist erreicht – und er zeigt, wohin die Reise geht. Ab sofort sind landesweit 20 neue Ladesäulen für Busse, mit je zwei Ladepunkten, an zehn Standorten in Betrieb“, erklärt Verkehrslandesrat Heinrich Dorner bei der Eröffnung.

Aktuell betreibt die VBB rund 60 Ladepunkte. Im Rahmen der jüngsten Ausbauphase wurden 20 neue Ladepunkte errichtet, darunter 13 Gleichstrom-Ladesäulen (DC) und 7 Wechselstrom-Ladesäulen (AC). Die DC-Ladepunkte leisten 160 kW beziehungsweise zweimal 80 kW, während die AC-Ladesäulen mit je zwei Ladepunkten mit 22 kW betrieben werden. Letztere werden insbesondere für die Vorkonditionierung der kleineren Busse sowie für das Laden von BAST-Fahrzeugen genutzt.

Doch Infrastruktur allein bewegt noch niemanden – es sind die Busse, die diese Veränderung auf die Straße bringen. Darum sind seit Kurzem insgesamt neun rein elektrisch angetriebene Linienbusse unterwegs. Nach dem erfolgreichen Pilotprojekt mit einem E-Linienbus in Parndorf wurden jetzt fünf Zubringerlinien im Mittel- und Südburgenland mit den neuen, emissionslosen Bussen aufgewertet. Die Fahrzeuge verbinden Gemeinden und Dörfer mit den Knotenpunkten an den VBB-Hauptachsen. Und sie werden mit Wind- und Sonnenstrom aus dem Burgenland geladen. Damit kann bereits ein Teil der Busflotte energieautark betrieben werden.

„Diese Entwicklung ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer klaren Vision: der Elektrifizierung der Stadt- und Zubringerlinien“, so der Landesrat. Die burgenländische Gesamtverkehrsstrategie 2021 hat diesen Weg früh vorgezeichnet – und jetzt wird er Realität. „Damit übernimmt das Burgenland eine Vorreiterrolle, auch wenn die Voraussetzungen alles andere als einfach sind. Die langgestreckte Form und die Topografie des Bundeslandes erfordern eine deutlich dichtere Ladeinfrastruktur als in kompakteren Regionen“, betont Dorner. Strecken sind länger, Wege komplexer, Ladepunkte müssen daher strategisch verteilt werden.

Darum ist es auch wichtig, dass die Busse nicht nur in der Nacht, sondern auch untertags bei Fahrpausen geladen werden können. So ist sichergestellt, dass jeder der eingesetzten Busse die Linie den ganzen Tag bedienen kann.

Bei der Auswahl der Fahrzeuge legte die VBB großen Wert auf Flexibilität und bedarfsgerechte Lösungen. Derzeit kommen zwei verschiedene E-Bus-Typen zum Einsatz:

·    e-Citaro: Ein 12 Meter langer Standardlinienbus mit 36 Sitz- und 41 Stehplätzen. Er hat eine Reichweite von bis zu 300 Kilometern und kann während einer rund 20-minütigen Fahrpause von 50 auf 80 Prozent geladen werden.

·    K-Bus: Ein kompakter 20-Sitzer mit zusätzlichen 15 Stehplätzen. Auch dieses Fahrzeug ist barrierefrei und erreicht in etwa 30 Minuten eine Ladung von 50 auf 80 Prozent.

Die Vollladung über Nacht und die Vorkonditionierung werden künftig zentral über die Dispositionssoftware der VBB automatisch gesteuert. Dadurch starten die Fahrzeuge je nach Bedarf bereits vorklimatisiert in den Linienumlauf.

Ein Aspekt macht dieses Projekt besonders bemerkenswert: Die Verkehrsbetriebe Burgenland haben federführend die Planung und Umsetzung der Ladeinfrastruktur übernommen. Unterstützung erhielten sie von der Burgenland Energie und den Landesimmobilien Burgenland. Die VBB verantwortet nun auch die Administration der selbst errichteten Ladeeinrichtung. Dadurch bleiben Steuerung, Überwachung und Management der Ladeinfrastruktur vollständig in den Händen der VBB. „Mit Know-how, Engagement und Innovationsgeist wurde hier etwas geschaffen, das nicht nur nachhaltig wirkt, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll ist. So entsteht im Burgenland Schritt für Schritt ein Verkehrssystem, das zeigt: Klimaschutz und Mobilität schließen einander nicht aus – sie gehören zusammen. Und dieser Weg wird weiterverfolgt“, unterstreicht der Verkehrslandesrat.

„Wir arbeiten konsequent an der weiteren Dekarbonisierung des öffentlichen Verkehrs im Burgenland“, sagt VBB-Geschäftsführer Wolfgang Werderits. „Wir haben mit der Elektrifizierung des öffentlichen Personennahverkehrs und Schülerverkehrs begonnen. Wir haben aus eigener Kraft die Infrastruktur dafür errichtet und rechnen damit, dass die europäischen Bushersteller 2027 mit ersten praktikablen Modellen für den Regional- und Fernverkehr auf den Markt kommen. Sind die Fahrzeuge verfügbar, planen wir Pilotprojekte und wollen, falls das dann möglich ist, schon 2028 die ersten Regionallinien rein elektrisch bedienen. Damit würden wir den nächsten Meilenstein schaffen, um den öffentlichen Verkehr im Burgenland noch umweltfreundlicher zu machen.“

„Sehr erfolgreich waren wir bei der Finanzierung des Projektes“, erklärt VBB-Geschäftsführer Johannes Jandrisevits, „weil wir es geschafft haben, Gelder der EU und der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft für das Projekt zu lukrieren. Die Mehrkosten der E-Busse im Vergleich zu einem konventionell angetriebenen wurden etwa mit 80 Prozent gefördert, die Errichtung der Ladeinfrastruktur mit 40 Prozent. Zudem haben wir stark an externen Kosten sparen können, weil die VBB vieles in Eigenregie gemacht hat. Am Ende blicken wir auf Gesamtkosten von 5,7 Millionen Euro, die zum größten Teil aus Förderungen finanziert werden konnten.“

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VBB_01: VBB-Geschäftsführer Johannes Jandrisevits, Verkehrslandesrat Heinrich Dorner und VBB-Geschäftsführer Wolfgang Werderits.

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VBB_03: VBB-Geschäftsführer Johannes Jandrisevits, Verkehrslandesrat Heinrich Dorner und VBB-Geschäftsführer Wolfgang Werderits.

Bildquelle: Landesmedienservice / Dorothea Müllner-Frühwirth

Dorothea Müllner-Frühwirth, 19. Juni 2026

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